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Osterloh wettert

Feindliche Übernahme

Foto: Volkwagen

Der Betriebsrat von Volkswagen hat VW-Großaktionär Porsche scharf attackiert und von einer "feindlichen Übernahme" gesprochen.

26.02.2008

Was als Zusammenwachsen von zwei der wichtigsten deutschen Industrieunternehmen begonnen habe, werde langsam aber sicher zu einer "feindlichen Übernahme", sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh am Dienstag (26.2.) auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg vor mehr als 20.000 Beschäftigten. Schon die Namensgebung der neuen Dachgesellschaft mache dies deutlich: "Porsche Automobilholding SE". Osterloh: "Ich meine, es müsste eigentlich zumindest "Volkswagen und Porsche Automobilholding SE" heißen."

Ebenso warf Osterloh laut Mitteilung die Frage auf, warum der Sitz der neuen Gesellschaft in Stuttgart-­Zuffenhausen sein müsse. "Warum nicht in Niedersachsen, wo die meisten Arbeitnehmer dieser neuen Holding innerhalb Deutschlands beschäftigt sind?"

Streit geht weiter

Zwischen dem VW-Betriebsrat und Porsche tobt seit Monaten ein erbitterter Streit über die Mitbestimmung in der Porsche Holding. Aus Sicht des VW-Betriebsrats geht die Mitbestimmungsvereinbarung zu Lasten der VW-Belegschaft, die deutlich größer ist als die Porsche-Belegschaft. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass im Aufsichtsrat die Betriebsräte von Porsche und VW je drei Sitze erhalten. Über eine Klage des VW-Betriebsrats gegen die Vereinbarung soll am 29. April vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht verhandelt werden. Falls Porsche wie erwartet die Mehrheit an VW übernimmt, wäre Volkswagen ein Teil dieser Holding. Porsche hält derzeit knapp 31 Prozent an VW.

Osterloh sagte, er sei sich in dem Mitbestimmungs-Streit mit seinem Porsche-Amtskollegen Uwe Hück weitgehend einig. "Aber nicht mit dem Vorstand der SE und insbesondere nicht mit Wendelin Wiedeking." Osterloh warnte den Porsche-Vorstandschef davor, sich gegen die Belegschaft von Volkswagen zu stellen. "Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung sind bei Volkswagen zwei Seiten der gleichen Medaille. Wenn es um die Zukunft von Standorten und Regionen, von Arbeitsplätzen und Familien geht, dann werden die mehr als 300.000 Männer und Frauen im Volkswagen Konzern auch künftig ein gewichtiges Wort mitreden." Wiedeking versuche dies immer wieder massiv infrage zu stellen.

Der VW-Betriebsratschef kritisierte auch den Widerstand von Wiedeking gegen ein neues VW-Gesetz. Der Europäische Gerichtshof hatte das bisherige VW-Gesetz in zentralen Teilen für nicht mit EU-Recht vereinbar erklärt. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will nun auch in einem neuen VW-Gesetz wichtige Mitspracherechte der Arbeitnehmer verankern, etwa bei der Verlagerung von Produktionsstätten. Wiedeking dagegen hatte kritisiert, ein neues VW-Gesetz würde die Bedingungen für den Wirtschaftsstandort verschlechtern. Außerdem entstehe eine Ungleichbehandlung mit anderen deutschen Unternehmen.

Der am Dienstag wiedergewählte niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) betonte in einem auf der VW-Betriebsversammlung verlesenen Grußwort, das Land halte an seiner Beteiligung an VW fest. Das Land ist mit einem Anteil von gut 20 Prozent nach Porsche zweitgrößter VW-Aktionär. Wulff kritisierte in dem Grußwort: "Kein Aktionär soll so mächtig sein, dass er dieses Unternehmen allein dominieren kann. Das ist der Sinn des VW-Gesetzes.

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