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Opel-Sanierung

Experten warnen vor Staatshilfen

Foto: dpa 144 Bilder

Angesichts der enormen Überkapazitäten europäischer Autohersteller warnen immer mehr Experten vor Staatshilfen für Opel. Wenn Bund und Länder die US-Mutter General Motors (GM) bei der Opel-Sanierung finanziell unterstützten, schwächten sie damit automatisch andere deutsche Hersteller.

18.11.2009

Das betonte Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer in einer Kurzanalyse. "Ein staatliches Hilfsprogramm für GM bedeutet, dass GM mit Steuergeldern den ruinösen Preiswettbewerb finanziert und Überkapazität nur unzureichend vom Markt nimmt."

Staatshilfen schieben die Probleme bei Opel nur auf

Ähnlich äußerte sich das frühere Mitglied des Opel-Treuhandbeirats, Manfred Wennemer, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Die Arbeitsplätze, die bei Opel mit Staatshilfe erhalten werden, müssen anderswo abgebaut werden." Der ehemalige Vorstandschef von Continental rechnet damit, dass GM aus Deutschland und anderen Ländern unterstützt wird und warnte vor den Folgen: "Statt jetzt die notwendigen Restrukturierungen vorzunehmen, wird alles auf die lange Bank geschoben. In ein oder zwei Jahren kommt das Thema der Werkschließungen dann wieder auf."
 
GM will rund 10.000 der 50.000 Arbeitsplätze bei Opel und Vauxhall in Europa abbauen, möglicherweise aber auch mehr: Der neue GM-Europachef Nick Reilly hatte am Dienstag in London gesagt, dass die Kapazität in Europa um 20 bis 25 Prozent gekürzt werden soll.

Weltweite Überkapazität liegt bei 45 Millionen Autos
 
Der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, bezifferte die weltweiten Überkapazitäten im laufenden Jahr auf 45 Millionen Einheiten: Von 90 Millionen neuen Autos könnten nach neusten Schätzungen 2009 nur die Hälfte verkauft werden, schrieb Lauk in einem Beitrag für die "Financial Times": "Es darf und kann nicht die Aufgabe des Steuerzahlers sein, diese Überkapazitäten zu subventionieren." Die Regierungen dürften sich von GM nicht erpressen lassen. Es mache keinen Sinn, mit immer neuen Staatsschulden verschuldete Unternehmen zu finanzieren.
 
Dudenhöffer beziffert die Produktionskapazitäten in West-Europa auf 14 Millionen Autos. "Da im Jahr 2009 lediglich 10,9 Millionen Pkw produziert werden, liegt eine Überkapazität von 3 Millionen Pkw vor." Diese Überkapazität werde auch in den Folgejahren bestehen. "Das bedeutet für die Autobauer einen fortgesetzten ruinösen Preiskampf, bei dem die Gewinnmargen der deutschen Autobauern VW, Ford, Audi, BMW und Mercedes stark unter Druck kommen werden."
 
Nach Dudenhöffers Angaben besitzt GM in Westeuropa derzeit eine Produktionskapazität für 1,5 Millionen Autos pro Jahr. Am Montag hatte GM mitgeteilt, in den ersten neun Monaten 963.000 Wagen der europäischen Marken verkauft zu haben nach 1,2 Millionen im Vergleichszeitraum 2008. Dudenhöffer sagte: "Staatliche Unterstützung sorgt damit dafür, dass Kapazitäten in deutlich zu geringem Ausmaß abgebaut werden." Damit bleibe das Angebot im westeuropäischen Automarkt deutlich zu hoch.

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