Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Opel will Milliardenhilfe

Foto: dpa

Opel muss in der Finanzkrise als erster Autohersteller in Deutschland um staatliche Hilfe bitten. Die Tochter des schwer angeschlagenen US-Konzerns General Motors bemüht sich um eine staatliche Bürgschaft, wie das Unternehmen am Freitag (14.11.) auf Anfrage in Rüsselsheim mitteilte.

14.11.2008

Der Autobauer Opel will staatliche Hilfen in Milliardenhöhe. Opel verwies auf die Folgen der Finanzkrise und die dramatische Schieflage von GM. Der Mutterkonzern hatte kürzlich vor einer möglichen Insolvenz gewarnt.

Die Geschäftsleitung der Adam Opel GmbH habe sich mit der Bitte um die Bürgschaft an die Bundesregierung und die Bundesländer gewandt, in denen das Unternehmen Werke habe, teilte Opel mit. Der Autobauer produziert in Deutschland außer in seinem Stammwerk im hessischen Rüsselsheim in Nordrhein-Westfalen (Bochum), Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern) und Thüringen (Eisenach). Insgesamt hat der Autobauer in Deutschland knapp 25.700 Mitarbeiter. "Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit von Opel auch in dieser global schwierigen Situation sichern", sagte Opel-Chef Hans Demant. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wollte sich am Freitag nicht zu dem Schritt von Opel äußern.

Auswirkungen der Krise bei GM

Opel betonte, die Bürgschaft würde dann notwendig, wenn sich die wirtschaftliche Situation des Mutterkonzerns General Motors (GM) verschärfe. Die Krise bei GM könnte vorübergehend auch Auswirkungen auf wesentliche Geschäftsbereiche wie Produktprogramme und Produktentwicklung der Adam Opel GmbH haben. GM befindet sich wegen der weltweiten Absatzprobleme der Autoindustrie, einer verfehlten Modellpolitik und Milliardenverlusten seit Monaten in der Krise. Opel macht etwa 75 Prozent des GM-Europageschäfts aus.

Demant hatte die Bitte nach Bürgschaften zuvor in einem Interview mit der Online-Ausgabe des "Handelsblatts" öffentlich gemacht. Nach Informationen des "Handelsblatts" aus Regierungskreisen überlegt die CDU-geführte hessische Landesregierung, eine Bürgschaft in Höhe von 500 Millionen Euro zu übernehmen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wollte sich am späten Freitagnachmittag vor der Presse äußern.

Der traditionsreiche Hersteller Opel hatte sich bereits Anfang dieser Woche mit der Bitte um Milliardenhilfe an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt: Die Europäische Investitionsbank solle ein Kreditprogramm in Höhe von 40 Milliarden Euro auflegen, um den schleppenden Absatz von Neuwagen zu fördern, hatte es damals geheißen.

Regierung verhandelt bereits

Die Bundesregierung will zusammen mit den Ländern mögliche Hilfen für den Autobauer Opel prüfen. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte am Freitag: "Wir sind bereits in Kontakt mit Opel. Das Problem kann nur gemeinsam mit den betroffenen Standortländern angegangen werden." Opel müsse nun "konkrete belastbare Zahlen auf den Tisch legen, damit wir die Situation analysieren können". Auf dieser Basis würden dann Gespräche innerhalb der Bundesregierung und mit den Ländern geführt. Mit einer Staatsbürgschaft will sich Opel für den Fall absichern, dass sich die Krise des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) verschärft.

Experte: Ohne Bürgschaft steht Opel vor dem Aus

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht Opel ohne Staatsbürgschaft vor dem Aus. "Ohne die Bürgschaft geht Opel in Konkurs", sagte Dudenhöffer der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Dann gäben die Banken kein Geld mehr und Opel könne seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. "Dann stehen bei
Opel die Bänder endgültig still."


Mehr über:
Opel

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden