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Opel-Krise

Billigauto aus Eisenach angedacht

Opel Werk Eisenach Foto: Hersteller 144 Bilder

Der angeschlagene Autohersteller Opel denkt über die Produktion eines "preiswerten Autos mit einfachster Corsa-Technik" am ehemaligen Standort der Ostmarke Wartburg in Eisenach nach.

07.05.2009

Das sagte ein Sprecher der Opel-Mutter General Motors Europe (GME) am Donnerstag (7.5.) in Rüsselsheim. Medienberichten zur Folge soll dazu die Marke Wartburg wiederbelebt werden.

Noch keine Entscheiddung über die Marke Wartburg

Nach Angaben des GME-Sprechers ist die Entscheidung über den Namen des Billigautos jedoch noch nicht gefallen. "Eisenach ist Wartburg. Aber es gibt noch keine konkreten Gespräche zur Revitalisierung der Marke."

Der Autobauer Opel kürzt zudem die Gehälter der Manager. Ab sofort werden europaweit rund 300 Opel-Führungskräfte zehn Prozent weniger Geld erhalten, sagte der GME-Sprecher und bestätigte damit entsprechende Berichte.

Bei dem Billigauto gehe es darum, eine klare Perspektive für das Werk in Eisenach zu schaffen. Vorbild könnte der Renault-Konzern mit dem Dacia sein. Der neue Wartburg könnte für 7.000 Euro angeboten werden. Der Geheimplan sei eine Alternative zu den Verkaufsgesprächen mit Magna, Fiat und anderen Interessenten an einem Einstieg bei Opel. Opel hatte das Wartburg-
Werk in Eisenach in den 90er Jahren übernommen. Derzeit wird in Eisenach der Kleinwagen Corsa gebaut.

Managment mit freiwilliger Gehaltskürzung

Die Gehaltskürzung im Management geht nach den Angaben auf eine Initiative von GME-Chef Carl-Peter Forster zurück: "Das Management soll mit dem Verzicht mit gutem Beispiel vorangehen", erklärte der Sprecher den Hintergrund der Aktion, mit der mehrere Millionen Euro im Jahr gespart werden sollen. Da es in diesem Jahr auch keine Boni gebe, müssten die Führungskräfte teilweise massive Gehaltskürzungen hinnehmen.

Der Rettungsplan des angeschlagenen Autobauers Opel sieht Einsparungen von knapp 1,0 Milliarden Euro vor. Opel ist derzeit auf der Suche nach einem Investor und will sich von seinem Mutterkonzern GM abkoppeln.

Rahmenvertrag über Werksschließungen und Kündigungen gekündigt

Der GME-Sprecher bestätigte auch einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach das Management eine europäische Rahmenvereinbarung mit den Betriebsräten zum 31. Juli 2009 gekündigt hat. In der Vereinbarung zu Arbeitszeitverkürzung und Ausgleichszahlungen sind ein Verzicht auf Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen festgeschrieben. Nach dem Ende des Vertrags sind nun sowohl Entlassungen als auch Standortschließungen möglich. "Wir wollen den Vertrag neu verhandeln", sagte der Sprecher, ohne auf die vom Management angestrebten Änderungen einzugehen.

Als akut gefährdet gelten nach dem Bericht derzeit die Werke im belgischen Antwerpen und die beiden englischen Fabriken in Luton und Ellesmere Port. GME plant zudem ein freiwilliges Abfindungsprogramm. Es sei aber noch nichts entschieden. Laut "Süddeutscher Zeitung" lehnt der europäische Betriebsrat Verhandlungen darüber ab.

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