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Opel und GM in der Krise

Opel-Beschäftigte sind zu Einschnitten beim Lohn bereit

Foto: dpa 144 Bilder

Im Ringen um das Überleben von Opel sind die Beschäftigten zu Zugeständnissen beim Lohn bereit. Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen werden sie aber nicht akzeptieren, wie der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz nach einer Betriebsversammlung mit 9.000 Mitarbeitern am Freitag (20.3.) in Rüsselsheim betonte.

20.03.2009

Die 25.000 Opel-Mitarbeiter in Deutschland haben ihr Angebot an die Bedingung geknüpft, dass eine eigenständige europäische Opel AG mit Sitz in Rüsselsheim mit Zugang zu allen globalen Märkten gegründet wird.

Wachstum statt Schrumpfen

Bislang werden Opel-Fahrzeuge in wichtigen Märkten Asiens oder Südamerikas unter dem Namen anderer Marken aus dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) verkauft. Die Mitarbeiter sind nach den Angaben bereit, über den Verzicht auf Umsetzung der Tarifrunde 2009 zu verhandeln, bei der ein Plus von 4,2 Prozent vereinbart wurde.

Ferner könne über die Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie über Kurzarbeit oder Absenkung der Arbeitszeit gesprochen werden, betonte Franz. Lohnsenkungen lehnten die Arbeitnehmer aber ab: "Wir bekommen bei unserer Miete und bei unseren Nebenkosten keinen Rabatt, nur weil wir bei Opel arbeiten. Von daher muss mindestens sichergestellt sein, dass das monatliche Einkommen gleichbleibt." Der Sanierungsplan von Opel und GM Europa sieht Einsparungen von einer Milliarde Euro vor. Das Unternehmen hatte die Überkapazitäten auf 30 Prozent beziffert. Nach dem Willen der Beschäftigten darf GM an dem neuen Unternehmen nur noch eine Minderheitsbeteiligung haben. Zudem müssten sich alle Regierungen der Länder mit Opel-Standorten an der Firma beteiligen.

Franz betonte, dass das Management von Opel und GM Europa bei der Betriebsversammlung das Motto ausgegeben habe: "Wir wollen wachsen, wir wollen nach vorne, wir wollen das Unternehmen nicht klein schrumpfen."

Forderungen an die US-Regierung

Management, Arbeitnehmer und die Interessensvertretung ziehen also an einem Strang, betonte der Betriebsratschef. Franz unterstrich zudem erneut den Plan der Beschäftigten, gemeinsam mit den Händlern mehr als 25 Prozent an der neuen Gesellschaft halten zu wollen. "Wir wollen eine Sperrminorität haben, um hiermit auf zukünftige Unternehmenspolitik Einfluss nehmen zu können."

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende forderte die US-Regierung auf, ihre Pläne zur Zukunft des Autobauers rasch offenzulegen. Es sei jetzt am US-Finanzministerium, eine klare Aussage zu machen, ob es akzeptiert, dass GM die europäischen Fabriken und Verkaufsorganisationen auf die künftige Adam Opel AG übertrage. Erst dann könne die deutsche Politik sehen, dass das Unternehmen abgeschottet ist und kein Geld in die USA abfließen kann.

Die Bundesregierung hatte ihre Hilfe für Opel an mehrere Bedingungen geknüpft. Unter anderem müsse sichergestellt sein, dass deutsche Steuergelder in Deutschland bleiben.     Mit klaren Positionen der Politik steige auch die Chance, Investoren zu gewinnen. Zwar könne man sich diese wegen der Auto-Krise derzeit nicht aussuchen." Aber wir werden keinen Investor akzeptieren, der ausschließlich Interesse an unserer Technologie hat", sagte Franz.

Schnelles Handeln ist gefragt

Bei der Suche solle Unternehmensberater Roland Berger helfen, der von GM Europa beauftragt wurde und nicht von der Bundesregierung, wie dies einige Politiker falsch dargestellt hätten. Franz betonte, dass die Zeit drängt. Er rechne derzeit damit, dass die zukunftsweisenden Entscheidungen in einem Zeitraum von vier bis acht Wochen getroffen werden müssten. Insbesondere in den USA bestehe die Gefahr, dass GM bald in die Insolvenz rutsche. Der Autokonzern soll sein Unternehmens-Konzept am 31. März der US-Regierung vorlegen. Der schwankende Riese hängt am Tropf der US-Regierung und hat bereits Anteile auch an Opel verpfändet. Opel hofft europaweit auf Staatshilfen von 3,3 Milliarden Euro.

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