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Opel-Krise

Regierung denkt an Zwischenfinanzierung für Opel

Opel Werk Bochum Foto: Hersteller 144 Bilder

Die Bundesregierung denkt angesichts der langwierigen Neustrukturierung des deutschen Autobauers Opel über eine Zwischenfinanzierung nach. Eine Möglichkeit wäre, die Opel-Anteile aus dem General-Motors-Konzern treuhänderisch zu verwalten.

11.05.2009

Wie Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf seiner Reise in die Golfregion sagte, wäre eine Möglichkeit, die Opel-Anteile aus dem General-Motors-Konzern treuhänderisch zu verwalten, falls die US-Mutter in die Insolvenz ginge und eine Einigung mit möglichen Investoren noch länger dauern sollte. Sollte Opel in dieser Zeit Liquiditätsprobleme haben, könnte laut Regierungskreisen ein Bankenkonsortium - möglicherweise mit der staatseigenen KfW-Gruppe - Geld zuschießen. Bei seiner Reise in die Golfregion schlug Guttenberg (CSU) von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) viel Interesse an dem deutschen Automobilmarkt entgegen.

Vereinigte Arabischen Emirate zeigen Interesse

Ein Einstieg bei Opel wurde von den Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nicht ausgeschlossen. Zunächst müsste aber der Opel-Umbau erfolgreich abgeschlossen sein. Interesse zeigte die VAE am Sportwagenbauer Porsche. Der VAE-Staatsfonds umfasst nach Angaben aus Abu Dhabi 600 bis 700 Milliarden Euro.    

Guttenberg betonte, die Opel-Beschäftigten müssten sich darauf einstellen, dass eine Neuaufstellung des Rüsselsheimer Autobauers auf alle Fälle mit einem Kapazitäts- und damit einem Arbeitsplatzabbau verbunden sei.    

Der Minister sagte zu den Opel-Aussichten: "Ich will den deutschen Steuerzahler davor schützen, in eine ungewisse Zukunft von Opel investieren zu müssen und am Ende zum Spielball von GM und möglichen Investoren zu werden. Eine denkbare Lösung wäre, dass die europäischen Anteile von General Motors und alle weiteren Rechte von dem Anfang Juni drohenden Beginn eines Chapter 11-Verfahrens (Insolvenzverfahrens) in den USA an einem Treuhänder übereignet werden, bis es rechtsverbindliche Verträge mit einem privaten Investor gibt. Nur unter diesen Bedingungen bin ich bereit, darüber nachzudenken, möglicherweise mit Garantien oder Bürgschaften bei einer Brückenfinanzierung zu helfen."

Opel-Einstieg von Magna zusammen mit GAZ?

Aus Regierungskreisen hieß es, es sei nicht zu erwarten, dass die beiden Hauptinteressenten an Opel, der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der italienische Autokonzern Fiat in der Lage sind, noch bis Ende Mai ein tragfähiges Konzept vorzulegen. Nach Medienberichten könnte Magna zusammen mit dem russischen GAZ-Gruppe einsteigen. GAZ gilt aber selbst als finanziell angeschlagen und Magna leidet stark unter der Autokrise. Die russische Regierung will sich nach Worten von Ministerpräsident Wladimir Putin nicht in mögliche Gespräche zwischen Opel und GAZ einmischen. Ob es zur Zusammenarbeit der beiden Unternehmen komme, sei eine wirtschaftliche und keine politische Frage, sagte Putin in einem Interview für japanische Medien in Moskau.

Guttenberg sagte dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", es sei nicht auszuschließen, dass General Motors (GM) in den USA Anfang Juni Insolvenz anmelden müsse. Dies könne genau in jener Zeit sein, in der sich Interessenten mit GM über Opel einigen könnten. "Dann geht es darum, Vermögen von Opel vor den Zugriff der Gläubiger zu retten. Auf diesen Fall bereiten wir uns vor." 

GM informiert über den Stand der Sanierungspläne

Der ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern GM will an diesem Montag (11.5.) über den neuesten Stand seiner Sanierungspläne informieren. GM muss nach einem Ultimatum von US-Präsident Barack Obama bis Ende Mai einen erfolgversprechenden Rettungsplan vorlegen. Sonst droht wie beim Wettbewerber Chrysler die Insolvenz.    

Guttenberg ist am Samstag mit einer großen Wirtschaftsdelegation in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gereist. Weitere Station auf der dreitägigen Reise, bei der es vor allem um bilaterale Investitionen geht, ist Saudi-Arabien.    

Guttenberg: "So viele Standorte und Arbeitsplätze erhalten, wie irgend möglich"

Der Minister sagte zu Opel: "Wir setzen alles daran, für Opel so viele Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten, wie irgend möglich. Aber es wäre unredlich und würde die Mitarbeiter und ihre Familien weiter verunsichern, wenn man ihnen vorgaukelte, bei Opel könne alles so bleiben, wie es ist. Opel wird bei jeder denkbaren Lösung um einen Kapazitätsabbau ebenso schwer herumkommen wie der gesamte Rest der weltweiten Automobilindustrie. Und: Je stärker der Staat sich engagieren muss, desto stärker wird der Druck aus Brüssel, in erheblichem Umfang Kapazitäten abzubauen." Grundsätzlich verlangt die EU, dass bei solchen Rettungs- oder Umstrukturierungshilfen bis zu 30 Prozent. 

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