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Opel wehrt sich gegen Insolvenz-Spekulation

Foto: dpa

Opel-Aufsichtsratvize Klaus Franz tritt den Spekulationen einer drohenden Zahlungsunfähigkeit energisch entgegen und erklärte, wie wichtig der Autohersteller für den deutschen Mittelstand ist. Ein Rettungsplan soll die drohende Pleite abwenden und nötige Staatshilfen ermöglichen.

22.02.2009

Mit dem Plan würde Opel eine zentrale Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zahlreichen anderen Politikern erfüllen, die die Unterstützung des Staates von einem Sanierungskonzept abhängig gemacht hatten.

Momentan sei das Unternehmen zahlungsfähig

Opel-Konzernbetriebsratschef Klaus Franz kritisierte Mutmaßungen über eine angeblich drohende Insolvenz scharf. "Derzeitige Spekulationen und Unterstellungen über die Zahlungsfähigkeit von Opel verunsichern Kunden, Händler, Zulieferer und nicht zuletzt die Beschäftigten von Opel", erklärte er am Sonntag (22.2.). Das gefährde Gespräche über eine staatliche Bürgschaft.

Zum Inhalt des Rettungsplanes für den Autobauer wurden zunächst keine Details bekannt. Sie sollen nach den Angaben zuerst dem Bürgschaftsausschuss von Bund und Ländern präsentiert werden, ehe sie der Öffentlichkeit vorgestellt würden. Zu dem Medienbericht, nach dem die Tochter des ums Überleben kämpfenden US-Autokonzerns General Motors bereits im Mai oder Juni zahlungsunfähig sein könnte, äußerte sich Klaas nicht. Momentan sei das Unternehmen zahlungsfähig.

Uns kann nichts mehr überraschen

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel bezeichnete Berichte über ein möglicherweise bevorstehendes Aus als "wirtschaftspolitische Geisterfahrt". Der Betriebsrat sei derzeit permanent in Gesprächen über die Zukunft von Opel . Diese würden auch in der kommenden Woche fortgesetzt. "Wir sind Unruhe gewohnt. Uns kann nichts mehr überraschen", sagte Einenkel am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte eine enge Abstimmung zwischen Deutschland und den USA im Fall Opel an. Er habe mit US-Finanzminister Timothy Geithner die Gründung einer informellen Arbeitsgruppe vereinbart, in der man sich über das weitere Vorgehen austauschen wolle, sagte er in der ARD. SPD-Chef Franz Müntefering äußerte sich zurückhaltend zu staatlichen Finanzhilfen. Man wolle denen helfen, die aufgrund der gegenwärtigen Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten seien.

Medienberichte über die drohende Zahlungsunfähigkeit wollte auch die Bundesregierung am Wochenende nicht bestätigen. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums verwies auf Anfrage auf vertrauliche Beratungen im Bürgschaftsausschuss. Es liege aber noch kein Konzept vor, das eine Beurteilung ermögliche, ob und welche Hilfen möglich und nötig seien. Opel hat bundesweit vier Werke in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach.

Opel soll nicht Opfer des Desasters von GM in den USA werden

Die von Opel angestrebte Staatsbürgschaft soll nach Informationen aus Konzernkreisen ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro haben. Konzernbetriebsratschef Franz unterstrich, dass nach rund 80 Jahren als hundertprozentige GM-Tochter die Chance bestehe, dass Opel "erstmals eigenständig operieren könnte und nicht Opfer des Desasters von GM in den USA wird".

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs hatte davor gewarnt, Opel mit Staatsbürgschaften vor der Pleite zu retten. "Das Geld wandert sofort in die USA, dem können wir nicht zustimmen", sagte er am Samstag der "Berliner Zeitung": "Eine Insolvenz von Opel wird nicht zu vermeiden sein." Auch der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, lehnte eine Opel-Rettung mit Staatshilfen ab. "Opel wird auf Dauer nicht in der Lage sein, profitabel zu arbeiten", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Der Staat darf dort helfen, wo es langfristig funktionierende Geschäftsmodelle gibt."

Franz warf Fuchs und anderen Politikern vor, gegen den deutschen Mittelstand zu argumentieren. Denn Opel mache jährlich allein in Deutschland mit mehr als 700 mittelständischen Unternehmen über fünf Milliarden Euro Umsatz: "Der Wegfall dieser Umsätze hätte fatale Folgen für die mittelständischen Zulieferbetriebe."

Opel kommt nicht ohne GM-Beteiligung aus

Unterdessen wollen sich europäische Opel-Händler mit mehreren Hundert Millionen Euro an dem Autobauer beteiligen. Der Vorsitzende der europäischen Opel-Händler-Vereinigung EURODA, Jaap Timmer, sagte dem ZDF-Wirtschaftsmagazin Wiso: "Wir werden darüber übermorgen (Dienstag) in Rüsselsheim auch mit dem Gesamtbetriebsrat reden." Die finanzielle Beteiligung sei zwar schwierig, aber zu schaffen. Auch zusammen mit General Motors könne der Erhalt von Opel gelingen, sagte er: "Ich glaube, Opel kommt nicht ohne GM-Beteiligung aus. Aus historischen Gründen, aber auch für die Entwicklung neuer Modelle braucht man GM."

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