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Opel-Sanierung

Opel-Bundesländer favorisieren Magna

Opel Logo Foto: dpa 144 Bilder

Der Bieterwettstreit um den Autobauer Opel geht in die heiße Phase. Die Bundesländer mit Opel-Standorten bekräftigten am Mittwoch (15.7.), dass sie weiter den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna favorisieren.

16.07.2009

Russlands Präsident Dmitri Medwedew will sich bei einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Donnerstag bei München sogar persönlich für den Zuschlag für Magna und dessen Konsortium mit der russischen Sberbank einsetzen.

Letzte Entscheidung liegt bei GM

Die Bundesregierung machte am Mittwoch jedoch deutlich, dass das Rennen weiter offen ist und die letzte unternehmerische Entscheidung beim amerikanischen Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) liegt. Eine Entscheidung von GM ist derzeit noch nicht absehbar. Neben Magna
waren zuletzt auch der belgische Finanzinvestor RHJ International und die chinesische BAIC (Beijing Automotive Industry Corporation) im Rennen. RHJ legte am Mittwoch im Bundeswirtschaftsministerium ein überarbeitetes Konzept vor. Über die Inhalte des Gespräches wurde dem Vernehmen nach Stillschweigen vereinbart. Ein konkretes Ergebnis war nicht zu erwarten.

Brückenfinanzierung ist nicht an einen bestimmten Investor gebunden

Unterdessen stellte Wirtschafts-Staatssekretär Jochen Homann klar, dass die je zur Hälfte von Bund und Opel-Ländern getragenen 1,5 Milliarden Euro Brückenfinanzierung nicht an einen bestimmten Bieter gebunden seien. Er reagierte damit unter anderem auf Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der den Beitrag des Landes von 474 Millionen Euro infrage stellte, sollte der Zuschlag nicht an Magna gehen. "Es besteht kein Automatismus, dass die mit Magna vereinbarte staatliche Brückenfinanzierung auch für den Finanzinvestor RHJ gilt", sagte Koch dem "Handelsblatt".

Kochs Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) bestätigte jedoch die Position der Bundesregierung. Andere Interessenten seien bei den 1,5 Milliarden ausdrücklich nicht ausgeschlossen worden und sollten es auch nicht werden, sagte er der dpa. Der Autoexperte Prof. Willi Diez sieht den Bieterwettstreit um Opel positiv. "Man macht jetzt eigentlich das, was man schon vor Monaten hätte machen sollen - nämlich allen Bietern eine Chance zu geben, in Wettbewerb zu treten", sagte der Direktor Instituts für Automobilwirtschaft Geislingen, dem
Sender MDR Info.

Opel-Bundesländer wollen Magna

Der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck (SPD) betonte, die vier Bundesländer mit Opel-Standorten seien einhellig dafür, dass zielgerichtet mit Magna verhandelt wird. Das sei das Ergebnis einer Telefonkonferenz der Regierungschefs von Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen am Mittwoch.

Eine ähnliche Position haben die IG Metall und die Belegschafts-Vertreter von Opel und GM-Europe. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer warnte vor einem Einstieg des Finanzinvestors RHJ. "Der deutsche Steuerzahler sollte dieses Risikogeschäft nicht unterstützen", sagte der Experte der Universität Duisburg-Essen. Staatsbürgschaften der Bundesrepublik sollten nicht für strategische Spiele von US-Konzernen und Finanzinvestoren gegeben werden.

Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) sagte der dpa, die Brückenfinanzierung solle "nur für eine 100-prozentige Lösung im Interesse von Bund und Ländern gewährt werden". Es gehe um eine zukunftsfähige und dauerhafte Lösung für den Autobauer sowie den Erhalt der vier deutschen Opel-Standorte.

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg betonte, das Übereinkommen zwischen Magna, Opel und GM vom Mai sei zwar eine gute Grundlage. Entschieden sei aber nichts. Geklärt werden müsse allerdings, wieweit der Staat weiter mit Unterstützung gefordert sei, wenn ein anderer Bieter als Magna das Rennen bei GM mache. Mit Blick auf die Positionierung der Ministerpräsidenten sagte Steg, solche "apodiktischen Festlegungen" bedürfe es jetzt nicht.

Russland unterstützt Magna

Medwedew will das Thema Magna bei den deutsch-russischen Regierungskonsultationen im Schloss Schleißheim bei München ansprechen. "Wir unterstützen diesen Kauf und werden auch an alle anderen appellieren, dieses Geschäft zu befürworten", sagte Medwedews außenpolitischer Berater Sergej Prichodko nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Wirtschaftsexperten erwarten eine schwere Belastung für die deutsch-russischen Beziehungen, sollte der Einstieg der Russen bei Opel platzen.

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