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Opel-Sanierung

Deutschland will Entscheidung im Fall Opel

Opel Logo Stopp Foto: dpa 144 Bilder

In der Hängepartie um Opel erwartet die deutsche Politik vom früheren Mutterkonzern General Motor (GM) endlich Klarheit: Am Dienstag und Mittwoch soll der GM-Verwaltungsrat in Detroit tagen. Angeblich will sich das Gremium dafür aussprechen,
Opel nun doch zu behalten.

07.09.2009

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte jedoch der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Bundesregierung habe dafür keine Hinweise. Politik und Gewerkschaften bekräftigten ihre Präferenz für den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna als Käufer und forderten GM auf, endlich eine Entscheidung zu treffen. Auch der belgische Investor RHJI buhlt nach wie vor um Opel.

US-Regierung nimmt keinen Einfluss

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte, die US-Regierung als GM-Haupteigner habe die Entscheidung über Opel "ziemlich klar" in die Hände des Verwaltungsrates gelegt. Steinbrück sprach nach eigenen Angaben am Wochenende am Rande des Treffens der G20-Finanzminister in London mit dem US-Finanzminister Timothy Geithner über Opel. "Ich habe ihm die Haltung der Bundesregierung klar gemacht und auch deutlich gemacht, dass wir großen Wert darauf legen, dass das derzeitige Vakuum mit Entscheidungen gefüllt wird", sagte er. Sein Eindruck sei, dass es keine große politische Einflussnahme gebe.

Wirtschaftsminister Karl-Theordor zu Guttenberg sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", er erwarte vom Verwaltungsrat eine klare Entscheidung über den Verkauf. Er bekräftigte, die Bundesregierung habe nur für den Fall, dass Magna den Zuschlag bekomme, Zusagen über Staatshilfen gemacht. Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte von GM eine "schnelle und klare Entscheidung" über die Zukunft von Opel. Opel-Aufsichtsrat Armin Schild forderte Klarheit bis zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA), die am 17. September beginnt. Neben dem Bund hatten sich auch die vier Bundesländer mit Opel-Standorten und der Opel-Betriebsrat für Magna ausgesprochen. Auch GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster bevorzugt diese Variante.

GM fürchtet Russland

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" will der US-Konzern verhindern, dass eigene Technologie nach Russland abfließen könnte. Den Amerikanern bereite an dem Magna-Konzept Sorgen, dass die russische Sberbank und der ebenfalls russische Autobauer Gaz
beteiligt sind. GM wolle verhindern, dass in Russland in den kommenden Jahren ein neuer Wettbewerber entstehen könnte. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, GM wolle angeblich mehr als eine Milliarde Dollar in den deutschen Autohersteller investieren.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sprach von sechs Milliarden Euro, die für die Restrukturierung von Opel/Vauxhall und neue Modelle notwendig seien. Analyst Aleksej Wunrau von der BHF Bank sagte der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX, die Summe könnte bei einem Verbleib von Opel im Konzern wesentlich geringer ausfallen: "Da geht die Tendenz eher in Richtung zwei bis drei Milliarden Euro."

Experten: Opel-Sanierung für GM zu teuer

Der Automarktexperte Stefan Bratzel schloss im Magazin "Focus" nicht aus, dass GM seine europäische Tochter Opel behält. Eine Investition von einer Milliarde Euro reiche dann aber "definitiv nicht". Für die nächsten drei bis fünf Jahre benötige Opel zwischen fünf und zehn Milliarden Euro. Aus Sicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen wäre die Zukunft von Opel im Falle eines Verbleibs bei GM massiv gefährdet. Alle Anzeichen sprächen dafür, dass Opel dann entweder eine Insolvenz und schnelle Werksschließungen drohen oder "das langsame Sterben der Marke und der Standorte weitergeht".

Bliebe Opel bei GM, müssten die Amerikaner nach den Worten von Franz die deutsche Brückenfinanzierung von 1,5 Milliarden Euro sofort zurückzahlen. Nach Forsters Angaben reicht der staatliche Überbrückungskredit bis Januar.

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