Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Opel-Sanierung

Die fünf Rettungskonzepte für Opel

Opel Logo Foto: dpa 144 Bilder

Zur Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel gibt es verschiedene Konzepte. Angesichts der drohenden Insolvenz von Opel-Mutter General Motors (GM) stehen die Angebote der drei Interessenten Magna, Fiat und Ripplewood im Vordergrund.

27.05.2009

Mit der Beijing Automotive Industry Corp. (BAIC) hat sich nach Medienberichten überraschend auch ein chinesischer Interessent gemeldet. Notfalls wollen Arbeitnehmer und Händler von Opel eine eigene Offerte vorlegen. Die fünf Konzepte:

MAGNA: Der österreichisch-kanadischen Zulieferer will Opel mit russischer Hilfe zu einem Massenhersteller mit einer Jahresproduktion von bis zu fünf Millionen Autos formen, davon allein eine Million Opel für den russischen Markt. Magna strebt eine 20-prozentige Beteiligung an, jeweils 35 Prozent sollen GM und die russische Sberbank halten. Zudem sitzt der russische Hersteller Gaz als industrieller Partner im Boot. Zehn Prozent würde die Opel-Belegschaft halten. Das Magna-Konzept sieht den Abbau von 2.600 Arbeitsplätzen in Deutschland vor, davon die weitaus meisten in Bochum. Der Staat soll für mindestens 4,5 Milliarden Euro bürgen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will Magna zusätzliche 200 Millionen Euro über staatliche Bürgschaften finanzieren, weitere 500 Millionen sollen über Schuldtitel "vorrangig abgesichert" werden. Offen ist die Frage der Opel-Pensionsverpflichtungen.

FIAT: Der italienische Autobauer will mit dem GM-Europageschäft und einem Einstieg bei Chrysler zum zweitgrößten Autohersteller der Welt aufsteigen. Die GM-Marken Opel, Vauxhall und Saab sollen erhalten bleiben. Fiat verlangt 6 Milliarden Euro an Staatsgarantien und will dem Vernehmen nach keine eigenen Finanzmittel, sondern Unternehmenswerte einbringen. Im neuen Konzern Fiat/Opel sollen rund 10.000 Stellen abgebaut werden, davon weniger als 2.000 in Deutschland.

RIPPLEWOOD: Der US-Finanzinvestor will über seinen europäischen Ableger RHJ vorrangig als Finanzierer mitmischen. Das Konzept soll den Abbau von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen in Europa beinhalten. Nach Medien-Informationen verlangt RHJ Bürgschaften von bis zu rund fünf  Milliarden Euro. RHJ will Opel im GM-Verbund belassen, der US-Konzern solle aber nur einen Minderheitsanteil von bis zu 40 Prozent behalten, berichtet der "Tagesspiegel". Danach sollen auch die Mitarbeiter mit rund 10 Prozent beteiligt sein.

BAIC: Kurzfristig hat die Beijing Automotive Industry Corp. ein Angebot gemacht, berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Danach will Chinas fünftgrößter Autobauer bei den Rüsselsheimern einsteigen und auf einen Abbau von Stellen in Deutschland verzichten. Zumindest die ersten zwei Jahre soll es eine Bestandsgarantie für die deutschen Werke geben. Auch sollen die geforderten Staatsgarantien unter fünf Milliarden Euro liegen.

ARBEITNEHMER UND HÄNDLER: Die Beschäftigten des angeschlagenen Autobauers arbeiten an einer Notlösung. Sollte die Übernahme scheitern, wollen Arbeitnehmer und Händler von Opel eine gemeinsame Offerte vorlegen. Die Summe könnte nach Angaben der "Frankfurter
Allgemeinen Zeitung" bei 1,5 Milliarden Euro liegen. Davon entfielen eine Milliarde Euro auf einen Lohnverzicht der Beschäftigten und weitere 500 Millionen Euro auf einen Rettungsfonds, den die 4.000 Opel-Händler beschlossen haben. Die europäischen Opel-Händler streben einen Firmenanteil von zehn bis 15 Prozent an.

Wirtschaftforscher lehnen alle Angebote ab

Der Staat wird nach Einschätzung des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung im Fall Opel erpresst. "Die Interessenten wissen genau, dass wir uns im Bundestagswahlkampf befinden. In dieser Zeit ist es fast unmöglich für einen Politiker, ein Traditionsunternehmen wie Opel insolvent gehen zu lassen", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Mittwoch in einer Mitteilung. Sein Institut habe die Forderungen der verschiedenen Interessenten an den Staat analysiert. "Die Bundesregierung wird im Fall Opel erpresst", sagte Sinn.

Die Investoren forderten zwischen 198.000 und 296.000 Euro an staatlichen Garantien pro gesichertem Arbeitsplatz. Die Einrichtung eines neuen Arbeitsplatzes in der Automobilbranche koste aber nur 174.000 Euro." Man sollte die verfügbaren Gelder so verteilen, dass damit möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden, und nicht so, dass die Öffentlichkeitswirksamkeit der Politik maximiert wird", sagte Sinn.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Neuanfang von Opel sei die Begrenzung der Ansprüche der Altaktionäre und Gläubiger. Dazu sei eine Insolvenz notwendig. "Eine Rettung ohne Insolvenz ist eine Rettung des Altkapitals. Eine Rettung mit Insolvenz ist eine Rettung des Unternehmens und der Arbeitsplätze."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige