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Paul Pietsch Classic

Die große Geburtstags-Rallye

06/11 Paul Pietsch Classic Foto: Karl-Heinz Augustin 37 Bilder

100 Autos haben sich am Wochenende auf den Weg gemacht, um zu Ehren des Motor Presse-Gründers Paul Pietsch eine Rallye durch den Schwarzwald zu fahren. Der Grund: Pietsch feiert seinen 100. Geburtstag.

20.06.2011

Die Rallye währte gerade zehn Minuten, da passierte genau das, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen: Die Kinder von Motor Presse-Verlagsgründer Paul Pietsch, die mit der Startnummer 1 in einem blauen Bugatti T35 das Starterfeld anführen wollten, hatten technische Probleme – der Vorkriegswagen dampfte und qualmte nur wenige Kilometer von Freiburg entfernt, nahm keine Leistung mehr an und musste am rechten Straßenrand ausrollen. Für Patricia Scholten und Peter-Paul Pietsch schien die Rallye damit zu Ende zu sein, bevor sie überhaupt richtig angefangen hatte. Doch Hilfe ließ nicht lange auf sich warten. Der Chef der VW-Autostadt in Wolfsburg, Otto-Ferdinand Wachs, hatte noch einen Bentley 3,5 Liter von 1935 dabei, ließ den Wagen schnell entladen und sorgte dafür, dass die Geschwister ab der Mittagspause wieder den Tross anführen konnten – und dann ohne bis zum Ziel in Stuttgart ohne technische Probleme.

Viel Prominenz am Start

Die Rallye, die in diesem Jahr zum ersten Mal ausgerichtet wurde, drehte sich in vielen Details um das bewegte Leben von Paul Pietsch: Der Start fand in Freiburg statt, weil dort im Jahr 1946 die Erstausgabe von "Das Auto" entstand, dem Vorläufer von auto motor und sport. Patricia Scholten und Peter-Paul Pietsch waren deshalb mit einem Bugatti T35 an den Start gegangen, weil ihr Vater selbst im Mai 1932 mit einem frisch erworbenen, gebrauchten Modell des gleichen Typs in Wiesbaden-Erbenheim zu seinem ersten Rennen an den Start gegangen war. Und das Ziel der Rallye lag mit Stuttgart dort, wo heute die Motor Presse ihren Sitz hat.
 
Um den Altverleger zu ehren, hatte sich viel Prominenz an den Start bewegt – vor allem aus der Rennfahrer-Szene: Jochen Mass pilotierte einen Mercedes 280 SE von 1969, Prinz Leopold von Bayern war in einem BMW 328 unterwegs, Christian Geistdörfer in einem OpelKapitän P 2.5,  Roland Asch in einem Porsche 911 Speedster und Dieter Glemser in einem Mercedes 300 SL von 1955.
 
Die Prominentenliste der Rallye ließe sich noch ewig fortsetzen. Rennfahrer-Legende Hans Herrmann ließ dieses Mal sogar die schweren Boliden mit Verbrennungsmotor links liegen und nahm an der parallel dazu durchgeführten Umweltrallye teil. Gemeinsam mit Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber war er mit einer B-Klasse mit Brennstoffzellenantrieb unterwegs – und war beeindruckt von dem unglaublichen Beschleunigungsvermögen des Umweltautos.

Durch Schwarzwald und Rheintal

Ein weiteres Highlight der Tour war die unglaubliche schöne Streckenführung: Zwei Tage ging es auf insgesamt 422 Kilometer durch den Schwarzwald und das angrenzende Rheintal. In Titisee-Neustadt, dem Heimatort der Familie Pietsch fand eine Durchfahrtskontrolle statt, Zieleinlauf war vor dem Mercedes-Museum in Stuttgart. Auf der Schlussetappe scherten die ersten sechs Fahrzeuge der Rallye aus und machten eine Stippvisite vor dem Haus des Jubilars. Der hat sich über den Besuch von zwei Bentleys, einen Aston Martin DB3, einem Mercedes SSK und einem Lagonda so sehr gefreut, dass er dann trotz seines hohen Alters noch persönlich zum Zieleinlauf erschien und dort eine Ehrenrunde drehte – sehr zur Freude der vielen Zuschauer und Verlagsmitarbeiter. Angesprochen auf die Rallye-Kappen, die mit einem gestickten Schriftzug seiner Unterschrift versehen waren, sagte Pietsch: "Das ist der schönste Hut, den ich je getragen habe."

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