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Opel-Sanierung

Opel soll ab 2012 wieder Gewinne einfahren

Opel Logo Foto: dpa 144 Bilder

Der US-Autokonzern General Motors (GM) will mit Opel in Europa in drei Jahren wieder Gewinne einfahren - und dabei weniger Stellen streichen als noch in der vergangene Woche von Opel-Europachef Nick Reilly angekündigt. Für das Jahr 2012 rechnet der Detroiter Konzern mit einem Vorsteuergewinn der europäischen Tochter Opel/Vauxhall von rund einer Milliarde Dollar (rund 661 Millionen Euro).

04.12.2009

Das geht aus einem vorläufigen GM-Sanierungskonzept für Opel hervor, das der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt.

2009 und 2010 werden tiefrot

Für die Jahre 2009 und 2010 erwartet GM in Europa tiefrote Zahlen mit einem operativen Gesamtverlust von über sechs Milliarden Dollar. Nach rund 1,2 Millionen Autos im laufenden Jahr sollen Opel und Vauxhall 2012 den Absatz auf rund 1,53 Millionen Fahrzeuge steigern, 2014 auf 1,68 Millionen.
 
GM will Opel sanieren und dabei nach 8.313 der 48.000 Stellen bei Opel und Vauxhall in Europa streichen. Vergangene Woche hatte Reilly noch von rund 9.000 Stellenstreichungen gesprochen. Im Stammwerk Rüsselsheim stehen gut 2.300 Stellen in Produktion, Verwaltung und in der Entwicklung auf der Kippe. Das Werk Bochum muss um 1.799 Stellen bangen und Eisenach und Kaiserslautern um jeweils etwa 300 Jobs in der Produktion.

Zusammen wären das 4.700 statt der von Reilly als Maximum angekündigten 5.400 Stellenstreichungen. Dennoch würde Deutschland die Hauptlast der Sanierung tragen, allerdings droht dem Werk im belgischen Antwerpen das Aus. Insgesamt beschäftigt Opel in seinen vier deutschen Werken 24.300 Menschen.

Zahlen waren weitgehend bekannt
 
Diese Zahlen entsprechen weitgehend den vergangene Woche von Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz veröffentlichten GM-Plänen. Nur in Rüsselsheim fällt der drohende Abbau um 200 Arbeitsplätze niedriger aus. Franz hatte insbesondere den zunächst beabsichtigten Abbau von
548 Ingenieursstellen im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum als "existenzgefährdend" für Opel kritisiert. Reilly "ruderte aber inzwischen ziemlich zurück" - nach dem vorläufigen Konzept sollen jetzt 162 Ingenieursstellen wegfallen.
 
GM fordert insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro an Staatshilfen für die Sanierung des Europa-Geschäfts. Aus eigener Tasche wollen die Amerikaner nach ihrem vorläufigen Konzept 600 Millionen Euro beisteuern. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" hat GM bisher nur Zusagen über rund 700 Millionen Euro von den europäischen Regierungen in Spanien, Polen und Großbritannien erhalten. Nach dem Plan will GM die Finanzhilfen bis 2014 zurückzuzahlen. Deutschland hat bisher keinerlei Zusagen für Finanzhilfen gemacht.
 
Unterdessen hat Reilly zugesichert, dass er unabhängig vom Chaos an der GM-Spitze am Zeitplan für die Vorlage des ausgearbeiteten Opel-Sanierungskonzepts festhalten werde. "Ich beabsichtige nach wie vor, das Zukunftskonzept für Opel/Vauxhall Mitte Dezember vorzulegen", schreibt GM Europachef Nick Reilly in einem in der Nacht zum Donnerstag auf einer GM-Internetseite veröffentlichten Beitrag. GM habe ein Grobkonzept erarbeitet, mit dem Opel schon bald profitabel arbeiten könne. "Im Fokus stehen eine starke Technologie und neue Produkte, die Lücken in unserer Modellpalette schließen, sowie die Erhöhung von Absatz und Marktanteilen."

Bund lehnt Staatshilfen ab
 
GM hatte der Bundesregierung das Grobkonzept diese Woche vorgelegt. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) lehnte es daraufhin ab, Zusagen zu Staatshilfen zu machen. Das Papier sei keine Grundlage für eine Prüfung. Wichtige Punkte etwa zu den Gestaltungsspielräumen Opels bei der Modellentwicklung habe GM ausgespart. Bei Opel reagierte man am Donnerstag überrascht auf die ablehnende Haltung Brüderles. Das Papier sei nur als Gesprächsgrundlage gedacht gewesen, nicht als Feinkonzept oder als Antrag auf Staatshilfen.
 
Das GM-Management berät in dieser Woche an verschiedenen Produktionsstandorten mit Arbeitnehmervertretern und Werksleitern über das Sanierungskonzept. Dabei dürfte es auch um den von GM angestrebten Lohnverzicht von 265 Millionen Euro pro Jahr gehen. Im Gegenzug soll Opel "mehr Freiheiten aber damit auch mehr Eigenverantwortung innerhalb von General Motors bekommen", schreibt Reilly.
 
Am Freitag stellt sich Reilly bei einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim Fragen der Belegschaft. Der Betriebsrat erwartet von ihm Zusagen im Gegenzug für den Lohnverzicht - die deutschen Opelaner sollen mit 176,8 Millionen Euro die Hauptlast tragen. Im Anschluss reist Reilly zu Gesprächen mit EU-Ministern nach Brüssel. Reilly machte deutlich, dass er die Hängepartie bald beenden will: "Wir werden uns voll auf diese Aufgabe konzentrieren, da schnelles und entschiedenes Handeln gefragt ist."

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