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Opel/Saab

GM will bis zu 5.900 Arbeitsplätze abbauen

GM Logo Foto: GM

General Motors Europe will noch in diesem Jahr seine westeuropäische Produktion deutlich verschlanken, um seinen Gewinn zu verbessern.

10.03.2008 Harald Hamprecht

Wie auto-motor-und-sport.de aus Konzernkreisen erfahren hat, sollen zwischen 3.000 und 5.900 Arbeitsplätze über Abfindungen und Auslagerungen abgebaut werden. Derzeit beschäftigt GM Europe 55.700 Mitarbeiter.

Auch deutsches Werk betroffen

Betroffen sind vor allem die Opel-Werke in Belgien, Deutschland, England und Spanien sowie das schwedische Saab-Werk in Trollhättan.

"Das Management hat uns einen drastischen Personalabbau-Katalog vorgelegt, den wir derzeit prüfen und grundsätzlich in Frage stellen", betonte Rainer Einenkel, Betriebsratschef von Opel Bochum. Neben dem bereits bekannten Personalabbau in Bochum und in Antwerpen will GM Europe bis zu 900 Arbeitsplätze in Spanien auslagern, weitere 500 Stellen im britischen Ellemesmere Port. Auch das Stammwerk Rüsselsheim soll vom Personalabbau betroffen sein.

"Sozialverträglicher Stellenabbau"

Ein GM Europe-Sprecher bestätigte die laufenden Verhandlungen: "Um im globalen Wettbewerb die Nase vorn zu behalten, arbeiten wir ständig an der Verbesserung der Produktivität unserer Werke. Mit unseren Arbeitnehmervertretern sind wir derzeit im Gespräch über eine Reihe von Initiativen zur weiteren Steigerung der Effizienz unserer Werke in Europa, die wir in diesem Jahr durchführen wollen. Ein neues Restrukturierungsprogramm ist nicht geplant. Wenn Stellen durch Produktivitätsverbesserungen entfallen, wird dies in jedem Fall sozialverträglich geschehen, so wie in der Vergangenheit auch."

Ein Teil des diesjährigen Stellenabbaus wurde schon im vergangenen Jahr einvernehmlich mit dem Betriebsrat vereinbart, darunter rund 1.300 Arbeitsplätze im belgischen Werk Antwerpen. Verhandlungsführer seitens der Europa-Zentrale von General Motors ist Produktionschef Eric Stevens, seitens der Arbeitnehmervertretung Gesamtbetriebsratchef Klaus Franz.


Werk Bochum: 900 Jobs betroffen

Betriebsrat Einenkel hofft, den Arbeitsplatzabbau in Bochum so gering wie möglich zu halten: "Dank unseres Zukunftsvertrags sind betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bis Ende 2010 ausgeschlossen", betonte Betriebsratschef Einenkel. "In Bochum steht der Abbau von rund 900 Arbeitsplätzen zur Diskussion, davon 450 über Auslagerungen und 450 über Abfindungen. Hier kommt aber kein Kollege unter die Räder. Wir hoffen, die Zahlen über kluge Lösungen deutlich reduzieren zu können." Aufgrund des boomenden Geschäfts von Opel in Osteuropa sei Bochum vorerst ausgelastet. Einenkel: "Seit zwei Wochen fahren wir zusätzliche Schichten am Wochenende. Bis zu den Sommerferien wollen wir zwölf Zusatzschichten fahren." Auch die Auslagerung von 75 Mitarbeitern im Bochumer Powertrain-Bereich sei vorerst vom Tisch."Wir haben hier zusätzliche Produktionsaufträge für Chevrolet-Getriebe bekommen", freut sich Einenkel.

Gleichzeitig werde es auch Einstellungen geben. "Unsere Marken Opel, Chevrolet und Saab sind in Europa auf Wachstumskurs. Deshalb suchen wir aktuell für das Internationale Technische Entwicklungszentrum in Rüsselsheim und unser Europäisches Designzentrum, das seinen Sitz ebenfalls in Rüsselsheim hat, insgesamt 300 Ingenieure und Designer. Für das neue Entwicklungszentrum von GM Powertrain Europe in Turin suchen wir zweihundertfünfzig Ingenieure", so der Sprecher. Zusätzliche Einstellungen dürften im polnischen Werk Gliwice und im russischen Werk St. Petersburg anstehen. Genau Zahlen stehen hier aber noch nicht fest, heißt es aus Konzernkreisen.

Mit der neuen Verschlankung seiner westeuropäischen Produktion will GM seine Rendite aufbessern. 2007 war der Gewinn vor Steuern von GM Europe von 357 auf 55 Millionen Dollar zurückgegangen, gleichzeitig hatte die Konzernmutter GM 2007 aufgrund hoher Abschreibungen einen Rekordverlust von 38,7 Milliarden Dollar ausgewiesen.

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