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Opel-Übernahme

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Opel Logo Foto: dpa 144 Bilder

Trotz der Grundsatzentscheidung für den Einstieg des Zulieferers Magna beim Autobauer Opel sind noch viele Fragen ungeklärt. Der Co-Vorstandsvorsitzende von Magna, Siegfried Wolf, rechnet für Ende September mit dem Vertragsabschluss.

09.06.2009

In den kommenden vier Wochen will er die offenen Details klären. Der designierte Chef der künftigen Opel-AG, Carl-Peter Forster, betont: "Wir haben noch viel zu tun und auf dem Weg zum Ziel könnte noch viel passieren." Einige wichtige Fragen und zentrale Punkte:

Ist die Opel-Übernahme durch Magna schon sicher?
Nein. Bislang wurde nur eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das kurze Papier ist nicht bindend. Magna hat deutlich gemacht, dass die Übernahme noch nicht gewährleistet sei. Deshalb lauern der italienische Autohersteller Fiat und sein chinesischer Rivale BAIC weiter auf ihre Chance.

Welche Risiken bestehen?
Bei den Verhandlungen müssen viele Details geklärt werden. Und zwar mit mehreren Seiten, vor allem mit General Motors (GM) und der US-Regierung. Eine Opel-Insolvenz ist zwar zunächst vom Tisch, sie würde mit dem Scheitern der Gespräche aber wieder wahrscheinlicher. In diesem Fall müssten die Steuerzahler für den staatlich verbürgten Überbrückungskredit geradestehen.

Wird die neue Opel AG weltweit aktiv?
Über den Zugang der geplanten neuen Opel-Gesellschaft zu Märkten, die Opel bisher weitgehend versperrt sind, wird noch verhandelt. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz prophezeit: "Die Marke Opel wird am Ende des Tages eine globale Marke sein auf allen Märkten in dieser Welt." Vorerst wird Opel aber in den USA auch künftig nicht verkauft, bei Kanada ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen. In China hatte GM Opel bisher nur ein kleines Händlernetz gestattet, das Opel auch weiter nutzen möchte. Um größere Stückzahlen zu erzielen, wollen Magna und seine russischen Partner Opel vor allem in Russland stärken. Außerdem hat Magna Interesse am Russland-Geschäft von GM. Auch über dieses Thema wird noch verhandelt. GM verkauft rund 450.000 Chevrolets in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

Kann Deutschland noch Forderungen stellen?
Da Opel Staatsbürgschaften von 3,3 Milliarden Euro anstrebt, die zum großen Teil aus Deutschland kommen sollen, können Berlin und die Bundesländer mit Opel-Standorten weiter Einfluss ausüben. Mit dem Zuschlag für Magna hat sich die Bundesregierung aber möglicherweise schon zu früh aus der Defensive gewagt. Das "Handelsblatt" zitierte den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte (CDU): "Magna wird uns bis zum bitteren Ende Nachforderungen stellen, weil wir uns ja alternativlos gestellt haben."

Wie lange reicht die Liquidität von Opel?
Opel/GM Europa geht davon aus, dass der staatliche Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro die Liquidität bis zum Vertragsabschluss mit Magna sichert.

Wohin fließt das Geld aus dem Überbrückungskredit?

Mit dem Geld will die Adam Opel GmbH, zu der inzwischen auch die europäischen Opel-Standorte gehören, unter anderem in neue Modelle wie den Astra und den Meriva investieren. Der neue Meriva wird im spanischen Saragossa gebaut. Die Regionalregierung von Aragón wird den Serienanlauf nach Opel-Angaben mit 200 Millionen Euro unterstützen. Der von Bund und Bundesländern mit Opel-Standorten verbürgte Kredit über 1,5 Milliarden Euro sichert zudem laufende Zahlungen etwa an Zulieferer.

Muss der Investor für mehr als fünf Milliarden Euro Pensionslasten aufkommen?
Opel bezeichnet diese Spekulationen als "abwegig". Bei Opel bestehe die betriebliche Altersversorgung aus verschiedenen Bausteinen wie Direktversicherung, Riestersparplänen, Metallrente und direkt zugesagten Versorgungsansprüchen. Für die direkt zugesagten Versorgungsansprüche habe die Adam Opel GmbH einen durch Rückstellungen gesicherten Pensionsplan. Aufwendungen für die Zahlung der direkt zugesagten Versorgungsansprüche seien Bestandteil des jährlichen Geschäftsplans der Adam Opel GmbH.

Was passiert mit dem GM-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim?
Magna will erreichen, dass das Entwicklungszentrum künftig sowohl von GM und Opel gemeinsam als auch von jedem Autobauer in Eigenverantwortung genutzt werden kann. Für ersteres müsste Opel vermutlich weiter Lizenzgebühren an die einstige US-Mutter bezahlen, Patente für eigene Entwicklungen wären davon nicht betroffen. Nach Betriebsratsangaben wird Opel die globale Verantwortung für die Entwicklung der Kompaktklasse haben sowie für alle Fahrzeuge für Europa und alle weiteren Märkte, die Opel künftig bedient.

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