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Opel-Sanierung

Reilly hält trotz GM-Chaos an Zeitplan fest

Nick Reilly Foto: GM 144 Bilder

Das Chaos an der Spitze der US-Mutter General Motors (GM) wird sich nicht auf den Zeitplan für die Opel-Sanierung auswirken. "Ich beabsichtige nach wie vor, das Zukunftskonzept für Opel/Vauxhall Mitte Dezember vorzulegen", schreibt GM Europachef Nick Reilly in einem in der Nacht zum Donnerstag (3.12.) auf einer GM-Internetseite veröffentlichten Beitrag.

03.12.2009

GM habe ein Grobkonzept erarbeitet, mit dem Opel schon bald profitabel arbeiten könne. "Im Fokus stehen eine starke Technologie und neue Produkte, die Lücken in unserer Modellpalette schließen, sowie die Erhöhung von Absatz und Marktanteilen."
 

GM legt Grobkonzept vor

GM hatte der Bundesregierung das Grobkonzept diese Woche vorgelegt. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) lehnte es daraufhin ab, Zusagen zu Staatshilfen zu machen. Das Papier sei keine Grundlage für eine Prüfung. Wichtige Punkte etwa zu den Gestaltungsspielräumen Opels bei der Modellentwicklung habe GM ausgespart. Bei Opel reagierte man am Donnerstag überrascht auf die ablehnende Haltung Brüderles. Das Papier sei nur als Gesprächsgrundlage gedacht gewesen, nicht als Feinkonzept oder als Antrag auf Staatshilfen.
 
GM fordert laut Brüderle insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro an Staatshilfen für die Sanierung des Europa-Geschäfts. Aus eigener Tasche wollen die Amerikaner demnach 600 Millionen Euro beisteuern. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" geht aus dem Restrukturierungsplan hervor, dass GM bisher nur Zusagen über rund 700 Millionen Euro von den europäischen Regierungen in Spanien, Polen und Großbritannien erhalten habe. Das gehe aus der Zusammenfassung des Sanierungsplans hervor, die der Zeitung vorliege. Demnach habe GM erstmals versprochen, die Finanzhilfen bis 2014 zurückzuzahlen.

GM will doch weniger Stellen abbauen
 
GM will den europäischen Autobauer sanieren und dabei nach Medienberichten 8.313 der 48.000 Stellen bei Opel und Vauxhall in Europa streichen. Vergangene Woche hatte Reilly noch von rund 9.000 Stellenstreichungen gesprochen. Wie das "Handelsblatt" berichtete, stehen im Stammwerk Rüsselsheim gut 2.300 Stellen in Produktion, Verwaltung und in der Entwicklung auf der Kippe. Das Werk Bochum müsse um 1.799 Stellen bangen und Eisenach und Kaiserslautern um jeweils etwa 300 Jobs in der Produktion.
 
Zusammen wären das 4.700 statt der von Reilly als Maximum angekündigten 5.400 Stellenstreichungen. Dennoch würde Deutschland die Hauptlast der Sanierung tragen, allerdings droht dem Werk im belgischen Antwerpen das Aus. Insgesamt beschäftigt Opel in seinen vier deutschen Werken 24.300 Menschen.
 
Diese Zahlen entsprechen weitgehend den vergangene Woche von Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz veröffentlichten GM-Plänen. Nur in Rüsselsheim fällt der drohende Abbau um 200 Arbeitsplätze niedriger aus. Franz hatte insbesondere den beabsichtigten Abbau von 548 Ingenieursstellen im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum als "existenzgefährdend" für Opel kritisiert. Dem Vernehmen nach ruderte Reilly inzwischen aber "ziemlich zurück".

Endgültiges Konzept bis Mitte Dezember
 
Das GM-Management berät in dieser Woche an verschiedenen Produktionsstandorten mit Arbeitnehmervertretern und Werksleitern über das Sanierungskonzept. Dabei dürfte es auch um den von GM angestrebten Lohnverzicht von 265 Millionen Euro pro Jahr gehen. Im Gegenzug soll Opel "mehr Freiheiten aber damit auch mehr Eigenverantwortung innerhalb von General Motors bekommen", schreibt Reilly.
 
Am Freitag stellt sich Reilly bei einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim den Fragen der Belegschaft, danach reist er zu Gesprächen mit EU-Ministern nach Brüssel. Reilly machte deutlich, dass er die Hängepartie bald beenden will: "Wir werden uns voll auf diese Aufgabe konzentrieren, da schnelles und entschiedenes Handeln gefragt ist."

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