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Opel Zafira-Zukunft

Der neue Opel-Kompaktvan startet 2011

Opel Zafira Foto: Schulte 24 Bilder

Mit dem neuen Opel Zafira folgt im Sommer 2011 die Neuauflage des zweiten erfolgreichen Opel-Van-Modells. Das Design der dritten Zafira-Generation orientiert sich dabei stark am neuen Opel Meriva und dem Opel Ampera.

15.09.2010 Jens Katemann

Klappen und falten ja, ausbauen nein. Dieser für Laternenparker so praktische Grundsatz bestimmte die Entwicklung des ersten Zafira Mitte der neunziger Jahre und wurde zum Vorbild für das gesamte Segment. So danken Familienväter den Opel-Ingenieuren für die im Wagenboden versenkbare dritte Sitzreihe, mit deren Hilfe sie die Kinderhorden zum Schwimmbad fahren. In die gleiche Kerbe zielt der im Stoßfänger integrierte Fahrradträger, den man einfach nur herauszieht. Einziger Nachteil: Diese Transportlösungen gibt es bereits für einige Opel-Modelle, aber noch nicht für den Zafira.

Optik leitet sich vom Meriva ab

Das wird sich aber bald ändern: Auf der IAA im Herbst 2011 präsentiert Opel die dritte Generation seines Van-Pioniers, die noch im selben Jahr in den Handel kommt. Optisch orientiert sich die Neuauflage am kleinen Bruder Meriva, aber auch am komplett neuen Ampera. Dieses Hybrid-Modell startet ebenfalls 2011 und hat mit dem Zafira das Frontscheinwerfer-Design in Form eines Bumerangs gemeinsam. Ansonsten setzt der Zafira die Designsprache des kleinen Bruders Meriva fort. Ausnahme: Statt gegenläufig öffnender Türen erhält er ein konventionelles Türsystem.

Zafira wird wachsen

Da der Meriva gegenüber dem Vorgänger um rund 15 Zentimeter gewachsen ist, muss auch der Opel Zafira größer werden. Mit einer Länge von knapp 4,70 Metern überragt er den Vorgänger (4,47 Meter) und den Rivalen Ford Grand C-Max (4,52) deutlich, bleibt aber kürzer als der Ford S-Max (4,77 Meter). Das Kofferraumvolumen von 645 bis 1.820 Liter dürfte somit künftig noch üppiger ausfallen. Opel positioniert seinen großen Van zwischen VW Touran (4,40 Meter) und Sharan (4,85 Meter). Dabei basiert der Zafira auf der Plattform des Astra, der als Sports Tourer getaufter Kombi ähnlich lang geworden ist.

Der neue Zafira wird aber nicht nur länger, sondern auch komfortabler, leiser und im Innenraum hochwertiger. Nachholbedarf besteht bei der vielgerühmten Variabilität. Die verschiebbare mittlere Sitzbank des aktuellen Modells ist gegenüber den versenkbaren Einzelsitzen der modernen Konkurrenten nicht mehr die beste Lösung.

Beim Cockpit orientiert sich das Design am Insignia. Das bislang sehr auf Agilität abgestimmte Fahrwerk mit optionalen adaptiven Dämpfern wird wie beim Meriva komfortabler ausgelegt. Auf eine Mehrlenkerhinterachse verzichtet Opel dabei allerdings. Mit der wie im Astra mittels Wattgestänge verfeinerten Verbundlenkerachse bleibt künftig genug Raum für den integrierten Fahrradträger, aber auch für die voluminösen Tanks der Erdgas-Version. Denn alternative Antriebe spielen weiterhin eine wichtige Rolle im Zafira-Programm. Die Erd- und Autogas-Varianten erreichen derzeit einen Anteil von gut fünf Prozent am Gesamtabsatz.

OPC-Version noch offen

Ansonsten hat auch bei Opel der Saugbenziner ausgedient. Das 1,6 Liter große Basistriebwerk mit 115 PS wird wohl wie bei anderen Opel-Modellen durch den 1.4 Turbo ersetzt. Damit stehen voraussichtlich zwei unterschiedlich große Turbomotoren zur Wahl: der 1,4-Liter mit 120 oder 140 PS sowie ein 1,6-Liter mit 180 PS. Ob es erneut eine sportliche OPC-Version geben wird, ist bislang offen. Der Marktanteil nur 0,4 Prozent der Zafira-Kunden entscheiden sich für das Sport-Modell spricht nicht gerade dafür. Doch es gibt ein triftiges Gegenargument: "Wir verkaufen häufig nur die OPC-Ausstattung, und dafür brauchen wir das Modell als Image-Träger", heißt es bei Opel intern.

Das Angebot an Dieselmotoren umfasst in Zukunft nur noch zwei Hubraumgrößen. Der 1.9 CDTi fällt weg. Die Leistungsstufen 110 und 130 PS deckt der 1.7 CDTi ab. Darüber bietet Opel einen Zweiliter mit 160 PS an. Bis zum Marktstart des Zafira soll ein Start-Stopp-System für einige Motoren zur Verfügung stehen, um Verbrauch und CO2-Ausstoß nochmals zu reduzieren. Forderungen des Lastenhefts sind aufgeladene Benzin-Direkteinspritzer und ein Doppelkupplungsgetriebe. Doch wann diese Techniken in Serie gehen, ist derzeit noch nicht bekannt.

Neue Assistenzsysteme

Sicher ist dagegen, dass auch auf der Aufpreisliste des Zafira der aus dem Insignia bekannte Spurhalteassistent und die Verkehrszeichenerkennung stehen werden. Außerdem kommt das im Meriva neu eingeführte System Flex-Rail, mit dem sich Ablagen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz flexibel nach Bedarf umgestalten lassen, zum Einsatz.

Und was kostet der Spaß? Nicht mehr als bislang. Die Preise sollen sich am Vorgänger orientieren. Damit bleibt vielleicht noch Geld für das eine oder andere pfiffige Extra, so wie es schon heute die  meisten Zafira-Käufer ordern. Bislang wurde der Van in Deutschland überwiegend als "Edition 111 Jahre" (46 Prozent) oder in der Top-Ausstattung "Innovation" (früher Cosmo, 36 Prozent) bestellt. Und der deutsche Markt ist nach Großbritannien der wichtigste.

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