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Neues Abfindungsprogramm in Arbeit

Opel Logo poliert Foto: dpa 17 Bilder

Der Bochumer Opel-Betriebsratchef Rainer Einenkel spricht mit
auto-motor-und-sport-Redakteur Harald Hamprecht über weitere drohende Produktionspausen und ein neues Abfindungsprogramm.

24.10.2008 Harald Hamprecht

Herr Einenkel, wie lange werden die Bänder in Bochum stillstehen?
Einenkel: Wir überprüfen die Situation jetzt nicht mehr einmal im Monat, sondern wöchentlich, um keine zu großen Halden beim Handel aufzubauen. Genau  Produktionsplanungen liegen noch nicht vor, aber es besteht durchaus die Gefahr, dass wir in Bochum ab Ende November für weitere zwei Wochen das  Werk dicht machen und vielleicht auch in der Woche vor Weihnachten, sprich  das dieses Jahr nicht mehr viel produziert wird. Das ist ein Wechselbad der  Gefühle für die Belegschaft. Betroffen ist hier aber nicht nur Bochum, auch in  allen anderen GM-Werken gibt es gerade Produktionspausen. Und in Bochum  sind wir noch in einer glücklichen Lage.

Inwiefern?
Einenkel: In Bochum haben wir eine Korridorvereinbarung: Wir könnten notfalls 48 Monate lang die Arbeitszeit flexibel gestalten - um den Mittelwert einer 35 h-Woche herum. Die Betriebsruhe haben wir jedenfalls die nächsten 14 Tage in allen europäischen Werken - mit der Ausnahme unseres Stammwerks Rüsselsheim, das in der glücklichen Lage ist, dass alle Mitarbeiter für den  Anlauf unseres neuen Insignia gebraucht werden.

Droht ein weiterer Arbeitsplatzabbau in Deutschland?
Einenkel: Die Konzernführung hält sich an den Standortsicherungsvertrag, der  betriebsbedingte Kündigungen bis 2016 ausschließt. Allerdings ist gerade im Gespräch, dass wir in Deutschland ein neues Abfindungsprogramm auflegen. Allein in Bochum könnten aufgrund der Produktivitätsverbesserungen 100 bis 150 Kollegen entbehrt werden - allerdings nur auf freiwilliger Basis. Ich erwarte hier in den nächsten Tagen eine Entscheidung. Hier spricht aber nicht nur unsere Europazentrale in Zürich ein Wörtchen mit, sondern auch die Konzernzentrale in Detroit, denn bei solchen Abfindungsprogrammen geht es immer um beachtliche Summen, die der Konzern in die Hand nehmen muss.

Ist die sogenannte Katastrophenklausel in den deutschen Standortsicherungsverträgen eine Gefahr?
Einenkel: Nein, diese Klausel gibt es seit 1992, seitdem derartige Verträge abgeschlossen worden sind. Ein elementarer Bestandteil dieser Klausel ist, dass im Worst Case-Szenario, wenn also die Märkte und damit die Geschäftsgrundlage nachhaltig wegbrechen, "einvernehmliche Lösungen mit den Betriebsrat" nach Betriebsverfassungsgesetz gefunden werden müssen. Hier sehe ich also keine Gefahr.

Aus Konzernkreisen wird verlautet, dass zudem an ein neues Altersteilzeitprogramm für die Jahrgänge bis 1956 gedacht wird?
Einenkel: Nein, das wäre schlicht zu teuer. Denn nur die Jahrgänge bis 1954 werden vom Gesetzgeber für Vorruhestandsprogramme vorgesehen. Alle jüngeren Jahrgänge müssten vom Arbeitgeber voll finanziert werden. Das letzte Vorruhestandsprogramm bei Opel, für das man sich bis Ende 2007 anmelden musste, umfasste bereits die Jahrgänge bis 1954. Zu diesen Konditionen werden wir derzeit bestimmt kein neues Altersteilzeit-Programm auflegen können. Das ist bei der aktuellen Finanzlage von GM nicht vorstellbar.

Wie stehen Sie zur denkbaren Fusion zwischen GM und Chysler?
Einenkel: Für Europa erwarte ich keine großen Auswirkungen. Für unsere US-Kollegen - bei Chrysler und GM - wäre es aber eine bittere Entscheidung. Denn der einzige interessante Wert ist die Marke Jeep und die Chrysler-Minivans, alle anderen Segmente haben wir bei GM selbst belegt. Das riecht förmlich nach Werksschließungen und weiteren zehntausenden Entlassungen.


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