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Ostauto-Treffen in Magdeburg

Besuch bei Ommma

Ostauto-Treffen, Parkplatz, Modelle Foto: Michael Papendieck 8 Bilder

Zum 15. Mal fand auf dem ehemaligen Gartenschau- Gelände das Ostmobil-Meeting Magdeburg statt. auto motor und sport war dabei und schnupperte eine Prise automobile Ostalgie.

30.11.2013 Anna Matuschek Powered by

Fährst Du zu Ommma? Diese Frage galt nicht einem Besuch bei den Großeltern, sondern beim Ostmobil-Meeting Magdeburg. Ostmobil – da denkt man zuerst an den Trabi, dessen Spitzname Pappe lautet, weil die Karosserie zu einem Großteil aus Duroplast besteht. Noch 32.485 Fahrzeuge zählte das Kraftfahrt-Bundesamt zu Beginn des Jahres. Wenn es blau aus dem Endtopf pustet, ist meist ein Zweitakt-Motor verbaut – und den gab es besonders oft unter den Karossen ostdeutscher Automobile. Sogar der sportliche Melkus, der optisch einen wirklich schönen Sportwagen darstellt, rasselt über die Wiese wie eine alte Mofette.

Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel. Späte Barkas des Typs B 1000-1 beispielsweise sind mit einem 1,3-Liter-Vierzylinder mit 58 PS unterwegs, der auch im VW Polo zum Einsatz kam. Wartburg kaufte in den Achtzigern eine Fertigungsstraße von Volkswagen und schnitzte den Viertakter ins Heck des Busses mit den runden Kulleraugen.

Preise für rare Ostautos ziehen an

Hier beim Ommma findet sich alles, was im Osten gebaut und gefahren wurde. Wunderschön strahlt aus den Reihen ein Wartburg Camping heraus. Familie Lorenz hegt und pflegt ihr Schätzchen. "Der gehört bei uns dazu", freuen sich die Besitzer voller Stolz. Als Fahrer eines solchen Wagens gehört der Gedankenaustausch via Ommma schon fast zum Pflichtprogramm. Doch während sich ganz normale Trabis finanziell auch aus dem kleinen Geldbeutel finanzieren lassen, erreichen die beliebten Wartburg Camping, Cabrio oder Coupé in gutem Zustand teilweise über 20.000 Euro. Das seltene Tschaika Gaz 13 Cabriolet sprengt gar die 30.000-Euro-Grenze und ist eines der teuersten Ostautos überhaupt.

Ob Bernd für seinen Barkas von 1985 wohl auch so viel bekommen würde? "Den geb ich nie her, da trenne ich mich eher von meiner Frau", witzelt der Calber. Und obwohl es von seinem Heimatort nach Magdeburg nur 30 Kilometer sind, nutzt der Bus-Fan das Wochenende bei Ommma gerne für einen Kurzurlaub. Freitag ist Anreisetag – ebenso wie für etliche weitere Campingfans, die es sich auf den weitläufigen Wiesen gemütlich machen.

Manches ist wie in der DDR

Die Veranstaltung ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. "Wir bewerben Ommma gar nicht mehr. Vor 15 Jahren haben wir mit 180 Autos angefangen, jetzt dürfte es etwa das Zehnfache an Teilnehmern sein", resümiert Frank Schuster, Vorsitzender des Clubs IFA-Freunde Sachsen Anhalt e.V., der die komplette Organisation übernimmt. Schuster selbst lenkt ein Wartburg 311 Cabriolet. Ein H12 HT – HT steht für Hard Top. Am Mittag fährt er auf die Präsentationsfläche, wo das interessierte Publikum mit Fakten und unterhaltsamen Floskeln versorgt wird. "Das Cabriolet heißt auch Klappriolet – weil es nicht so richtig alltagstauglich ist."

An der Ess-Meile werden derweil Nudeln mit Soße ausgegeben. "Da kommt die richtig Gute wie damals in der DDR drauf", schwärmt der Mann mit der Kelle. Genau das Richtige, bevor man sich nach einem bunten Tag mit viel Ostalgie auf die Heimreise macht.

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