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Opel-Sanierung

Fiat und Magna drohen mit Rückzug

Foto: dpa 144 Bilder

Nach Fiat droht angeblich auch der andere wichtige Opel-Interessent Magna mit einem Ausstieg aus den Verhandlungen. "Bild.de" berichtete am Freitag (29.5.): "Auch Magna steht kurz davor hinzuschmeißen."

29.05.2009

Vertreter von Magna und des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) bereiteten am Vormittag in Berlin das erneute Krisentreffen zu Opel im Kanzleramt vor. Wie "Bild.de" aus Verhandlungskreisen erfuhr, gibt es von GM immer neue Forderungen.


Immer neue GM-Forderungen verprellen Fiat

Der italienische Autobauer Fiat hatte mitgeteilt, nicht mehr an dem Krisentreffen am Nachmittag teilnehmen zu wollen. Die neuen Geldforderungen von GM "würden Fiat dazu zwingen, Opel finanziell zu unterstützen und sich damit unnötigen und irrationalen Risiken auszusetzen", gab Fiat-Chef Sergio Marchionne in einer Pressemitteilung bekannt.

Marchionne zeigte sich «überrascht und enttäuscht von den letzten Phasen der Verhandlungen». Fiat habe «keinen vollständigen Zugang zu finanziellen Schlüsselinformationen gehabt, um die Situation von Opel beurteilen und ein ernsthaftes Angebot vorlegen zu können, das den Bedürfnissen sowohl von GM als auch von Fiat gerecht» werde. Es sei in der Tat irrational anzunehmen, dass Fiat den angeschlagenen Autobauer finanzieren könne, solange dessen wirtschaftliche Situation nicht bekannt sei.

Dennoch bleibe Fiat aber offen, ein mögliches Übereinkommen mit GM und der Bundesregierung zu suchen und zu finden, auch wenn die Dringlichkeit der Situation den Konzern nicht dazu zwingen könne, unübliche Risiken zu übernehmen.    

Diese Entwicklung hatte sich bereits in der Nacht zum Donnerstag abgezeichnet, nachdem Magna auf die Nachforderungen von GM zunächst mit einer Offerte reagierte. Dies hatte auch bei der Unions-Seite positive Wirkung gezeigt.

Die Bundesregierung hatte erwartet, dass sich die US-Seite und die potenziellen Investoren Fiat und Magna bis 14:00 Uhr über den Finanzbedarf und die Absicherung einigen.

Bundesregierung noch ohne Entscheidung

Die Bundesregierung traf unterdessen noch keine Vorentscheidung über mögliche staatliche Unterstützung für Opel. Alle Optionen müssten offengehalten werden, sagten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nach Teilnehmerangaben in einer Sondersitzung der Unions-Fraktion.

Debattiert wurde laut Teilnehmern über die Frage nach staatlicher Überbrückung oder möglicher Insolvenz. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) und andere wiesen darauf hin, dass eine Insolvenz keine Pleite bedeuten müsse. Guttenberg erhielt deutlichen Rückhalt für diese Position einer "Planinsolvenz".

Wirtschaftsweiser plädiert für Insolvenz

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hat eine Insolvenz als beste Lösung für den angeschlagenen Autobauer Opel bezeichnet. "Der Konzern müsste nur noch einen Teil seiner
Schulden zurückzahlen", sagte er der "Bild". Wenn Opel ein gut aufgestelltes Unternehmen sei, werde ein Insolvenzverwalter einen Investor finden. Eine Insolvenz bedeute nicht, dass die Beschäftigten am nächsten Tag auf der Straße ständen, unterstrich er. "Letztlich entscheiden immer die Käufer über die Zukunft eines Autoherstellers".

Koch sieht für Opel 50:50-Chance

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat die Chance auf eine europäische Opel-Lösung auf "fifty-fifty" eingeschätzt. Niemand solle von einem besseren Wert ausgehen, sagte er am Freitag in Frankfurt vor dem erneuten Opel-Gipfel in Berlin. "Wir warten auf ein Signal aus den USA." Der Ausstieg von Fiat sei zumindest besser für die Übersichtlichkeit der schwierigen Verhandlungen, meinte Koch. Das Unternehmen habe wohl eingesehen, dass es die zahlreichen offenen Fragen zu seinem Konzept nicht auf die Schnelle klären könne.

Bund und Länder erwarteten weiterhin Absichtserklärungen sowohl der Opel-Mutter General Motors (GM) als auch der potenziellen Investoren. Kernfrage sei, ob die USA zustimmen, erst die europäische Frage vor der amerikanischen zu lösen. Die Amerikaner hätten sich das sicher umgekehrt vorgestellt. Die Lage könne sich aber jederzeit ändern.

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