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Opel Vertriebs- und Marketingchef Klaus

"Deutschland hat Opel gerettet"

Michael Klaus, Executive Direktor für Vertrieb, Marketing und Aftersales, Opel, 0209 Foto: Opel 6 Bilder

Opel Vertriebs- und Marketingchef Michael Klaus spricht mit auto motor und sport-Redakteur Harald Hamprecht über das Geschäftsjahr 2009, den Ausblick für 2010 und alle Modellneuheiten bis 2013 - vom Corsa-SUV bis hin zum geplanten Einstiegsmodell.

30.12.2009 Harald Hamprecht

Herr Klaus, wie zufrieden sind Sie mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr?
Klaus: Sehr zufrieden. Wir werden im Gesamtjahr einen Marktanteil von zirka neun Prozent verbuchen können - das sind dann sechs Zehntel mehr als 2008 und eine Steigerung unserer Neuzulassungen von mehr als 30 Prozent. Und das, obwohl wir im Gegensatz zur Konkurrenz weder mit dem Corsa noch mit dem Astra einen nagelneuen Vertreter ins Rennen schicken konnten.

Der Astra befand sich im Auslauf.
Klaus: Genau. Der neue 5-Türer ist erst seit 5. Dezember im Handel. Übers gesamte Jahr hinweg haben wir im Kompaktsegment dennoch ein Plus von 40 Prozent verbuchen können, im Kleinwagensegment eines um rund 70 Prozent und beim Insignia sogar um fast 100 Prozent. Man kann sagen, dass die Performance im deutschen Markt Opel in einer schwierigen Zeit gerettet hat. Sowohl Händler als auch Kunden sind uns treu geblieben.

Opel Astra 47 Sek.

Blicken wir nach vorne: Was erwarten Sie im Jahr 2010 vom Markt - und wie wollen Sie sich in Deutschland schlagen?
Klaus: Der Markt wird um die 2,8 Millionen Neuzulassungen heraus kommen - plus minus 200.000. Wir stellen uns auf einen schwachen Markt ein, wollen in diesem Umfeld aber weiter punkten und unsere Marktposition verteidigen. Unser mittelfristiges Ziel von zehn Prozent gilt nach wie vor. Im nächsten Jahr werden wir diese Marke jedoch noch nicht erreichen. Dennoch haben wir einige starke Pfeile im Köcher.

Welche?
Klaus: Zuerst einmal haben wir erstmals ein volles Jahr für den Insignia in all seinen Varianten. Daneben werden wir ab Anfang Januar auch Sondermodelle "Edition 111 Jahre" in den Markt bringen - und zwar für alle Volumenbaureihen. Auch bauen wir unser Angebot an nahezu komplett aufpreisfreien EcoFlex-Motoren aus - wie zum Beispiel mit einem Astra 1.3 CDTi ecoFLEX. Schon heute machen sie pro Baureihe bis zu 40 Prozent unseres Absatzes aus. Und dann haben wir auch komplett neue Modelle.

Welche?
Klaus: Im April/Mai kommt der nagelneue Meriva in den Markt, der Astra Kombi folgt im Herbst 2010 nach seiner Weltpremiere auf dem Pariser Automobilsalon. Der Antara erhält ebenso gegen Ende des Jahres eine umfangreiche Überarbeitung

Welche Hoffnungen setzen Sie auf das neue Allrad-Angebot beim Insignia?
Klaus: Schon heute sehen wir einen hohen Ausstattungsmix beim Insignia. Die Eroberungsrate liegt bei 25 Prozent, davon kommen zwei Drittel aus dem sogenannten Premium-Umfeld. Diesen Trend verdanken wir unseren höheren Motorisierungen, hochwertigen Technologien und eben unserem neuen adaptiven Allradantrieb. Mit der Ausweitung des 4x4 Angebots auf den Diesel Mitte nächsten Jahres wird sich der Allrad-Anteil von derzeit fünf Prozent sicher noch weiter erhöhen.

Wann sehen wir Allrad beim Astra?
Klaus: Das ist vorerst nicht geplant. Wir sehen hier auch nicht das Nachfragepotenzial. Unsere Entwicklungsreserven in diesem Segment gehen ganz klar in C02-Reduktion, zum Beispiel durch weiteres Downsizing bei den Motoren. Die Wirtschaftlichkeit und moderate Unterhaltskosten stehen in der Kompaktwagenklasse hier im Vordergrund.

Was dürfen wir 2011 erwarten?
Klaus: Der Astra Dreitürer kommt im Sommer 2011, außerdem bringen wir die Neuauflage des Zafira, der Ampera folgt zum Jahresende. 2012 könnte dann - sofern wir diese Entscheidung noch im ersten Halbjahr 2010 treffen - ein neues Einstiegsmodell, unser Opel Mini starten. Und 2012/13 unser Corsa-SUV.

Warum kommt der Astra Dreitürer so spät?
Klaus: Wir haben ihn bewusst so spät eingeplant, denn wir wollen ihn - auch mit seiner Formensprache - eigenständiger positionieren. Das wird ein richtiges kleines Coupe, nicht nur ein Derivat des Fünftürers.

Innerhalb der kommenden zwei, Jahre wollen Sie mit Ihren Neuheiten 80 Prozent der für Opel relevanten Marktsegmente mit neuen Modellen abdecken. Kommt der Corsa damit 2012 und der Zafira 2011?
Klaus: In der Tat hat der Corsa - wie alle Kleinwagen - inzwischen einen kürzeren Lebenszyklus. Aufgrund der Kundenstruktur von überwiegend jüngeren Menschen und Frauen ist der Peak in solchen Segmenten meist schon nach zwei Jahren erreicht. Das Design unseres Corsa ist aber immer noch frisch, sodass wir nun erst einmal das Motorenangebot überarbeitet haben und damit eine CO2-Verbesserung von rund 13 Prozent erzielen konnten. Darüber hinaus bauen wir die Colour-Edition weiter aus (optisch attraktiver Corsa mit schwarzem Dach, schwarzen 17 Zoll Rädern, Sportsitzen etc. preislich agressiv, nur 375 Euro über Volumenmodell Edition). Den Zafira planen wir dann für 2011.

Der Tigra TT ist 2009 ausgelaufen, wie lange behalten Sie den Roadster GT im Angebot?
Klaus: Beide Modelle sind im Auslauf, die Nachfrage in diesen beiden Segmenten ist extrem rückläufig. Auch hier gilt: Wir konzentrieren unsere Entwicklungskapazitäten zunächst auf zwei Punkte: Volumenmodelle und Umwelttechnologie.

Welche Verschiebungen sind in den einzelnen Vertriebskanälen zu erwarten?
Klaus: Das Jahr 2009 hat - aufgrund der Abwrackprämie - dazu beigetragen, dass unser Privatkundenanteil von 25 auf 65 Prozent gestiegen ist. Das wird sich 2010 wieder abschwächen. Wir wollen unser Geschäft mit Flotten- und Gewerbekunden ausbauen.

Wie?
Klaus: Wir werden auch unser Angebot im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge ausweiten. Wir wollen unseren Nutzfahrzeug-Absatz in Europa deutlich ausbauen, von heute rund 100.000 auf mindestens 160.000 Fahrzeuge. In Deutschland rechnen wir innerhalb der kommenden Jahre mit einer deutlichen Steigerung. Rückenwind erhoffen wir uns dafür unter anderem vom neuen Movano, der Anfang 2010 in den Handel kommt. Auch im Combo-Segment gibt es noch Potentiale.

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