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Paris-Messerundgang II

Von Möbeln und Menschen

Markus Tier Messerundgang Teil II Foto: Markus Stier 25 Bilder

Es wird ja nie kommuniziert, aber der Pariser Salon ist auch eine Möbelmesse und eine für Unterhaltungselektronik in einem. Wir haben uns umgesehen.

28.09.2012

Das Auge des spieltriebigen Homo Sapiens bleibt zwangsläufig an einem zusammengequetschten Citroen DS3 WRC hängen, den man sich prima ins Wohnzimmer stellen könnte, um für die Rallyesimulation auf der Playstation endlich adäquat untergebracht zu sein. Zugegeben, man braucht dann eigentlich nicht mehr versuchen, sich andere Möbel ins Zimmer zu stellen. Es ist schlicht kein Platz.

Meiner misst 126 Zoll

Es sei denn, man geht das Thema etwas größer an und reserviert gleich den größten Raum der Wohnung oder die komplette Garage für ein sechsbeiniges Monstrum. Irgendwelche Simulatoren, aus denen es quietscht und brummt, hat ja jeder hergelaufene Zulieferer auf der Messe stehen, aber nicht diesen hydraulischen Kraken, der einen beträchtlichen Teil des Ford-Standes ausmacht. Auf sechs Stempeln steht das Ding, das sogar Platz für drei Personen liefert. Und wer je stolz auf seinen 46-Zoll-Flachbild-Fernseher war, der schweige nun ergriffen, denn vor dem Schalensitz breiten sich wie ein dreiflügeliger 126-Zoll-Altar vor dem Betrachter aus, auf denen er ungebremst aus der Kurve fliegen kann. Der ganze Spaß kostet zwar unerfreuliche 25.000 Euro, aber damit kann man absolut sicher sein: Die Nachbarn in der Straße - ach was sage ich – im gesamten Einzugsgebiet, haben so was nicht.
 
Wer es etwas ruhiger mag, und eher minimalistisch denkt, der kann sich auch ein schlichtes Kohlefaser-Monocoque als Lesesessel oder auch als Staubfänger anschaffen, Kostenpunkt: 30.000 Euro, mit Crashboxen und ein bisschen was dran auch gegen 60.000. Man will ja schließlich auch ein bisschen repräsentieren.

Vive l'electricité

In dem Fall kauft man sich auch eher nicht den neuesten McLaren, sondern einen Infiniti Emerg-E Supersportler mit Elektroantrieb. Auch wenn VW-Chef Winterkorn ihn erst vor wenigen Tagen für total out erklärt hat: Elektro ist total in, vor allem wenn er wie beim französischen Sportwagenhersteller Exagon mit maßgeschneidertem Kofferset daherkommt. Von der Firma hat in unseren Breiten noch nie jemand gehört, man hält Exagon vielleicht für ein neues Abführmittel, dabei ist es ein Fortführmittel, dessen Siemens-Motoren 400 PS abwerfen und das angeblich 300 Kilometer lang.
 
Elektromobilität hat in Frankreich schon eine lange Tradition, und so finden sich erheblich mehr Autos mit alternativen Antrieben als sonstwo. Während hierzulande allenfalls der ein oder andere Twizy auf den Straßen fährt, hat Frankreich sogar schon Elektroautos auf den Rennstrecken laufen. Egal ob als Rundstrecken-Trainingsauto in Monthlery oder als Driftgerät für die Trophée Andros. Der Sponsor des Eisrenners heißt bezeichnenderweise "Saft".

Raupen und Haie

Der jüngste Coup heißt Green GT und ist im Design der Tierwelt abgeschaut. Die Nase ist dem Hammerhai entlehnt, die Heckverkleidung in Knochengerüst-Optik kennt man als Wüstenbesucher von verendeten Pferden am Straßenrand. Aber der Renner hat zwei Elektromotoren mit insgesamt 544 PS, die von einer Brennstoffzelle gespeist werden und soll im kommenden Jahr bei den 24 Stunden von Le Mans antreten.
 
Falls alle Versuche, den Planeten zu retten, doch scheitern sollen, hat Hyundai vorgesorgt, mit einem etwa einen Kilometer langen Raupenfahrzeug mit Wohnbereichen und einem eigenen Biokraftwerk an Bord. Passenderweise heißt das in einem 80 Zentimeter-Modell gebaute Modell "Noah."

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