Opel-Sanierung: Opel darf künftig weltweit verkaufen

Opel darf seine Modelle künftig weltweit vertreiben.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors hat seine Pläne für einen massiven Stellenabbau im Opel-Entwicklungszentrum begraben. Das sicherte Opel-Europachef Nick Reilly der Belegschaft bei einer Betriebsversammlung am Freitag (4.12.) in Rüsselsheim zu.

Entwicklungszentrum wird nicht ausgedünnt

Er kam damit einer Forderung des Betriebsrates nach, der die Pläne als "existenzgefährdend" bezeichnet hatte. "Die gute Botschaft des heutigen Tages ist, dass 548 Stellen weniger abgebaut werden, und zwar in unserem Juwel, dem Entwicklungszentrum", sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz.
 
Nach dem vorläufigen GM-Sanierungskonzept für Opel sollen 8.313 der 48.000 Stellen bei Opel und Vauxhall in Europa gestrichen werden - davon 162 im Internationalen Entwicklungszentrum. Reilly sprach am Freitag allerdings erneut von etwa 9.000 Arbeitsplätzen, die GM zur Sanierung der schwächelnden Tochter in Europa abbauen wolle - "möglicherweise ein paar weniger."

Opel darf künftig weltweit verkaufen
 
Außerdem habe Reilly vor 9.000 Beschäftigten in Rüsselsheim zugesichert, das Opel seine Fahrzeuge künftig weltweit vertreiben darf, sagte Franz: "Nick Reilly hat den Beschäftigten heute eine sehr wichtige Botschaft gegeben: Dass es keine Restriktionen gibt für Opel, auf den globalen Märkten präsent zu sein." Auch damit kommt der GM einer seit Jahren bestehenden Forderung des Opel-Betriebsrates nach. Bisher verwehrte GM Opel den Zugang zu wichtigen Märkten unter anderem in Asien und Nordamerika. Damit sollte der Konkurrenzkampf unter den GM-Konzernmarken verhindert werden.
 
Auch gegenüber weiteren Forderungen der Arbeitnehmer zeigte sich Reilly offen. Die europäischen Betriebsräte verlangten unter anderem mehr Eigenständigkeit von Opel auch in der Produktentwicklung, die Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft und eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung sowie mehr Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Gegenzug für Lohnverzicht. "All diese Punkte könnten Teil des Vertragsabschlusses sein", betonte Reilly. Franz forderte, dass "diese Absichtserklärungen" in den kommenden Tagen vertraglich festgezurrt werden müssten. Dann sei die Belegschaft bereit, die geforderten 265 Millionen Euro durch Lohnverzicht einzubringen.

Stellenabbau hängt nicht an Staatshilfen

Die Sanierung der Europatochter kostet nach GM-Angaben rund 3,3 Milliarden Euro. 2,7 Milliarden davon sollen die europäischen Opel-Standortländer aufbringen. Reilly wies am Freitag erneut Spekulationen zurück, GM werde den Stellenabbau an den einzelnen Standorten von Staatshilfen abhängig machen: "Wir befinden uns nicht in einem Bieterkampf um Staatshilfen." Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) machte vor einem Treffen mit seinen europäischen Amtskollegen am Freitag in Brüssel abermals seine Zurückhaltung hinsichtlich der Staatshilfen deutlich: "Ich bin der Auffassung, dass General Motors in der Lage ist, seine Aufgaben selbst zu lösen."
 
GM will mit Opel in Europa in drei Jahren wieder Gewinne einfahren. "Wir verfolgen einen klaren Zukunftsplan, bei dem es darum geht, eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten zu schaffen", sagte Reilly laut Mitteilung. Opel/Vauxhall solle stärkere Eigenverantwortung bekommen. Einen detaillierten Plan will der Opel-Europachef bis Mitte des Monats vorlegen.

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dpa/uba

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