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Opel-Sanierung

"Wir haben Liquidität für alle unsere Pläne"

Die Pläne von General-Motors, seine europäische Tochter Opel zu behalten, sind nach Aussage von GM Europe-President Carl-Peter Forster sehr ernsthaft.

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Foto: GM

GM Europe-Chef Carl Peter Forster sieht Einschnitte bei Opel als unvermeidlich an.

GM Europe-Chef Carl Peter Forster sieht Einschnitte bei Opel als unvermeidlich an.
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Gegenüber auto motor und sport sagte Forster: "Das neue Board ist offensichtlich der Auffassung, dass Opel doch eine sehr wichtige Marke für GM ist und Europa ein sehr wichtiger Markt, und dass hier in Europa eine Menge Know-how vorhanden ist. Bisher wollte man sich ja auch nur notgedrungen von Opel trennen, weil die US-Regierung bislang nicht erlaubt hat, mit Steuergeldern eine Restrukturierung außerhalb der USA zu betreiben."

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Opel braucht mehr Eigenständigkeit

Forster zeichnet in dem Gespräch mit auto motor und sport auch zahlreiche Möglichkeiten auf, die ein Verbleiben bei GM bietet: "Das Wichtigste ist, dass der neue Investor eine Situation schaffen muss, in der gemeinsame Standards bei Entwicklung, Einkauf und Fertigung etabliert und gelebt werden müssen. Auf der anderen Seite muss die Marke Opel mehr Eigenständigkeit in ihrer Entfaltung haben. Dafür müssen wir eine entsprechende Organisation haben."

Opel sitzt in den Startlöchern

Nicht aufgegeben hat Forster die Hoffnung, dass GM doch noch im September entscheiden wird, ob Opel im Konzern bleibt oder an Magna verkauft wird. "Es gibt durchaus Indikatoren dafür, dass es noch zu einer Lösung im September kommen kann." Opel brauche schnell Klarheit, um mit der Restrukturierung beginnen zu können. "Wir sitzen in den Startlöchern und würden gerne unsere Überkapazitäten anpassen. Aber restrukturieren heißt eben, Mitarbeitern Abfindungsangebote zu unterbreiten. Und das kostet Geld." Doch die Abfindungsangebote könnte Opel mangels Klarheit derzeit nicht finanzieren.

Medienberichte, wonach Magna bei Opel schon 2011 wieder Gewinne für möglich hält, kommentierte Forster wie folgt: "Wenn Magna das so plant, will ich dem vorläufig nicht widersprechen. (...) Das Problem ist: Wir können unsere Restrukturierung nicht beginnen, weil wir noch keine fortlaufende Finanzierung haben. Denn dann fallen sofort erhebliche Kosten für die notwendige Anpassung unserer Kapazitäten an. Das wird beim Übergang von 2009 auf 2010 und ins kommende Jahr hinein zu Einmalkosten führen, die einen Gewinn sicher nicht denkbar machen. Und vom Markt her werden wir ja 2010 auch keinen Rückenwind erwarten." Für den deutschen Markt ist Forster immerhin etwas positiver gestimmt als die meisten Wettbewerber: "Dieses Jahr sehe ich in Deutschland einen Markt von 3,8 bis 3,9 Millionen Neuzulassungen, kommendes Jahr zwischen 2,8 und drei Millionen. Ich bin da etwas optimistischer als die meisten Auguren."

Einschnitte bei Opel sind unvermeidlich

Restrukturierungseinschnitte hält Forster für unvermeidlich: "Mit dem Volumen, das wir kommendes Jahr mit dem neuen Astra produzieren wollen, müssen wir so nah wie möglich an den Cash-Breakeven kommen, und zwar bevor wir die Restrukturierungsmaßnahmen starten. Das wäre gesund. Daraus haben wir die notwendigen 1,2 Milliarden Einsparungen bei den Strukturkosten abgeleitet. Daraus ergibt sich die Zahl von rund 10.000 Arbeitsplätzen, die wir abbauen müssen, um die verbleibenden 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland und Europa nachhaltig zu sichern. Dann wären wir in einem schwierigen Marktumfeld gut aufgestellt. Wenn der Markt dann wieder anzieht, verdienen wir sofort wieder richtig Geld. Die Frage ist nur, wie wir das machen können. Und wir wollen sozial verträglich vorgehen. Zumal die Arbeitnehmer-Seite Entgegenkommen signalisiert hat, wenn der richtige Investor an Bord ist."

Die Liquidität reicht bis über das vierte Quartal hinaus

Gleichzeitig relativierte Forster frühere Berichte, Opel verbrenne täglich rund sechs Millionen Euro. "Das kann man so nicht sagen. Jedes Autowerk, das in einer Sommerpause nicht produziert, braucht trotzdem Cash für Löhne und Gehälter, obwohl es weniger Autos verkauft. Wir brauchten eine Brückenfinanzierung für die Monate Juli, August, September. Über diesen Peak sind wir gut hinweg gekommen. Das Darlehen von 1,5 Milliarden Euro haben wir nicht einmal ausgeschöpft. Dank der Brückenfinanzierung haben wir unsere Liquidität übers vierte Quartal hinaus gestreckt, wir bauen unsere Lager ab und verkaufen mehr Autos als geplant. Insofern haben wir die nächsten Monate ausreichend Liquidität für alle Pläne."

Opel Insignia übertrifft alle Erwartungen

Derweil übertrifft das neue Opel-Flaggschiff Insignia nach Angaben von GM Europe-Präsident Carl-Peter Forster alle internen Verkaufsprognosen. Bis zum Jahresende werde Opel rund 20.000 mehr Insignia absetzen als geplant, sagte Forster auto motor und sport. "Bisher können wir in Europa 135.000 Auslieferungen verbuchen, Ende September werden es 142.000 sein", so Forster. "Unser Ziel waren 140.000 für 2009. Bis Jahresende werden wir auf rund 160.000 Einheiten kommen. Das ist ein fantastischer Erfolg für unser Flaggschiff." Das helfe der Bilanz von Opel.

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Autor: Harald Hamprecht
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