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Pebble Beach Concours d'Elegance 2009

Raritäten auf dem Rasen

Pebble Beach 2009 Foto: Jens Dralle 35 Bilder

Trotz des durchwachsenen Wetters glänzt und leuchtet es auf dem Rasen des Pebble Beach Golf Course, wenn dort einmal im Jahr automobile Schmückstücke statt Golfbälle über das Fairway rollen.

18.08.2009

Dem Überrestaurierungswahn der vergangenen Jahre bieten zunehmenden Fahrzeuge mit sympathischer Patina die Stirn. Für viele ist Golf bereits bitterer Ernst und kein Spiel mehr, erst Recht auf altehrwürdigen Plätzen wie in Pebble Beach. Und wenn hier einmal im Jahr Oldtimer statt Golfbälle über den Rasen rollen, scheinen zumindest deren Besitzer nur wenig Spaß daran zu haben.

Schon morgens wird kräftig poliert und geputzt

Früh morgens wird geputzt, poliert und gefeudelt bis die Lappen rauchen, obwohl die meisten Fahrzeuge ohnehin so aufwendig restauriert wurden, dass sie heute besser sind, als sie einst die Hallen des Karosseriebauers verließen. Versonnen putzt Lonnie Fallin aus Colorado das Profil der Reifen seines Packard von 1933, Gerard De Persio wischt noch einmal über den quietschgrünen Lack seines Chrysler LeBaron Thunderbolt von 1941. US-Talkmaster Jay Leno schiebt sein mächtiges Kinn durch die Reihen, seinen Bugatti Typ 37A lässt er wohl polieren. Vor allem die Fahrzeuge aus der Vorkriegs-Ära sind es, die mit ihre Opulenz beeindrucken.

Duesenberg, Packard, Delahye, Hispano Suiza oder Bentley


Eigentlich darf man bei diesen Autos nur von "prächtigen Wagen" sprechen. Daneben wirken die zahlreichen Ferraris und Alfa Romeos wie neue Spielzeugautos. Einzig der Bugatti Typ 41 übertrifft sie alle. Doch nicht nur die Autos müssen sich die strengen Jury fein herausgeputzt präsentieren, auch die Besitzer passen sich gerne ihren Fahrzeugen an, um so die Richter milde zu stimmen. So nimmt die Auto-Schau zuweilen karnevaleske Züge an, wenn sich ältere Herrschaften im Stil der 20er oder 40er Jahre aufplustern.

Entscheiden für eine gute Bewertung eines Autos ist jedoch nicht der Albernheitsgrad seiner Eigner, sondern ein laufender Motor. So wird das fortwährende Murmeln der Besucher und das hypnotische Werbegebrabbel der Lautsprecher immer wieder vom Klang mächtiger und filigraner Triebwerke unterbrochen. Es sprotzt, rattert, heult, bellt, brummelt und blubbert immer wieder auf dem 18. Fairway.

Die Autos, sie leben

Man hätte es ihnen aufgrund ihrer sterilen Perfektion fast nicht geglaubt. "Die Autos verfügen oft über mehr Lackschichten als mancher Neuwagen. Das wäre zu damaligen Zeiten technisch gar nicht möglich gewesen", berichtet ein Kenner kopfschüttelnd. Um so mehr erfreut es, dass offenbar auch die Offiziellen des Concours d’Elegance dem Restaurierungs-Wahn Einhalt gebieten wollen. Zumindest werden auch Oldtimer mit Patina zugelassen. Der aus Südamerika angereiste Maserati 250 GT hat schon fast wieder zuviel davon, die Grundierung schaut unter dem Lack hervor. Doch der authentische Zustand nimmt der Veranstaltung ein bisschen was von ihrer Ernsthaftigkeit - und davon gibt es hier genug, zumindest unter den Besitzern.

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