Opel-Sanierung: Opel-Betriebsrat lehnt Investor RHJI weiterhin ab

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Der Opel-Betriebsrat hat sich trotz eines nachgebesserten Angebots von RHJ International strikt gegen einen Einstieg des Finanzinvestors bei dem Autobauer ausgesprochen.

"Das Angebot ist wenig glaubwürdig und nicht überzeugend", sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Mittwoch (2.9.) der dpa in Frankfurt.

Neues RHJI-Angebot nur ein Werbegag

Der Betriebsrat stelle die Seriosität des Finanzinvestors infrage: "Es ist unglaublich, wie RHJI mit dem Unternehmen und der Marke Opel spielt", sagte Franz. Er bezeichnete das neue Angebot als "Werbegag". Die angekündigte Erhöhung der Eigenkapitaleinlage um "nur" 25 Millionen Euro sei ein "schlechter Witz".

Zuvor hatte RHJI beim US-Konzern General Motors (GM) ein neues Angebot eingereicht, das vor allem auch die deutsche Politik überzeugen soll. Wie ein RHJI-Sprecher der dpa am Mittwoch (2.9.) bestätigte, sieht die nachgebesserte Offerte staatliche Hilfen von 3,2 Milliarden statt zuvor 3,8 Milliarden Euro vor. Das Geld solle zudem bereits 2013 statt 2014 zurückgezahlt werden. Außerdem will die Beteiligungsgesellschaft direkt zur Vertragsunterzeichnung 300 Millionen Euro Eigenkapital einbringen und damit 25 Millionen Euro mehr als bisher angeboten. "Wir werden weiter schauen, wie wir die Belastung für den europäischen und deutschen Steuerzahler so gering wie möglich halten können", sagte der Sprecher.

Bund und Länder bevorzugen Magna

Bund und Länder mit Opel-Standorten bevorzugen bisher eine Opel-Übernahme durch Magna. Der kanadisch-österreichische Zulieferer fordert Staatsgarantien von 4,5 Milliarden Euro und will gemeinsam mit der russischen Sberbank 500 Millionen Euro Eigenkapital einbringen. GM tendiert zu RHJI, prüft aber auch Möglichkeiten, Opel komplett im Konzern zu behalten. Zudem ist eine Insolvenz des deutschen Herstellers nach wie vor nicht vom Tisch.

Franz bezweifelte, dass RHJI mit einen um 600 Millionen Euro geringeren Bürgschaftsrahmen nun schon 2013 die Kredite zurückzahlen könne. Der Betriebsrat hatte bereits die erste Offerte heftig kritisiert und behauptet, dass dieser im Vergleich zu Magna geringere Bürgschaftsbedarf von RHJI auf erheblich geringeren Investitionen und damit einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit von Opel basiere. Dies weist RHJI entschieden zurück.

Für den stellvertretenden Opel-Aufsichtsratsvorsitzenden Franz gibt es nur zwei mögliche Erklärungen, wie die Finanzierungslücke im neuen RHJI-Angebot geschlossen werden soll: "Die Beschäftigten müssen auch noch diese Differenz bezahlen oder RHJI wird Opel in Einzelteile zerlegen und 2013 gewinnbringend zu verkaufen suchen."

Magna will in Europa rund 10.500 Stellen abbauen. Dabei sollen in Deutschland 3.000 von 26.000 Stellen verschwinden, fast zwei Drittel davon in Bochum. Die vier deutschen Werke will Magna erhalten. RHJI will mit 9.900 zwar weniger Stellen in Europa streichen, davon allerdings 3.900 in Deutschland. Alle deutschen Werke sollen erhalten bleiben, aber der Finanzinvestor will das in die Jahre gekommene Werk in Eisenach bis Anfang 2012 für zwei Jahre stilllegen. Dies lehnt unter anderem die Landesregierung von Thüringen ab.

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dpa/uba

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