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Opel stoppt Produktion in Bochum und Eisenach

Foto: dpa

Die Auswirkungen der Finanzkrise lassen den Absatz des Autobauers Opel einbrechen und zwingen das Unternehmen zu einem Produktionsstopp in nahezu allen europäischen Werken.

07.10.2008

Lediglich im Stammwerk in Rüsselsheim, das gerade auf die Produktion des neuen Mittelklassewagens-Wagens Insignia umstellt, geht die Arbeit normal weiter. In Deutschland stehen dagegen an den Standorten in Bochum mit 5.000 Mitarbeitern und Eisenach mit 1.800 Beschäftigten die Bänder für zwei bis drei Wochen still. Mit dem Schritt will Opel nach Unternehmensangaben die Produktion bis Jahresende um rund 40.000 Fahrzeuge drosseln. 2007 verkaufte Opel nach eigenen Angaben 1,74 Millionen Autos in Europa.

"Die Finanzkrise führt dazu, dass die Menschen in Europa sich beim Autokauf zurückhalten", sagte ein Opel-Sprecher am Dienstag (7.10.) in Rüsselsheim und bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Besonders stark gehe der Absatz in Spanien, Großbritannien und Deutschland zurück. Den Beschäftigten werde der Arbeitsausfall unter anderem über den Abbau von Überstunden auf Arbeitszeitkonten abgegolten. Kündigungen werde es nicht geben. Der Betriebsrat befürchtet aber Lohneinbußen und Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich.

Im Werk Bochum, wo 5.000 Mitarbeiter die Modelle Astra und Zafira bauen, unterbricht Opel die Produktion zwei Wochen lang bis kommenden Montag. Im thüringischen Eisenach mit 1.800 Beschäftigten sollen die Bänder vom kommenden Montag an sogar drei Wochen lang still stehen. Derzeit würden Details für die vorübergehende Stilllegung mit dem Betriebsrat besprochen. Danach seien auch leichte Lohneinbußen für Teile der Belegschaft nicht auszuschließen.

Im Komponentenwerk Kaiserslautern wird in einigen Abteilung die Fertigung ruhen. Außerhalb Deutschlands gilt die Produktionsunterbrechung aber auch für alle anderen europäischen Opel-Werke, das heißt für die Standorte in Gleiwitz/Polen (Agila, Astra Classic, Zafira), in Ellesmere Port/England (Astra), in Luton/England (Vivaro) sowie Saragossa/Spanien (Corsa, Meriva, Combo). Das Werk in Antwerpen/Belgien (Astra) wird gerade restrukturiert.

Keine Autos für die Halde

Der Sprecher begründete die Maßnahme damit, dass man keine Überproduktion aufbauen wolle: "Wir bauen keine Autos auf Halde, weil wir keinen Druck auf die Neuwagenpreise entstehen lassen möchten." Man werde die Produktion flexibel anpassen.

Die Entscheidung traf auf heftigen Widerstand der Betriebsräte. Es werde Lohneinbußen für die Mitarbeiter geben, befürchten die Mitarbeitervertreter. In einer gemeinsamen Presseerklärung kritisierten die Betriebsräte der vier deutschen Opel-Werke Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach die Entscheidung des Managements. "Das ist eine ungeheure Provokation", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz. Sie sei einseitig getroffen worden. Das Europäische GM Arbeitnehmerforum habe aufgrund der nicht erfolgten Information und Konsultation bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Sie seien der Auffassung, "dass solch schwierige Situationen nur gemeinsam mit den Beschäftigten gelöst werden können."


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