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Pebble Beach Concours d’Elegance 2012

Schlichter Saoutchik-Mercedes gewinnt überraschend

Pebble Beach 2012 Foto: Franz-Peter Hudek 21 Bilder

Trotz einer starken Konkurrenz mit prächtigen, luxuriösen und einzigartigen klassischen Automobilen kürte die Jury des 62. Pebble Beach Concours d’Elegance einen kompakten Mercedes-Roadster von 1928 zum „Best of Show“.

22.08.2012 Franz-Peter Hudek Powered by

Die Überraschung war groß, als sich von den vier nominierten, in einer Reihe aufgestellten Automobilen ausgerechnet das unscheinbarste in Bewegung setze, langsam über den Rasen rollte und für einige Sekunden im Rauch der abgefeuerten Raketen und Glanzpapierschnipsel verschwand. Auf der flachen Holz-Rampe stand schließlich ein Mercedes-Benz 680 S Saoutchik Cabriolet, Best of Show des 62. Schönheitswettbewerbs für klassische Automobile, den der Pebble Beach Golf Club auf seinem Gelände direkt an der Pazifikküste ausrichtet. Der Concours gilt als der weltweit wichtigste und teuerste: Eintritt am Sonntag 250 Dollar pro Person (Vorverkauf 200 US-Dollar). Trotzdem kommen zwischen ein- und zweitausend Besucher.

Supersportler aus den späten Zwanzigern

Der Mercedes 680 S stieß immerhin so renommierte Mitbewerber vom Sockel wie einen Duesenberg SJ Gurney-Nutting Speedster mit verschwenderisch geschwungener, schwarz-oranger Cabrio-Karosserie von 1933 oder einen Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport mit schwarz-weißer Coupé-Karosserie von 1933. Ein Grund hierfür war sicher der 180 PS starke Kompressor-Reihensechszylinder mit 6,8 Liter Hubraum, Doppelzündung und obenliegender Nockenwelle, den Ferdinand Porsche entwickelt hatte. Das Höchsttempo lag bei 170 km/h. Mercedes baute 147 Komplettfahrzeuge und lieferte 155 Chassis aus, nur sechs davon gingen zu Saoutchik nach Paris.

Die Jury war sich schnell einig

Als Kandidaten für den Superpreis „Best of Show“ kommen nur die Autos in Frage, die bereits ihre Klasse gewonnen haben. Zu den üblichen Kategorien wie Open Wheel Race Cars, American Classic Closed, European Classic: Sports Racing kamen in diesem Jahr folgende Sonderklassen hinzu: Saoutchik Coachwork, Maharaja Cars, Mercer (US-Marke 1909 bis 1925), Fiat, German Motorcycles und American Sport Customs (Sportwagen-Einzelstücke). Jede Klasse hat ihre eigenen Juroren mit den entsprechenden Kenntnissen. Dazu kommen die Honory-Judges (Ehren-Richter) mit großer Beteiligung aus Europa wie Rennfahrer Jochen Mass und Stirling Moss, Aston-Martin-Chef Ulrich Bez, Mercedes-Klassik-Chef Michael Bock, Volkswagen Group Klassik-Chef Franz-Josef Paefgen sowie die Auto-Designer Chris Bangle, Ian Callum (Jaguar), Fabrizio Giugiaro, Gorden Wagener (Mercedes), Andrea Zagato und andere. Concours-Vorsitzende Sandra Button zur Jury-Entschiedung: „Der Wagen hat wirklich alles. Er besitzt fantastische deutsche Technik, elegantes Design aus Frankreich und ist von Paul Russell wundervoll restauriert. Das Cabrio kann man sich sowohl als Rennwagen wie auch als Tourer vorstellen.“

Der Rest: Cobras, Customs und Maharadschas.

Insgesamt nahmen 220 Fahrzeuge an dem Concours von Pebble Beach teil. Das älteste von 1901 war ein De Dion Bouton, das jüngste ein Ferrari 365 GTB/4 Pininfarina Coupé Speciale von 1969. Viel Aufsehen erregten bei der Sieger-Parade vor dem Golfplatz-Clubhaus schlicht „The Lodge“ genannt die kuriosen Maharadscha-Oldtimer, futuristisch gestylte American Custom Cars und die laut röhrenden Shelby Cobra. Einige Beispiele hierzu gibt es in der Bilder-Schau.

Alle Ergebnisse auf www.pebblebeachconcours.net.

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