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Paul Pietsch Classic 2016

Ein NSU Ro 80 wird wachgeküsst

Foto: Arturo Rivas

Einen Oldtimer zu retten und zu restaurieren ist für viele Fans eine fast schon normale Sache. Wenn es sich aber um einen der seltenen NSU Ro 80 mit Kreiskolbenmotor handelt, wird es zu einer ganz besonderen Aktion.

04.06.2016 Dirk Johae Powered by

Über 30 Jahre lang verstaubt der iberisch-rote NSU Ro 80 aus dem Baujahr 1973 in einer Tiefgarage. Doch dann wird Stefan Krauss auf das keilförmige Kultauto angeboten. „Einen Ro 80 fand ich schon immer cool“, gesteht der Rechtsanwalt aus Lahr und kauft das Auto mit Rotationskolbenmotor Ende 2015.

Aber Krauss hat noch eine weitere Verbindung zur Limousine mit Wankelmotor. „Bis vor zwei Jahren hatte ich meine Kanzlei im Geburtshaus von Felix Wankel in Lahr.“ Die genaue Adresse: Schillerstraße 2. Dort wurde Wankel 1902 geboren; 1988 starb er in Heidelberg.

Schwierige Bergung aus Parkhaus

Diese Einheit des Raums mit einem der fortschrittlichsten Entwickler der Automobilgeschichte motiviert Krauss erst recht zum Kauf: Der Besitz eines Autos, das von einem Wankelmotor angetrieben wird, ist gewissermaßen eine Verpflichtung für den Oldtimerfan. Doch der Vorbesitzer, es war übrigens erst der dritte dieses Ro 80, hat die Annäherung an die neue Auto-Liebe nicht leicht gemacht. „Das Auto war nicht mehr rollfähig und wir mussten es aufbocken und auf Rollen aus dem Parkhaus schieben“, berichtet Krauss.

Der Motor war randvoll mit Motoröl gefüllt. Nach dem Ablassen läuft der Zweischeiben-Wankelmotor wie am ersten Tag. Der 115 PS starke Motor ist noch heute eine Sensation. „Er läuft so vibrationsarm und leise, dass man sich selbst noch bei 120 km/h auf der Autobahn ganz normal unterhalten kann“, schwärmt Krauss.

Wie eine Turbine

Auch seine Frau Sabine ist vom Ro 80 begeistert: „Das ist ein Gefühl, als würde eine Turbine laufen.“ Sie wurde durch eine Kollegin auf den NSU Ro 80 im Dornröschenschlaf aufmerksam. Erst wenige Monate sind vergangen, aber schon jetzt kann sich das Ehepaar ein Leben ohne das Auto nicht mehr vorstellen.

Für die Paul Pietsch Classic lassen sie sogar den Jaguar Mk 1 (Baujahr 1957) in der Garage, mit dem sie ursprünglich in Donaueschingen starten wollten. Als sie das Veranstaltungsplakat mit einem Ro 80 als Motiv zum ersten Mal gesehen haben, war klar: Für die Rallye durch den Schwarzwald wird der selbstverständlich der Wankelmotor gezündet.

461 plus 1 Ro 80

Damit ist bei der Oldtimerrallye zur Erinnerung an den 2012 verstorbenen Rennfahrer und Verleger Paul Pietsch eine weitere Rarität am Start: In zehn Jahren baute NSU nur 37.406 Exemplare. Anfang 2015 waren davon noch 461 Autos zugelassen. Zum Ende des Jahres ist noch ein Auto hinzugekommen, das über 30 Jahre lang nicht mehr zugelassen war.

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