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Opel-Sanierung

Opel geht an Magna - GM behält 35 Prozent

Foto: dpa 144 Bilder

Opel mit seinen mehr als 25.000 Mitarbeitern gehört künftig dem Autozulieferer Magna und russischen Investoren. Der bisherige Mutterkonzern General Motors (GM) beschloss die Trennung nach mehr als 80 Jahren.

10.09.2009

Magna will nach bisherigen Informationen rund 3.000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen, aber alle vier deutschen Opel-Standorte erhalten. Die Bundesregierung hatte in dem zehn Monate langen Poker zuletzt Unterstützung von 4,5 Milliarden Euro von einer Entscheidung für Magna abhängig gemacht.

General Motors behält 35 Prozent an Opel

GM verkauft an den österreichisch-kanadischen Zulieferer und dessen russischen Partner Sberbank 55 Prozent an Opel und behält 35 Prozent. Zehn Prozent soll die Belegschaft übernehmen. Magna und die Sberbank teilen sich 55 Prozent je zur Hälfte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hofft nun an einen Neuanfang bei Opel . GM akzeptiere die  Finanzierungsbedingungen. Sie glaube, dass alle Punkte in den Verhandlungen "beherrschbar" seien.  Die Bundesregierung hat für den Opel-Verkauf an ihren Wunschkandidaten Magna keine neuen Zugeständnisse an GM gemacht. Es gebe keine weitergehenden Verpflichtungen für den Steuerzahler, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen.

Neben dem Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro, der Opel seit Monaten über Wasser hält, wollen Bund und Länder dem Opel-Käufer Magna weitere drei Milliarden Euro Bürgschaften gewähren.

Keine öffentlichen Mittel nach Russland oder in die USA


Die öffentlichen Mittel für die neue Opel-Gesellschaft sollen nicht nach Russland oder in die USA fließen, betonte der Vorsitzende des Treuhand-Beirats, Fred Irwin. GM fordert jedoch, dass Opel weiterhin im globalen Produktentwicklungs- und Einkaufsverbund von GM integriert bleibt. "Dies ermöglicht es allen Seiten, vom Austausch von Technologie- und Entwicklungskapazitäten zu profitieren", betonte GM-Chef Fritz Henderson. Beispielsweise könnten Fahrzeuge wie das Elektroauto Ampera nur mit vereinten Kräften auf den Markt gebracht werden.

Nach Angaben von GM-Verhandlungsführer John Smith soll die verbindliche Vereinbarung mit Magna in zwei bis drei Wochen unterschriftsreif sein. Im Großen und Ganzen seien die Arbeiten bereits getan. Es seien noch vier kleinere Vereinbarungen auszuhandeln. Dabei gehe es um die Zusammenarbeit beim Einkauf und die technologische Nutzung. Auch mit der Bundesregierung müssten weitere Gespräche geführt werden.

GM entschied sich aus finanziellen Gründen

Die Opel-Treuhand, bei der der Mehrheitsanteil liegt, billigte umgehend das Geschäft. Das bedeute nicht, dass Opel gerettet sei, sagte der Treuhand-Vorsitzende Irwin. "Alle wissen, dass viel Arbeit vor uns liegt."  Nach Angaben aus Regierungskreisen entschied sich GM letztlich aus finanziellen Gründen für die Trennung von Opel. Eine Sanierung des deutschen Herstellers habe GM nicht stemmen können. Die US-Regierung habe nicht erlaubt, dass Geld aus den 50 Milliarden Dollar Staatshilfen in Europa verwendet würde.

Deutsche Werke nicht von Schließung betroffen

Während die Opel-Beschäftigten in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern nun eher aufatmen können, zittern die Briten um ihre zwei Werke. Magna habe der Regierung zwar zugesichert, die englischen Fabriken in Luton und Ellesmere Port weiterzubetreiben, sagte Wirtschaftsstaatsminister Pat McFadden der BBC. Es gebe aber keine zeitlichen Zusagen.
Magna selbst wollte die Entscheidung bis zum Abend nicht offiziell kommentieren.

Carl-Peter Forster neuer Spitzenmann bei "New Opel"

Der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster, der auch Europachef von GM ist und als neuer Spitzenmann von "New Opel" gehandelt wird, betonte: "Eine Zukunft mit Magna bedeutet in keiner Weise einen Bruch mit GM." Die Entwicklungsressourcen von Opel alleine reichten nicht aus, um auf dem hart umkämpften globalen Markt bestehen zu können.

Bundesaußenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zeigte sich zufrieden mit dem geplanten Verkauf von Opel an Magna. "Das ist ein guter Tag für Opel und für die Menschen bei Opel." Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nannte die Entscheidung des GM-Verwaltungsrates einen "entscheidenden Durchbruch".

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