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Opel-Krise

Kritik am möglichen Fiat-Einstieg bei Opel

Opel Logo mit Fiat Foto: dpa/ams 144 Bilder

Am Opel-Hauptstandort Hessen regt sich Widerstand gegen eine Übernahme des Autobauers durch Fiat. Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Guembel hält einen Einstieg der Italiener für falsch.

24.04.2009

Fiat und Opel passt nicht

Der Wiesbadener Oppositionsführer warf Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg (CSU) vor, nur eine schnelle Meldung, nicht jedoch Zukunftsperspektiven zu präsentieren. "Fiat und Opel - das passt nicht."

Der Bundeswirtschaftsminister sei nicht bei Trost und müsse diese industriepolitische Geisterfahrt umgehend beenden, meinte Schäfer-Gümbel. "Angela Merkel lässt sich in Rüsselsheim feiern und fällt jetzt den Kolleginnen und Kollegen in den Rücken. Das ist unerträglich", kritisierte der SPD-Politiker.

IG Metall lehnt Fiat-Einstieg ab

Auch die IG Metall am Standort Rüsselsheim lehnt einen Fiat-Einstieg ab und wirft der Regierung vor, gezielt Misstrauen gegen die Opel-Führung zu schüren. "Für diesen Deal wird es in der Belegschaft kein Verständnis geben", sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild der Berliner Zeitung. Fiat sei in Europa der Autobauer mit den größten Überkapazitäten. Der Konzern wolle nur deutsche Staatshilfen kassieren.

Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt, kritisierte das Krisenmanagement der Bundesregierung heftig. Diese habe Opel mit Roland Berger einen Berater verordnet, der selbst im Verwaltungsrat von Fiat sitze. Schild griff auch Wirtschaftsminister Guttenberg an. Dieser "inszeniert ein elendes Trauerspiel, das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat". Das Ministerium habe mit Indiskretionen gezielt Misstrauen in der Opel-Führung geschürt, sagte Schild.

Weitere Interessenten für Opel

Neben Fiat gehört der nordamerikanische Autozulieferer Magna nach Angaben des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministers Hendrik Hering (SPD) zu den Hauptinteressenten für Opel. Einen Einstieg von Fiat sehe er aber problematisch wegen der hohen Schulden und Überkapazitäten der Italiener, sagte Hering seinem Sprecher Joachim Winkler zufolge am Donnerstag in Mainz. Opel beschäftigt rund 3.400 Arbeiter in einer Motoren- und Getriebefabrik in Rheinland-Pfalz. Zuvor hatte schon Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sich gegen einen Einstieg der Italiener ausgesprochen. Magna ist Kanadas größter Automobilzulieferer und hat 240 Fabriken in 25 Ländern.

Nach Angaben der IG Metall gebe es neben Fiat und dem Autozulieferer Magna noch eine Reihe anderer möglicher Investoren. "Es gibt weitere vielversprechende Interessenten", sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Namen könne er aus Rücksicht auf die potenziellen Investoren nicht nennen. Es wäre jedoch falsch, sich jetzt unter Zeitdruck zu setzen und sich für jeden zu öffnen, "der daher kommt." Bei der Investorensuche müsse ein Zukunftskonzept für Opel herauskommen, an dem sich die Arbeitnehmer beteiligten. Dazu gehöre eine Bestandsgarantie für Opel als Technologiekonzern sowie der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt, sprach sich erneut gegen einen Einstieg von Fiat aus. "Zwei kranke Mütter, das hält das stärkste Unternehmen nicht aus", sagte er mit Blick auf die Probleme bei GM und dem italienischen Autobauer. Mit Fiat gebe es nur Synergieeffekte, wenn Arbeitsplätze abgebaut würden. Es bestehe die Gefahr, dass Fiat mit den Bürgschaften der deutschen Steuerzahler seine Überkapazitäten abbaut.

Jeder Partner der Arbeitsplätze sichert ist willkommen

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat eine mögliche Übernahme von Opel durch den italienischen Automobilkonzern Fiat zurückhaltend bewertet. "Jeder potenzielle Partner, der bei Opel einsteigt und dadurch den Automobilstandort Eisenach und damit die Arbeitsplätze sichert, ist willkommen", sagte Althaus der "Berliner Zeitung". Das gelte auch für Fiat, "falls es zu einem Engagement kommt", so der Politiker weiter. Opel unterhält ein Werk in Eisenach, in dem der Kleinwagen Corsa gebaut wird.

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