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Opel-Sanierung

Opel-Betriebsrat droht GM

Opel GM Logo Foto: dpa 144 Bilder

Die verunsicherten Opel-Beschäftigten machen mobil: Trifft General Motors (GM) erneut keine Entscheidung für eine Übernahme durch den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna, will der Betriebsrat zu Protesten gegen den US-Konzern aufrufen.

09.09.2009

"Wenn es eine Entscheidung gegen Magna gibt, werden wir am Freitag am Werk Eisenach demonstrieren", sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz.

GM-Finanzchef soll gehen

Am GM-Sitz in Detroit beriet am Mittwoch (9.9.) der Verwaltungsrat des Autobauers über die Konzernstrategie und Opel. Einem Zeitungsbericht zufolge wird GM-Finanzchef Ray Young auf Druck der US-Regierung das Unternehmen bald verlassen.

Dem deutschen Favoriten Magna werden kaum noch Chancen für eine Opel-Übernahme eingeräumt. Stattdessen könnte GM Opel an den Finanzinvestor RHJ International verkaufen, die Rüsselsheimer selbst behalten oder in die Insolvenz schicken. In Verhandlungskreisen hieß es, die GM-Spitze könnte eine Festlegung zu Opel auch vertagen.

Dagegen berichtete die US-Zeitung "Detroit News" unter Berufung auf GM-Offizielle, eine Opel-Entscheidung noch am Mittwoch sei möglich. Nach Angaben der Bundesregierung steht das Thema am späten Abend (mitteleuropäischer Zeit) auf der Tagesordnung. Franz warf GM vor, alle an der Nase herumzuführen: "Das ist ein Nervenkrieg. Die Fakten liegen längst auf dem Tisch."

Kredit hält Opel über Wasser

Bund und Länder wollen Staatshilfen in Milliardenhöhe nur Magna gewähren. RHJI oder GM würden nicht unterstützt. Opel hat schon einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro vom Staat bekommen. Das Geld reiche bis Dezember oder Januar, sagte Wirtschaftsminister Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU) in Frankfurt.

Bläst GM den Opel-Verkauf ab, müsste Detroit den Kredit plus Zinsen zurückzahlen. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", die bei einem Magna-Zuschlag geplante zweite Rate von 3 Milliarden Euro an Bürgschaften werde es "definitiv nicht für einen Schließungsplan in Deutschland geben".

Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke kritisierte das Verhalten der Koalition: "Die Bundesregierung hat versagt und das Verhalten von General Motors völlig falsch eingeschätzt", sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Bundestages auf "sueddeutsche.de".

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier setzte sich erneut für Magna ein. "Das Konzept von Magna zur Übernahme von Opel ist das beste Angebot", sagte er der "Mainzer Allgemeinen Zeitung" Der österreichisch-kanadische Autozulieferer wolle die vier deutschen Standorte erhalten.

GM müsste Milliarden in Opel stecken

Um Opel unter dem eigenen Dach zu restrukturieren, müsste der derzeit staatlich kontrollierte US-Autobauer weitere Milliarden aufbringen. Franz schätzt den Bedarf auf 3,8 Milliarden US-Dollar (knapp 2,2 Milliarden Euro) in den kommenden 12 Monaten und auf weitere 3,8 Milliarden Dollar danach - und zwar ohne größere produktrelevante Investitionen. GM habe das unterschätzt.

Franz bezweifelt, dass GM diese Summen aufbringen kann. "Kein deutscher Steuerzahler würde wollen, dass Geld aus Europa nach Amerika abfließt. Umgekehrt kann ich mir das auch schwer vorstellen." Die geplanten Proteste - eine Kundgebung und eine Menschenkette - sollen am Freitag in Eisenach stattfinden. Der Bieter RHJI will das Werk in Thüringen bei einer Übernahme zwei Jahre lang stilllegen.

Washington räumt bei GM auf

Die "Detroit News" berichteten im Internet unter Berufung auf Insider, der 47 Jahre alte Topmanager und GM-Finanzchef Ray Young werde GM wohl in den nächsten Wochen verlassen. Der erst seit März vergangenen Jahres amtierende Young war zuletzt mit der von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Auto Task Force über Kreuz geraten. Der Abgang wäre ein weiteres Zeichen für den deutlichen Einfluss der US-Regierung als Mehrheitsaktionärin. GM hatte etwa 50 Milliarden Dollar Staatshilfe erhalten und erst Mitte Juli ein Insolvenzverfahren beendet.

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