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Opel-Städte halten zusammen

Foto: dpa

Im Kampf um 10.000 Arbeitsplätze beim Autobauer Opel proben die Oberbürgermeister der Opel-Städte Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern den Schulterschluss.

27.10.2004

Nach dem ersten Vierer-Treffen seit 25 Jahren und einem Gespräch mit Vertretern der Adam Opel AG am Mittwoch in Rüsselsheim verkündete der erleichterte Gastgeber Stefan Gieltowski (SPD): "General Motors plant derzeit keine Schließung eines deutschen Opel-Werkes." Das entscheidende Signal an GM und andere laute: "Es wird nicht eine Stadt gegen die andere ausgespielt", betonte Bochums Stadtchefin Ottilie Scholz (SPD).

Die Oberbürgermeister eint die Sorge um Arbeitsplätze, Kaufkraft und die betroffenen Familien. "Wenn es am Arbeitsmarkt schief läuft, baden die Kommunen das aus", sagte der Kaiserslauterner Oberbürgermeister Bernhard Deubig (CDU). Die Stadtoberhäupter wissen aber auch um ihren sehr begrenzten Einfluss. Detailinformationen über die Pläne des weltgrößten Autobauers zu Arbeitsplatzabbau und Einsparvolumen habe man erwartungsgemäß nicht erhalten, hieß es. Immerhin habe das Opel-Management regelmäßige Kontakte zugesagt. "Als Stadt nehmen wir eine passive Rolle ein", sagte Gieltowski.

Das GM-Management sieht bei Opel rund 10.000 Beschäftigte zu viel auf der Lohn- und Gehaltsempfängerliste. Etwa 4.500 Stellen könnten allein in Rüsselsheim wegfallen, weitere 4.000 Stellen in Bochum. Der europaweite Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen soll jährlich eine halbe Milliarde Euro einsparen.

Stärkung im Standort-Kampf gegen Schweden

Den Schulterschuss gegenüber dem GM-Management werten die Oberbürgermeister auch als Stärkung des gesamten Opel-Standortes Deutschland. Denn das Rennen um die Zukunft verläuft international: Rüsselsheim steht im direkten Konkurrenzkampf zur GM-Tochter Saab und dem schwedischen Standort Trollhättan. General Motors will zur
Kostenersparnis die neue Mittelklasse, also die Neuner-Reihe des Saab und den Opel Vectra, nur noch an einem Standort produzieren. Bis Montag (1. November) müssen beide Werke ihre Bewerbung vorlegen, Anfang 2005 wird das Management eine Entscheidung treffen.

Am morgigen Donnerstag gehen in Rüsselsheim die Gespräche zwischen Betriebsrat und Management über die Zukunft der Opel-Mitarbeiter weiter. "Es geht konstruktiv voran", sagte eine Opel-Sprecherin. Mit einer Einigung wird jedoch erst Ende November gerechnet. Selbst dem Betriebsrat ist klar, dass ein Stellenabbau unumgänglich ist. "Alles andere wäre eine Illusion", sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz.

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