Opel-Verkauf: Finanzinvestor RHJI bessert Angebot nach

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Im Kampf um den Zuschlag für Opel hat der Finanzinvestor RHJI sein Angebot kräftig nachgebessert. Zur Sanierung des ums Überleben kämpfenden Autobauers will RHJI nach dem Kauf mit weniger Staatshilfen aus Deutschland auskommen. Trotz der Zugeständnisse lehnen die Arbeitnehmer und Opel-Händler den Finanzinvestor aber weiter ab und bevorzugen den Konkurrenten Magna.

Sie fürchten, dass RHJI als neuer Eigentümer weniger Geld in Opel  investieren oder den Autobauer sogar aufspalten würde. Der Finanzinvestor dementiert solche Pläne. "Wir wollen Opel nicht zerschlagen", sagte ein RHIJ-Sprecher in Brüssel. "Wir verpflichten uns, langfristig zu investieren. Opel ist eine starke Marke."

RHJI will 1,5 Milliarden weniger Staatshilfen als Magna

Sowohl RHJI wie auch der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna kalkulieren mit staatlichen Hilfen. Statt Finanzspritzen in Höhe von 3,8 Milliarden Euro verlangt RHJI laut Verhandlungskreisen nun weniger als drei Milliarden Euro. Somit würde RHJI mit 1,5 Milliarden Euro weniger Staatshilfe auskommen als Magna. Das RHJI-Konzept sehe vor, keine Opel-Fabriken und Standorte in Deutschland zu schließen. Europaweit sollen 9.900 Stellen wegfallen, wie aus dem Umfeld von RHJI verlautete. Die staatlichen Hilfen wolle RHJI bis 2014 zurückzahlen.  Die ehemalige Opel-Mutter General Motors (GM) verhandelt nach wie vor mit dem Finanzinvestor sowie mit Magna. Nach Angaben der Bundesregierung ziehen sich die Gespräche hin.

Die Opel-Händler schlagen derweil Alarm und warnen, dass bei einer Opel-Insolvenz 500 Betriebe in Deutschland vor dem Aus stünden. Der Opel-Betriebsrat nannte die Zugeständnisse des Bieters RHJI "fragwürdig". Entweder werde RHJI weniger investieren oder Opel zerschlagen. "Beides gefährdet die Zukunft von Opel", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz. RJHI habe kein Interesse an einer eigenständigen Perspektive für den Autobauer. Bund und Länder sowie der Betriebsrat favorisieren Magna, weil der Zulieferer weniger Arbeitsplätze in Deutschland abbauen und Opel stärker von der ehemaligen Mutter abtrennen würde. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Vortag so eindeutig wie noch nie für Magna ausgesprochen. Der bisherige Mutterkonzern präferiert aber den belgischen Finanzinvestor. Kürzlich hatte GM-Verhandlungsführer John Smith in einem Blog das RHJI-Konzept als "das einfachere" bezeichnet.

Insolvenz würde das Aus für 500 Opel-Händler bedeuten

RHJI rechnet sich nach eigenen Angaben weiter gute Chancen im Bieterwettstreit aus.     Laut Bundesregierung gibt es keinen neuen Sachstand. "Wir brauchen hier noch einige weitere Gespräche, auch wenn ein schnellerer Fortschritt wünschenswert wäre", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.  Die Opel-Händler fürchten, dass GM den Verkauf verschleppt und warnen vor den Folgen einer Insolvenz. Falls GM den Rüsselsheimer Autobauer nicht verkaufe, sondern in die Insolvenz treibe, würden in Europa rund 2.000 Opel-Händler pleitegehen. In Deutschland stünden nach Angaben der europäischen Opel-Händlervereinigung Euroda etwa 500 Betriebe vor dem Aus. "Eine sogenannte Plan-Insolvenz würde die Hälfte aller Betriebe platt machen", warnte der Euroda-Vizepräsident Albert Still. Die Händler beschäftigen laut Verband 35.000 Mitarbeiter in Deutschland. 

Der Verband hat einen Brief an den Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Jochen Homann, sowie ein Schreiben an den CDU-Mittelstandsexperten im Bundestag, Michael Fuchs, geschickt. Darin fordern die Händler, dass Magna den Zuschlag bekommt. "Das Konzept von Magna ist schlüssig", sagte Still. "Die überwiegend mittelständischen Händler würden eine Opel-Insolvenz nicht überleben, weil sie aus Verkaufsaktionen und Garantiearbeiten häufig Geld vorstrecken und erhebliche Forderungen gegen die Adam Opel GmbH haben. Würden diese Ansprüche ausfallen, wären die Händler nicht mehr zahlungsfähig." 

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dpa/mdo

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