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Pélata

Praktische, freundliche, preiswerte Autos

Foto: Renault

Patrick Pélata Vorstand Produktplanung und Strategie bei Renault über CO2-Ziele, das Image der Marke Renault und Autos zum Leben.

24.02.2007

Wird Renault das neue CO2-Ziel der EU 130 gr/km im Jahr 2012 erreichen? Und wie weit sind Sie davon noch entfernt?
Pélata: Derzeit sind wir bei einem Flottenverbrauch von 148 gr/km. Wir liegen gut zehn Gramm über unseren Kalkulationen. Das hat zwei Gründe: Etwa fünf Gramm gehen auf das Konto der höheren Sicherheitsstandards in unseren Autos. Die anderen fünf Gramm resultieren daraus, dass sich mehr Kunden als erwartet für größere und schwerere Renault-Modelle entschieden haben.

Wie gehen Sie mit den Vorwürfen der EU um, die Autohersteller hätten das Thema CO2 nicht ernst genug genommen?
Pélata: Ich denke jeder ist froh, sicherer in seinem Auto zu sein. Und wenn die Kunden größere Autos wollen, warum nicht? Ich kann die EU verstehen, sie hat beschlossen ein guter Weltbürger zu sein. Wo wir 2012 stehen, weiß ich nicht. Ich weiß, an welchen Technologien wir arbeiten, aber ich weiß nicht, was die Kunden dann wollen.

Also verstehen Sie die deutschen Autohersteller, die sich gegen die scharfen CO2-Werte wehren?
Pélata: Wir wissen, dass wir etwas tun müssen. Aber wir sind auch der Meinung, dass wir dabei vorsichtig sein müssen. Wenn für die Einhaltung der Ziele enorme technische Veränderungen an den Autos notwendig sind, wird das die Kosten und damit die Preise stark erhöhen. Wir rechnen damit, dass wenn die Preise am europäischen Markt um zehn Prozent angehoben werden, die Verkäufe um 15 bis 20 Prozent zurückgehen. Das hat starke ökonomische und soziale Folgen.

Renault plant ein Absatzwachstum von 800.000 Autos bis 2009. Welchen Anteil wird der Logan daran haben? Welche Rolle spielen die neue Renault-Modelle?
Pélata: Die sechs geplanten Modelle auf der Logan-Plattform werden etwa zwei Drittel unseres Gesamtwachstums ausmachen, der Rest soll von den neuen Renault-Modellen kommen. Wir werden aber durch auslaufende Modelle bei Renault auch Verluste haben.

Was erwarten Sie sich vom neuen Laguna, den Sie im September vorstellen werden?
Pélata: Wir erhoffen uns natürlich auch ein wenig mehr Absatz, aber der Laguna soll vor allem bei der Profitabilität deutlich besser sein als sein Vorgänger. Das wichtigste Ziel ist, auch mit diesem Produkt, das Image der gesamten Marke Renault zu verbessern.

Welches Image soll die Marke denn in Zukunft bekommen?
Pélata: Wir haben uns diese Frage auch gestellt. Und wir glauben die Antwort gefunden zu haben. Wir haben uns auf unser früheres Motto Renault - le voiture à vivre (Renault - Autos zum Leben) zurück besonnen. Und in diese Richtung werden uns bewegen. Autos mit praktischen Ideen, freundlich gestaltet, mit guter Qualität zu fairen Preisen. Dieses neue Markenbild werden wir zusammen mit der Markteinführung des Laguna im September vorstellen.

Renault hatte angekündigt sich nicht nur qualitativ, sondern auch produktionstechnisch stark verbessern zu wollen. Das Werk des Allianz-Partners Nissan im britischen Sunderland gilt als eines der produktivsten Werke der Welt. Wo steht Renault im Vergleich dazu?
Pélata: Im Harbour-Report steht Sunderland auf Platz eins und gilt deshalb als Maßstab für alle Renault-Werke. Wir haben enorm viel von Nissan gelernt. Und die Erfolge sind zu sehen. In Europa ist Renault als Marke bereits auf Platz zwei bei Harbour, das Werk Douai erreichte 2006 den dritten Platz.

Planen Sie einen Nachfolger für den erfolglosen Vel Satis im Premium-Segment?
Pélata: Im Moment nicht. Wir werden Modelle bringen, die zur Zielgruppe passen. In den Premiummarkt kann man nur in kleinen Schritten zurück kommen. Wir müssen jetzt erst einmal mit dem Laguna überzeugen. Man kann nicht schnell wachsen, indem man einen S-Klasse-Konkurrenten auf den Markt bringt und hofft, dass jeder das Auto kauft. Das wird nicht passieren. So einen verrückten Traum haben wir nicht.

Bislang ist Renault noch stark abhängig vom Heimatmarkt Frankreich. Wie wollen Sie das verändern?
Pélata: Derzeit verkaufen wir rund 28 Prozent unserer Autos in Frankreich. Wir wollen bis 2009 über 40 Prozent des Absatzes außerhalb Europas machen, bisher sind das nur rund 30 Prozent. Wenn das funktioniert beträgt der Anteil des französischen Marktes nur noch rund 20 Prozent. Das wäre dann ein gesunder Mix..

Renault hat früher viele Kurzzulassungen getätigt. Wie passt das mit ihrem Ziel zusammen, die Profitabilität deutlich zu steigern?
Pélata: Das passt in der Tat nicht zusammen. Daher haben wir die Kurzzulassungen auch deutlich reduziert. 2005 entfielen in den fünf größten europäischen Märkten 14 Prozent aller Kurzzulassungen auf Renault. Im vergangenen Jahr waren es nur noch rund zehn Prozent. Und wir wollen weiter reduzieren. Das ist eine Investition in die Zukunft. Ergebnis: schon jetzt sind die Restwertprognosen etwa beim neuen Clio viel besser als beim Vorgängermodell

Sie starten Ende Mai in Europa mit einer Bio-Ethanol-Variante des Mégane. Bekommen auch andere Modelle diese Technik?
Pélata: Als nächstes soll der Clio, später der Twingo folgen. Am Laguna arbeiten wir noch, aber bis 2009 wird auch der Laguna einen Bio-Ethanol-Motor im Angebot haben.

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