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Opel-Modellfamilie

Die Geschichte der Adoptivkinder

Opel Speedster/Lotus Elise Foto: Opel/Lotus 26 Bilder

Zehn Baureihen umfasst derzeit das Opel-Pkw-Angebot, doch nicht hinter jeder verbirgt sich ein lupenreiner Opel. Seit den frühen 90er-Jahren deckt die Marke Lücken im Portfolio mit Modellen anderer Hersteller ab, die in Deutschland unter dem Label Opel verkauft werden.

13.03.2009 Peter Wolkenstein

Was haben die grundverschiedenen Opel-Baureihen Agila, GT und Antara gemeinsam? Sie tragen zwar den Blitz als Logo im Kühlergrill, doch im Grunde sind es keine komplett eigenständigen Modelle.

Um Entwicklungskosten zu sparen, teilen sie sich nicht nur die technische Architektur mit markenfremden Baureihen, sondern auch Karosserie und Cockpit. Den Ingenieuren und Designern obliegt hierbei die schwierige Aufgabe, den Fremdling mit möglichst geringem Aufwand so zu modifizieren, dass aus ihm ein Opel wird – und die Kunden ihn auch als solchen akzeptieren.
 
Frontera als Isuzu-Abwandlung
 
Anfang der neunziger Jahre, als Geländewagen sich allmählich vom reinen Arbeitstier zur trendigen Limousinen-Alternative entwickelten, nutzte Opel die Ressourcen des Mutterkonzerns GM und brachte 1991 ein Modell der GM-Tochter Isuzu ohne große Änderungen als Opel Frontera auf den Markt. Mit Erfolg: In dem noch sehr kleinen Offroad-Segment wurde der robuste Frontera rasch zum Bestseller. 1992 schob Opel mit dem größeren Monterey auf Basis des Isuzu Trooper einen weiteren Geländewagen nach. Von dem später aufkommenden SUV-Boom konnte Opel mit diesen Modellen jedoch kaum profitieren. Frontera (bis 2003) und  Monterey (bis 1999) blieben bis zum jeweiligen Produktionsende klassische Offroader, die auf der Straße nur wenig Komfort und Agilität boten. Moderne Nachfolger blieben aus.

Mit seinem ersten SUV moderner Prägung ließ sich Opel dagegen viel Zeit. Der Antara, seit Anfang 2007 auf dem Markt, wurde zusammen mit GM Daewoo entwickelt und rollt mit seinem Schwestermodell Chevrolet Captiva in Korea vom Band. Trotz seines markentypischen Designs kann der Antara seine Verwandtschaft mit dem etwas längeren Captiva kaum verleugnen. Und obwohl er knapp ein Jahr vor dem VW Tiguan als erster Kompakt-SUV einer deutschen Marke (neben dem deutlich teureren BMW X3) auf den Markt kam, konnte er diesen Vorteil nicht in Verkaufserfolge ummünzen.
 
Sintra mit schlechter Crash-Sicherheit
 
Auch im Van-Segment stieg Opel frühzeitig mit einem Derivat der Konzernmutter GM ein. Der 1996 präsentierte Sintra basierte auf dem nahezu baugleichen Pontiac Tran Sport und konkurrierte in dieser damals noch jungen Fahrzeugklasse mit VW Sharan und Renault Espace. Nach nur drei Jahren verschwand er jedoch bereits wieder ohne ähnlich dimensioniertem Nachfolger vom Markt – Crashtests deckten bei dem Siebensitzer mit seitlichen Schiebetüren eklatante Schwächen auf. Statt dessen folgte 1999 mit dem unter Opel-Regie entwickelten Zafira der erste siebensitze Kompakt-Van.
 
Zwei Klassen tiefer setzt Opel nach wie vor auf Kooperation. Die Vorlage für den ersten, unterhalb des Corsa platzierten Microvan Agila (2000 bis 2007) lieferte der Suzuki Wagon R+. Die 2008 eingeführte, zweite Generation des kleinsten Opel gleicht wiederum dem Suzuki Splash wie ein Ei dem anderen. Dabei mangelt es den Ingenieuren in Rüsselsheim keineswegs an eigenen Ideen für einen Kleinstwagen. Doch attraktive Mini-Studien wie etwa der Maxx von 1995 oder der Trixx aus dem Jahr 2004 fanden nicht den Weg in die Serienproduktion.

Speedster mit Lotus-Genen

Für große Augen beim staunenden Publikum sorgte Opel 1999 auf dem Genfer Automobilsalon mit dem kompakten Mittelmotor-Sportwagen Speedster. Solch einen puristischen Roadster hatte von dieser Marke keiner erwartet. Unter der eigenständig geformten Kunststoffkarosserie steckte das Alu-Chassis des Lotus Elise, als Antrieb diente ein hauseigener 2,2-Liter-Ecotec-Vierzylinder mit 147 PS. Später folgte ein 200 PS starker Zweiliter-Turbo. Dank des geringen Gewichts von unter 900 Kilogramm beschleunigte der nur 3,79 Meter kurze Speedster bereits mit dem Saugmotor in weniger als sechs Sekunden von Null auf 100 km/h.

Der bis dato sportlichste Opel der Markengeschichte lief auch bei Lotus in Hethel vom Band. Allerdings blieb der Speedster (2000 und 2005) mit seiner kompromisslosen Art wie das britische Original ein ausgesprochenes Liebhaber-Objekt – die Alltagstauglichkeit eines Mazda MX-5 oder BMW Z4 konnte er nicht bieten. Ein direkter Nachfolger wurde den Fans verwehrt, doch seit 2007 beflügelt wieder ein Roadster mit der traditionsbehafteten Bezeichnung GT die Emotionen der Opel-Gemeinde.

Mit dem Klassiker aus den sechziger Jahren verbindet den aktuellen Zweisitzer aber nicht viel mehr als der Name. Der moderne Frontmotor-GT entsteht zusammen mit dem weitgehend baugleichen Saturn Sky und dem Pontiac Solstice in den USA. Ein aufgeladenen Zweiliter-Vierzylinder mit 264 PS garantiert in Verbindung mit kompakten Abmessungen und angetriebenen Hinterrädern eine Menge Fahrspaß.

Ampera auf Volt-Basis ab 2011


Das nächste Modell mit fremden Genen steckt bereits in der Pipeline – und ist für Opel möglicherweise wichtiger als alle adoptierten Autos zuvor. Mit dem jüngst präsentierten Ampera will Opel künftig eine führende Rolle beim Thema Elektroauto spielen. Ab Ende 2011 soll der 4,40 Meter lange Viertürer mit 111 PS starkem Elektromotor in Produktion gehen. Für bis zu 60 Kilometer reicht die Energie der 16 kWh fassende Litihium-Ionen-Batterie. Ein kleiner, als Generator dienender Verbrennungsmotor erhöht die Reichweite bei Bedarf auf bis zu 500 Kilometer.

Allerdings wird der Ampera nicht das erste Großserien-Auto dieser Art auf dem Markt sein. Der bis auf wenige Designänderungen identische Chevrolet Volt geht vorher an den Start.

Hier geht's zum großen Opel-Special bei Motor Klassik

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