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Opel und Ford

Aufwärtstrend

Opel Logo Foto: SB-Medien

Bernd Ostmann über die Marktbelebung in Europa und die Entwicklungen bei Opel und Ford.

18.12.2014 Bernd Ostmann

Der Automarkt in Europa legt weiter zu – zweistellig in Großbritannien und Spanien, einstellig in Italien und Deutschland. Lediglich Frankreich hängt mit einem Minus von vier Prozent weiter durch.

Krise in Russland schadet Opel

Davon profitieren vor allem die beiden Problemfälle unter den deutschen Autobauern: Ford und Opel. Die zwei haben sich in fast allen europäischen Märkten prächtig entwickelt. Wäre da nicht Russland. Für Opel ist die Situation besonders heikel, hat die Opel Group doch gerade die Verantwortung für das Russland-Geschäft von GM übernommen. "Für uns war Russland 2013 sogar der drittgrößte Markt nach England und Deutschland", so Opel-Finanzchef Michael Lohscheller. Das Unternehmen hat seine Einkaufschefin Susanna Webber in den Osten geschickt, um das Russland-Geschäft wieder anzukurbeln.

Trotzdem zeigt man sich bei Opel mit stolzgeschwellter Brust. Lohscheller: "Intern schlagen wir Quartal für Quartal sogar unsere eigenen Erwartungen – und jene unserer Mutter aus Detroit." Zur Erinnerung: 2012 machte Opel 1,9 Milliarden US-Dollar Verlust. 2013 waren es nur noch 0,8 Milliarden. Auch 2014 dürfte durch die Kosten für die Werksschließung in Bochum und die Krise in Russland tiefrot ausfallen. Aber 2016 will die Marke mit dem Blitz wieder in der Gewinnzone sein.

Dritte Schicht für Eisenach

Nach 14 Jahren sinkender Marktanteile hat man den Trend umgekehrt. Lohscheller gibt sich optimistisch: "Die Gewinner-Mentalität ist wieder da." Der kleine Adam hat zwar gerade gegen den Audi A1 und den Mini bei auto motor und sport im Vergleichstest verloren. Trotzdem ist er für Lohscheller "das Sinnbild für das Comeback der Marke und den Imagewandel".

Am 27. November startet in Eisenach die Produktion der fünften Corsa-Generation. Und weil bereits 45.000 Bestellungen für den Corsa vorliegen, wird 2015 in Eisenach eine dritte Schicht eingeführt. Der auto motor und sport-Test auf Seite 126 bestätigt: Der Corsa ist besser geworden. Aber ein Facelift reicht wohl nicht, um am Platzhirsch bei den Kleinen, am VW Polo, vorbeizuziehen.

Wie den Adam gibt es den Corsa nun mit einem sparsamen Dreizylinder-Turbo. Leider ist das kleine Motörchen sehr teuer und taugt deshalb wohl kaum zur Massenmotorisierung – schade. Im Sommer 2015 kommt der noch kleinere Karl, der zu einem Preis von knapp über 10.000 Euro dem Skoda Citigo Konkurrenz machen soll. "Mit Adam, Corsa und Karl wird Opel das stärkste Kleinwagen-Portfolio aller Zeiten haben", freut sich Lohscheller schon jetzt.

Und Opel bleibt am Gas. Gerade wurden 745 Millionen Euro für Investitionen in die Produktionsstandorte freigegeben. Und die deutschen Werke sollen weiter ausgelastet werden. In Rüsselsheim wird neben dem Insignia künftig auch noch ein neuer SUV produziert. Das Crossover-Modell in der Dimension des Insignia wird Designelemente der Monza-Studie zeigen.

Ford bleibt auf Position zwei

Neben der Auslastung der Werke wird weiter an der Profitabilität der Produkte gefeilt. Am neuen Corsa konnten die Kosten um 900 Dollar gesenkt werden. Und daneben wird das Image der Marke poliert: "Wir wissen, dass unsere Marke in der Vergangenheit Kratzer bekommen hat", gesteht Lohscheller. Mit der Werbekampagne "Umparken im Kopf" hat Opel laut interner Analyse "fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung erreicht". Auch den auto motor und sport-Lesern ist dies nicht verborgen geblieben. Bei der Wahl zu den "Best Cars 2014" nahmen immerhin zehn Prozent mehr Leser die Opel-Werbung wahr. Und bei der Frage "Welche Automarken liegen im Trend?" legte Opel im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent zu.

Die Aufbruchsstimmung wird unter den Autointeressierten wahrgenommen. Fragt man aber, ob Opel für die Aktionsteilnehmer in Frage kommen würde, dann war zumindest Ende letzten Jahres noch kein Aufwärtstrend zu erkennen. Während wir gespannt auf das diesjährige Leservotum warten, kann man sagen, dass sich die Absatzzahlen in Europa in die richtige Richtung entwickeln.

Reicht dies, um das Ziel von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann zu erreichen und in Europa an Ford vorbei auf die zweite Position zu rücken? Gerade wurde der Ford-Europachef Stephen Odell gegen Jim Farley ausgetauscht. Und Bernhard Mattes, der Ford-Chef in Deutschland, musste klarstellen, dass sein Unternehmen nicht 2015, sondern erst 2016 in die Gewinnzone kommen dürfte. Trotzdem gibt man sich in Köln gelassen. Mattes: "Mit dem Fiesta haben wir den meistverkauften Kleinwagen in Europa. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Position im europäischen Markt halten." Dies sehen auch die Marktbeobachter von IHS so.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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