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Paul Pietsch Classic 2013

Vorauseilender Antrieb

Alvis FWD Type FA bei der Paul Pietsch Classic 2013 Foto: Thomas Kurz 42 Bilder

Die Paul Pietsch Classic als Laufsteg für einen Technik-Pionier: Der Autostadt setzte einen Alvis Type FA von 1928 mit Vorderradantrieb ein. Der Zweisitzer ist das erste Serienauto mit Frontantrieb.

18.06.2013 Dirk Johae Powered by

Was für viele Autos heute die Regel ist, war in den 20er und 30er Jahren noch eine gewagte Technik: Mangelnde Zuverlässigkeit verhinderte den Durchbruch. Einige Jahre vor Stoewer, DKW und Citroën entwickelte die von zwei englischen Flugzeugtechnikern gegründete Firma Alvis einen Sportwagen mit dem Antrieb über die Vorderräder.

Rennerprobung bei Alvis

Thomas George John, einer der beiden Alvis-Gründer, entwickelte zunächst einen leichten Rennwagen mit Vorderradantrieb, der 1925 beim Bergrennen in Shelsley Walsh eingesetzt. Der Rahmen des Fronttrieblers bestand aus Duraluminium. Zwei Jahre zuvor hatte Harry Armenius Miller in den USA bereits einen Rennwagen mit diesem Antriebskonzept gebaut. Drei Jahre später entstand der erste Serienwagen vom Typ FA, der allerdings mit einem Rahmen aus Stahl. Einer dieser insgesamt 26 Autos aus der ersten Serie gehörte zum Starterfeld der 2. Paul Pietsch Classic.

Rarität aus der Autostadt

"Wir haben das Auto vor acht Jahren von einem belgischen Händler erworben", berichtet Alvis-Fahrer Andreas Hornig, Leiter des Museums "Zeithaus" der Autostadt in Wolfsburg. Als erstes Serienauto mit Vorderradantrieb gehört es zu einer ganzen Gruppe von Pionieren wie DKW Front oder Cord L29 in der Museumssammlung. Für die Kraft des Alvis sorgt ein Reihenvierzylinder mit einer obenliegenden Nockenwelle. Mit Kompressor leistete dieser 1,5-Liter-Motor 75 PS.

Fahren für Erfahrene

Das Fahren mit dem Pionier für den Vorderradantrieb ist nicht leicht: "Bremsen gibt es nur an den Hinterrädern, die auch noch schnell blockieren", schildert Zeithaus-Chef Andreas Hornig. "Außerdem wird es für Fahrer und Beifahrer durch die Motorhitze verhältnismäßig heiß." Aber gemeinsam mit Julius Kruta als Co-Pilot erreichte Hornig mit dem Alvis nach rund 400 Kilometern das Ziel der 2. Paul Pietsch Classic in Offenburg.

Was bedeutet Alvis und warum muss ich die Marke kennen?

Den Markennamen Alvis bildeten die Firmengründer 1919 aus dem chemischen Kürzel "Al" für den Werkstoff Aluminium und "vis", das lateinische Wort für Kraft.

Neben der Nutzung des Vorderradantriebs im Serienwagenbau sowie des Leichtmetalls Aluminium zur Erzielung eines guten Leistungsgewichts zeichneten sich die Sportwagen von Alvis durch Einzelradaufhängung an der Vorder- und Hinterachse aus. Zum bestverkauften Modell entwickelte sich der ab 1932 verkaufte Speed 20 mit einem Reihen-Sechszylinder und konventionellem Hinterradantrieb.

War der Vorderradantrieb erfolgreich für Alvis?

Der Antrieb der Vorderachse sorgte für viele Reklamationen der Alvis-Kunden. Von 1928 bis 1930 wurden insgesamt nur 145 Autos mit Vorderradantrieb verkauft. Danach beendete der Hersteller aus Coventry das Experiment. Die Marke blieb übrigens bis 1967 eigenständig, danach übernahm Rover die Firma aus der mittelenglischen Industriestadt.

Zeithaus in der Autostadt Wolfsburg

  • Öffnungszeiten täglich 9-18 Uhr (außer 24. und 31.12.)
  • Aktuelle Sonderausstellung zum 13. Geburtstag der Autostadt: Motor-Ikonen. Gezeigt werden zwölf Aggregate vom Ein- bis zum Zwölfzylinder Seite an Seite mit den Autos, die sie angetrieben haben.
  • Mehr Informationen unter www.zeithaus.de/zeithaus

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