Opel-Sanierung: Carl-Peter Forster verlässt Opel

Carl-Peter Forster muss nach seinen harten Kritik an GM gehen.

Nach der überraschenden Absage des Opel-Verkaufs verliert General Motors Europe seinen Chef. Carl-Peter Forster (55) verlässt nach dpa-Informationen den Konzern. Er hatte die Kehrtwende des Opel-Mutterkonzerns scharf kritisiert.

Der Mutterkonzern General Motors (GM) hatte bereits angekündigt, das Opel-Management rasch umbilden zu wollen. "Binnen Tagen oder Wochen" wolle man ein neues Führungsteam für Opel/Vauxhall zusammenstellen, sagte Henderson in Detroit einem Interview mit Journalisten, das auf der GM-Webseite veröffentlicht wurde.

Forster kritisierte GM

Amtsinhaber Forster (55) galt in Detroit dabei als nicht mehr haltbar. Der frühere Opel-Chef hatte sich vehement für einen Einstieg von Magna ausgesprochen und galt als designierter neuer Spitzenmanager von "NewOpel". Die Entscheidung von GM, Opel doch zu behalten, hatte er ungewöhnlich scharf kritisiert.
 
Nach einem Bericht von "Spiegel Online" vom Freitag liebäugelt GM bereits mit dem US-Manager Nick Reilly als Forsters Nachfolger. Reilly, der bislang für das Asiengeschäft und die Billigmarke Chevrolet verantwortlich war, solle Opel sanieren. Nach dpa-Informationen wird voraussichtlich auch der bisherige Opel-Chef Hans Demant das Unternehmen nicht mehr führen.
 
Forster hatte von 2001 bis 2004 an der Spitze von Opel gestanden. Danach war er nach Zürich als Chef von General Motors Europe gewechselt, wozu auch Opel gehört. Der Weggang von Forster wurde offiziell nicht bestätigt. Der Autobauer kündigte aber an, dass in den kommenden Tagen Gespräche mit allen Beteiligten beginnen würden. "Die Adam Opel GmbH wird dann zu gegebener Zeit gemeinsam mit General Motors Stellung nehmen."

Dirk Pfeil muss die Opel-Treuhand verlassen

Neben Forster gibt es noch weitere personelle Konsequenzen. Der Ländervertreter in der Opel-Treuhand, Dirk Pfeil, muss das Gremium verlassen. Nach dpa-Informationen berufen die vier Bundesländer mit Opel-Standorten das FDP-Mitglied ab. Grund sei ein kompletter Vertrauensverlust in Pfeil. Pfeil habe sich abfällig über das Verhalten von Politikern in den Verhandlungen zum Opel-Verkauf geäußert. Sein Nachfolger solle der nordrhein-westfälische Wirtschaftsstaatssekretär Jens Baganz (CDU) werden.
 
Die Treuhand hatte im Mai unmittelbar vor der Insolvenz der Opel-Mutter General Motors (GM) 65 Prozent an der Adam Opel GmbH übernommen. Die verbleibenden 35 Prozent an dem Unternehmen hält GM bis heute. Knapp ein halbes Jahr nach der Gründung steht das Gremium nun vor seiner Auflösung. Mit dem Verzicht von GM auf den Teilverkauf seiner europäischen Tochter hat sich die vorrangige Aufgabe des Gremiums mit Sitz in Frankfurt erledigt, nämlich die Verhandlungen mit möglichen Investoren zu überwachen.
 
Der Insolvenzexperte Pfeil hatte sich seinerzeit bei der Abstimmung über den Verkauf an Magna im Beirat der Opel-Treuhand der Stimme enthalten.

Auch der ehemalige Continental-Chef Manfred Wennemer zieht sich nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) aus der Opel-Treuhand zurück. "Ich habe in einem Brief an Wirtschaftsminister Brüderle am Samstag meinen Rücktritt erklärt", sagte Wennemer der Zeitung. "Der wirtschaftliche Sachverstand spielt in der Treuhand keine Rolle mehr, das wird nun ein rein politisches Gremium. Dazu kann ich keinen Beitrag leisten" erklärte er zur Begründung.

GM lässt Opel-Verkauf platzen
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dpa/uba

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