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Opel-Sanierung

Magna macht Druck, Chinesen drängen

Opel Logo Foto: dpa 144 Bilder

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hält den Einstieg von Magna beim angeschlagenen Autobauer Opel noch nicht für besiegelt. "Ich nehme das ehrgeizige Ziel von Magna zur Kenntnis, Mitte Juli einen Vertrag unterschreiben zu wollen."

06.07.2009

"Allerdings scheinen hier noch einige Fragen offen zu sein", sagte der Minister der Essener WAZ-Gruppe. Bislang gebe es lediglich "eine Absichtsbekundung" von GM und Magna. Dagegen könnte nach nach Einschätzung von GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster der Verkauf von Opel an den Autozulieferer Magna noch in diesem Monat über die Bühne gehen. Auch der chinesische Autohersteller BAIC wirbt bei der Politik verstärkt für seine
Offerte.

Magna verhandelt nur noch über Details

"Es geht nur noch um Details", sagte Forster der "Frankfurter  Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS). "Nach dem Treffen der Spitzen von  GM und Magna bin ich äußerst zuversichtlich, da wurde weitgehend  Einverständnis erzielt." Einen Termin für eine Vertragsunterzeichnung  nannte der Manager des Opel-Mutterkonzern General Motors zwar nicht. "Es wäre toll, wenn es bis Mitte Juli klappen würde", sagte er aber. Magna-Chef Siegfried Wolf mache jetzt Druck. "Und das ist gut so."

Auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sieht keine großen Hürden mehr: "Ich erwarte, dass der Vertrag zwischen Magna und  General Motors (GM) in trockenen Tüchern ist." Auch die noch  ausstehende EU-Entscheidung über die staatlichen Hilfen für den  Autobauer sei auf gutem Weg. "Ich gehe davon aus, dass in Brüssel das  Signal auf Grün steht", sagte Althaus der Berliner Zeitung "BZ  Sonntag". Auch er bekräftigte, es könne noch im Juli zu einem  Abschluss der Verträge kommen.

Chinesen treiben Opel-Offerte massiv voran

Allerdings will der chinesische Autohersteller BAIC kurz vor Toreschluss den Verkauf an Magna offenbar noch vereiteln. In Briefen  an mehrere Regierungsmitglieder werben die Chinesen nach  Informationen der "FAS" offensiv für ihre Offerte. Die Chinesen  argumentieren demnach vor allem damit, dass ihr Konzept den deutschen  Steuerzahler deutlich günstiger komme. Laut der vorgelegten Offerte  bringe BAIC 660 Millionen Euro Eigenkapital mit und beanspruche 2,64  Milliarden Euro Bürgschaft des deutschen Staates. Im Fall von Magna  sei von 4,5 Milliarden Euro Staatsgarantien die Rede.

Magna will New Opel von Zuliefergeschäft trennen

Der österreichisch-kanadische Magna-Konzern werde sein Zuliefergeschäft nach dem Einstieg bei Opel organisatorisch und personell von Opel trennen, berichtete das Magazin "Focus". Magna wolle damit Opel-Konkurrenten besänftigen, die von Magna Teile kaufen oder über Entwicklungsaufträge mit dem Konzern verbunden sind. "New  Opel" solle später an die Börse gebracht werden.

Foster räumte zwar ein, es gebe Gespräche mit mehreren Investoren.  Magna habe aber "einen ganz erheblichen Vorsprung, da wurde mit  Abstand am weitesten verhandelt". Die Nutzung der Patente sei  weitgehend geklärt. Diskutiert werde jetzt noch die künftige  Konstellation in Russland.

Althaus rechnet nach einem Vertrag zwischen GM und Magna damit,  dass es dann zu einer "Konsolidierung von Opel Deutschland und  Europa" kommt. Zu den Staatshilfen sagte der Thüringer  Regierungschef: "Wenn alles wie vereinbart läuft, wird es am Ende keine Steuermittel kosten." Thüringen ist wegen des Opel-Werks in Eisenach mit rund 1.700 Beschäftigten an einer tragfähigen Perspektive  für Opel interessiert.

Forster kritisiert zu viele Störfeuer

Hart kritisierte Forster die Störfeuer, welche die Verhandlungen behinderten. "Es wird viel zu viel geredet", sagte der GM-Manager.  "Da reden viele Leute, die nichts zu sagen haben. Solche, die es gut  und solche, die es weniger gut mit uns meinen. Und auch unsere Betriebsräte reden viel zu viel."

Opel wies am Samstag die Kritik des Präsidenten der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Heinrich Weiss, an den  Rettungsplänen zurück. Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretung teilten mit, Weiss' Äußerungen seien "offensichtlich nicht von  Sachkenntnis getragen". Weiss hatte am Freitag in Moskau gesagt: "Die Bemühungen um eine Überlebensstrategie für Opel sind dilettantisch.  Es ist verantwortungslos dem Steuerzahler gegenüber, diese maroden  Strukturen am Leben halten zu wollen."

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