Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Opel-Sanierung

GM will an Bundesregierung berichten

Opel Logo Foto: dpa 144 Bilder

Im Ringen um die Zukunft von Opel wird möglicherweise im Laufe dieses Donnerstags Klarheit herrschen: Nach einer zweitägigen Sitzung des GM-Verwaltungsrats, bei der auch über die Zukunft des deutschen Autobauers entschieden werden sollte, will der Chefunterhändler der Amerikaner in Kürze in Berlin die Bundesregierung unterrichten.

10.09.2009

Das berichtete das "Wall Street Journal" am Morgen online unter Berufung auf informierte Kreise.
 

Demnach ist am Nachmittag eine Pressekonferenz geplant, auf der Einzelheiten über den Verhandlungsstand bekanntgegeben werden sollen. Dies bestätigte am Morgen im ZDF Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz: Nach seinen Angaben ist gegen 14:00 oder 14:30 Uhr in Berlin eine Pressekonferenz angesetzt. Zu den Ergebnissen der Detroiter GM-Sitzung konnte Franz noch nichts sagen, dies sei derzeit "Kaffeesatzleserei". Von Seiten der Bundespresseamtes gab es am Morgen zunächst keine Bestätigung.
 
Neben einem Verkauf von Opel steht auch der Verbleib des Autobauers im US-Konzern, ein Verkauf an den Finanzinvestor RHJ International sowie eine Insolvenz zur Debatte. Wie das "Wall Street Journal" weiter berichtete, könnten bei einem Verbleib von Opel bei GM bis zu drei Opel-Werke geschlossen werden. Dabei handele es sich um die Standorte in Bochum und Antwerpen, auch das Opel-Werk im thüringischen Eisenach könnte geschlossen werden, sollte sich kein Käufer finden, hieß es.

Opel-Betriebsrat will Magna-Einstieg
 
Franz kündigte für den Fall, dass Opel nicht wie bisher auch von der Bundesregierung gewünscht an den Magna-Konzern verkauft wird, "entsprechende Proteste" an. So solle schon am Freitag das Werk Eisenach als "Symbol der Freiheit" mit einer Menschenkette "vor einem Zugriff" der Konzernmutter symbolisch geschützt werden. Außerdem werde der Betriebsrat dann seine Lohnzurückhaltung umgehend aufgeben.
 
Dem deutschen Favoriten Magna wurden vor der Sitzung kaum noch Chancen für eine Opel-Übernahme eingeräumt. In Verhandlungskreisen hieß es, die GM-Spitze könnte eine Festlegung zu Opel auch vertagen. Bund und Länder wollen Staatshilfen in Milliardenhöhe nur Magna gewähren. RHJI oder GM würden nicht unterstützt. Opel hat bereits einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro vom Staat bekommen. Das Geld reiche bis Dezember oder Januar, sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Frankfurt.

GM müsste Milliarden für Opel-Sanierung aufbringen

Um Opel unter dem eigenen Dach zu restrukturieren, müsste der derzeit staatlich kontrollierte US-Autobauer weitere Milliarden aufbringen. Gesamtbetriebsratschef Franz schätzt den Bedarf auf 3,8 Milliarden Dollar (knapp 2,2 Milliarden Euro) in den kommenden 12 Monaten und auf weitere 3,8 Milliarden Dollar danach - und zwar ohne größere produktrelevante Investitionen.
 
Nach Einschätzung der hessischen Landesregierung müsste GM zur Sanierung von Opel allein bis Ende 2010 gut 4,1 Milliarden Euro aufbringen. Diese Zahl verlautete am Mittwoch aus Kreisen der Landesregierung, die damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bestätigten.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden