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Paul Pietsch Classic 2015

Deutsch-Französische Freundschaft

Bugatti 35 T Foto: Autostadt 28 Bilder

Das Thema Deutsch-Französische Freundschaft bestimmt nicht nur die Strecke, bei dieser vierten Paul Pietsch Classic spielt es auch die Hauptrolle bei den teilnehmenden Klassikern aus der Autostadt. Allesamt sind sie Meilensteine der Automobilgeschichte.

05.06.2015 mkl, Benjamin Köbler-Linsner Powered by

Als solche sind sie im Zeithaus der Autostadt in Wolfsburg zu bewundern, sofern sie nicht gerade als Botschafter ihrer Epoche unterwegs sein dürfen. Die Pärchen auf diesen Seiten – jeweils ein Auto aus Frankreich und eines aus Deutschland – eint mehr, als sie trennt. Sie entstammen entweder derselben Periode, einem ähnlichen Genre, hatten vergleichbare Leistung, waren technische Vorreiter oder spielten
die gleiche Rolle am Markt. Oder fast alles gleichzeitig, wie etwa Citröen DS und NSU Ro 80 oder Ente und Käfer. Etlichen davon war auch wirtschaftlicher Erfolg beschieden, alle sind sie unvergessen. Und es wird ein Erlebnis, sie wieder in Aktion zu sehen.

Bugatti T 35: Super-Rennwagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Im Mai 1932 begann die Rennfahrerkarriere von Paul Pietsch mit einem Bugatti T 35. Im Andenken an ihren Vater nehmen seine Kinder Peter-Paul Pietsch und Dr. Patricia Scholten traditionell in einem Bugatti des selben Typs an der Paul Pietsch Classic teil.

Über 2.000 Siege konnte der Bugatti T 35 von 1924 bis 1927 einfahren. Allerdings sei erwähnt, dass die Starterfelder der damaligen Zeit großteils mit Bugattis besetzt waren. Es kam sogar vor, dass an Rennen ausschließlich Fabrikate dieses Herstellers teilnahmen. Ein Sieg war daher sehr wahrscheinlich.

Bei der Paul Pietsch Classic 2015 führen die Nachkommen des berühmten Rennfahrers und Verlegers das Feld mit einem T 35 aus dem Jahr 1926 an. Der wassergekühlte 8-Zylinder leistet 110 PS bei 2,2 Litern Hubraum. Die obenliegende Nockenwelle wird durch eine Königswelle angetrieben.

Vom Bugatti T 35 wurden von 1924 bis 1931 genau 300 Exemplare gebaut.

Borgward Isabella: Die sportliche Mittelklasse

Der Name Isabella soll Carl F. W. Borgward spontan eingefallen sein. Eigentlich sollte Isabella nur als vorübergehende Bezeichnung dienen, am Ende blieb der klangvolle Name aber bei der Serienproduktion bestehen.

Die Borgward Isabella ist die erste deutsche Mittelklasselimousine mit sportlicher Prägung. Wie kein anderes deutsches Fabrikat verband die Isabella hohen Komfort, herausragende Fahreigenschaften und ingeniöse Konstruktionsdetails. Mit ihrem Vorgängermodell, dem Borgward Hansa 1500, hatte die Isabella kaum noch Gemeinsamkeiten.

Statt einer glatten Pontonkarosserie besitzt die Isabella eine neu konstruierte selbsttragende Karosserie. Markant sind die Auswölbungen an den Radausschnitten, die betonten Türschweller und die seitliche Chromzierleiste. Das Fahrwerk der Isabella hat keine Blattfedern.

Diese Borgward Isabella wird auf der Paul Pietsch Classic 2015 von Motor Klassik Gründungs-Chefredakteur Dirk-Michael Conradt und der Schauspielerin Katharina Schubert gefahren. Die Limousine besitzt einen 4-Zylinder Reihenmotor mit 60 PS Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 135 km/h. Das 4-Gang-Getriebe wird per Lenkradschaltung bedient.

Nach der Insolvenz von Hersteller Borgward wurde die Isabella noch einige Zeit lang in Mexiko gebaut. Nach dem Ende des deutschen PKW-Herstellers wurden die Maschinen über den Atlantik gebracht und weiterhin für den Fahrzeugbau verwendet.

Von der Borgward Isabella wurden von 1954 bis 1962 über 200.000 Exemplare gebaut.

Porsche 911 S: Der Sportwagen

Der Porsche 911 zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten Supersportwagen, der sich sowohl im professionellen Motorsport als auch bei Privatfahrern einen legendären Namen schuf. 1963 kam der erste Prototyp unter der Nummer 901 auf, ein Jahr später startete die Produktion mit der Typbezeichnung 911. In den folgendenen Jahren kamen verschiedene Varianten auf den Markt, darunter der 912 mit Vierzylinder-Motor, der Targa mit Überollbügel und der 911 S mit 160 PS-Motor. 1989 wurde der 911 komplett überarbeitet, denn die Konstruktion war immer noch auf dem Stand der 60er-Jahre. Das neue Modell hieß 964, wurde aber weiterhin unter der Typbezeichnung 911 verkauft. Die Kunden waren zu sehr auf den 911 eingeschworen, der ein wesentliches Zugpferd von Porsche war und ist.

Der 911er der Autostadt ist ein Modell aus dem Jahr 1968 mit Sechszylinder-Boxermotor bei 2 Liter Hubraum und 160 PS. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 220 km/h und kostete bei der Einführung 24.500 DM. Insgesamt wurden im Zeitraum 1964-97 406.000 Porsche 911 mit luftgekühltem Motor gebaut.

Renault 4CV: Das Millionen-Auto

Das erst französische Auto, das mehr als eine Million Mal gebaut wurde, ist der Renault 4CV. Zusammen mit dem 2CV bot Renault damit vollwertige Automobile an, in denen eine Familie mit Gepäck Platz finden konnte. Erstmalig wurde der 4CV im Nachkriegsjahr 1946 vorgestellt. Er besaß eine selbsttragende Karosserie, ein Dreigang-Getriebe und einen wassergekühlten Heckmotor mit 18 PS Leistung. In den folgenden Jahre wurde die Reihe durch eine Cabrio und eine Luxus-Version ergänzt. 1951-53 fuhr der 4CV Klassensiege in Le Mans und bei der Mille Miglia ein. Das Heckmotorkonzept fand auch in Japan Nachahmer: Hino baute den 4CV ab 1953 zehn Jahre lang in Lizenz.

Das Zeithaus-Exponat ist ein Renault 4CV in Luxus-Ausführung. Der Vierzylinder-Motor mit 0,75 Liter Hubraum leistet 21 PS und bringt den Wagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Der damalige Neupreis betrug 4.950 DM.

Volkswagen 1200 Export "Ovali": Das ultimative Erfolgsmodell

Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Großserienproduktion des VW Käfers. 1949 wurde eine Exportversion eingeführt, die luxuriöser als das Basismodell ausgestattet war. Vier Jahre später wich das zweiteilige Brezel-Fenster einem einteiligen ovalen Fenster, dem "Ovali". In den 50er- und 60er-Jahren stiegen Leistung und Hubraum sowie die Größe der Fensterflächen. Bereits 1956 hatte der Käfer einen Anteil von knapp 40% an der gesamten deutschen Autoproduktion.

Der Ovali-Käfer der Autostadt wurd 1956 gebaut und wird von einem 1,2 Liter Boxermotor mit 30 PS angetrieben. Er kostete damals neu 4.850 DM. Insgesamt wurden von 1945 bis 2003 über 21 Millionen Käfer gebaut.

NSU Ro 80: Kraft im Kreis

Der Kreiskolbenmotor von Felix Wankel ist das Herz des NSU Ro 80, einer schnittigen Limousine mit ausgezeichnetem cW-Wert. Das keilförmige Design von Claus Luthe wirkte sich bei vielen Designern aus, die nun ebenfalls strömungsgünstige Karosserien zeichneten. 1967 wurde der Ro 80 erstmals in Frankfurt vorgestellt und wurde gleich zum "Auto des Jahres" gewählt. Das "Ro" steht übrigens für Rotationskolbenmotor. Unterschiedliche Probleme mit dem Triebwerk führten aber dazu, dass der Ruf des Modells in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Mit seinen 2 x 497,5 ccm Hubraum leistete der Zweischeiben-Wankelmotor 115 PS bei einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Insgesamt 37.398 NSU Ro 80 wurden gebaut.

Matra Jet 6

1962 debütierte der von René Bonnet konstruierte Djet, ein Mittelmotor-Sportwagen mit Kunststoffkarosserie. Verbaut wurden Renault-Motoren in verschiedenen Ausführungen. Da Bonnet auch Formel 3-Wagen entwarf, wurden Details wie die Einzelradaufhängung auch im Djet verbaut. 1964 übernahm der Rüstungshersteller Matra das Werk von Bonnet und führte es erfolgreich weiter. Das Sportcoupé hieß nun Matra Jet und wurde bis 1968 gebaut.

Ein Reihen-Vierzylinder mit 1,3 Liter Hubraum und 105 PS verhilft dem Matra Jet 6 zu einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Das Fahrzeug der Autostadt ist aus dem Jahr 1966 und kostete damals 15.500 DM.

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