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Opel-Sanierung

Alle Bieter müssen Angebote nachbessern

Foto: dpa

In Berlin kam am Montag (25.5.) erneut eine Ministerrunde zusammen, um über die Zukunft des deutschen Autobauers Opel zu beraten. Es gibt drei Angebote für eine Opel-Übernahme. Dabei wurden dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna die besten Chancen eingeräumt.

25.05.2009

Die beiden anderen Wettbewerber sind der italienische Autobauer Fiat und der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hält alle drei Angebote für noch nicht ausreichend.

Magna gilt als Favorit

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hat sich die Bundesregierung unmittelbar vor den Beratungen erneut mit dem Management von Magna getroffen. An dem Gespräch am Sonntagabend im Kanzleramt habe neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Magna-Spitze auch zu Guttenberg teilgenommen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollte bei dem Treffen ausgelotet werden, ob Magna zu weiteren Zugeständnissen für einen Einstieg beim angeschlagenen Autobauer bereit ist.

Wie die Zeitung weiter meldet, gilt Magna innerhalb der Bundesregierung noch immer als Favorit für einen Opel-Einstieg. Sollte der Autozulieferer sein Angebot nicht nachbessern, werde als zweite Option die geordnete Insolvenz favorisiert. Aus Unternehmenskreisen hieß es allerdings, Magna sei kompromissbereit und offen für weitere Nachbesserungen.

Entscheidung bei GM erwartet

Auch mit Fiat will zu Guttenberg nach dem "Bild"-Bericht weiter engen Kontakt halten. Am Dienstag komme Fiat-Chef Sergio Marchionne erneut zu Gesprächen mit dem Wirtschaftsminister nach Berlin. Fiat hatte sein Angebot bereits am Wochenende nachgebessert. Unter anderem verlangen die Italiener im Falle eines Zusammenschlusses mit Opel statt sieben Milliarden Euro Staatsgarantien jetzt nur noch sechs Milliarden Euro.

In dieser Woche werden entscheidende Weichenstellungen für den deutschen Autobauer erwartet, da sich auch die Zukunft seines amerikanischen Mutterkonzerns General Motors (GM) klären soll. US-Präsident Barack Obama sieht die Zukunft des Konzerns inzwischen
offenbar etwas zuversichtlicher. Nachdem die US-Regierung GM weitere Milliarden zufließen ließ, lieg jetzt das staatliche Engagement bei mehr als 19 Milliarden US-Dollar (rund 15 Milliarden Euro).

Streit in der großen Koalition

Unmittelbar vor der Entscheidung im Übernahme-Rennen ist in der großen Koalition ein offener Streit ausgebrochen. Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) ging dabei auf Distanz zum Wirtschaftsminister, der eine Insolvenz des Autobauers als denkbare Lösung untermauert hatte. Steinmeier sagte: "Ich rate allen, endlich mit dem Gerede über eine
Insolvenz von Opel aufzuhören."

Der Wirtschaftsminister griff seinerseits Steinmeier an. "Wer jetzt eine geordnete Insolvenz als eine Option ausschließt, gefährdet nicht nur das Geld der Steuerzahler, sondern schwächt auch Verhandlungspositionen", sagte Guttenberg dem "Hamburger Abendblatt". Guttenberg betonte: "Auch mir geht es darum, so viele Standorte und Arbeitsplätze wie irgend möglich bei Opel zu erhalten und eine Insolvenz zu vermeiden. Das kann aber nicht heißen, dass wir uns in unübersehbare Risiken stürzen, für die später die Steuerzahler geradestehen müssen."

Kein Angebot kommt zwingend zum Zug

Guttenberg hält die Angebote bislang für unzureichend. Der Minister sagte "Bild am Sonntag", drei Angebote lägen vor, "das bedeutet aber nicht, dass eines davon automatisch und zwingend zum Tragen kommt. Zuvor müssen wir eine hohe Sicherheit dafür haben, dass die erheblichen Steuermittel, die wir dafür einsetzen müssen, nicht verloren gehen. Diese Sicherheit gewährleistet bislang aus meiner Sicht noch keines der drei Angebote in ausreichender Weise."

Die Konsequenzen sind für den Minister klar: "Bliebe es bei diesen Defiziten, wäre eine geordnete Insolvenz die klar bessere Lösung - auch sie könnte Chancen für die Zukunft Opels eröffnen", sagte Guttenberg.

Steinmeier sprach unterdessen nach Informationen von "Spiegel Online" mit dem Chef des Opel-Mutterkonzerns GM, Fritz Henderson, über die vorliegenden Konzepte. Es habe ein ausführliches Telefonat am Samstag gegeben. Laut "Spiegel Online" will Steinmeier den Wirtschaftsminister unter Druck setzen. Dieser müsse das Modell der staatlichen Brückenfinanzierung "endlich festklopfen". Jetzt komme es vor allem darauf an, Arbeitsplätze langfristig zu sichern, hieß es.

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