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Perfektionstraining 2014

Im Porsche 911 und VW Scirocco über den Ring

Perfektionstraining 2014, Silke Schröder, Renate Waldner Foto: Dino Eisele 13 Bilder

Danebensitzen ist ja schön und gut, aber irgendwann wollten Renate Waldner und Silke Schröder auch mal selbst ran. Sie meldeten sich zum sport auto-Perfektionstraining auf der Nürburgring-Nordschleife an.

26.01.2015 Markus Stier Powered by

Geht es um die Frauen an ihrer Seite, geraten die Männer ins Schwärmen: "Beifahrer sein? Ich könnte das nicht", sagt Karl-Wilhelm Schröder und bewundert unverhohlen die Nervenstärke seiner Silke, die ihn regelmäßig zu Fahrtrainings begleitet. Dabei sitzt die bessere Hälfte durchaus nicht kommentarlos nebendran: Rechtsanwalt Schröder, der selbst schon zum achten Mal beim sport auto-Perfektionstraining auf der Nürburgring-Nordschleife antritt, muss lachen: "Wenn sie mit den Instruktoren gefahren ist, sagt sie immer, die führen viel ruhiger."

Perfektionstraining, Nürburgring, Nordschleife, April 2014
Perfektionstraining 2014 - Instruktor Cars 3:43 Min.

Debüt auf der Nordschleife

Renate und ihr Thomas sind seit 15 Jahren ein Paar. "Sie ist die perfekte Beifahrerin, hat nie Angst und ist sehr motivierend", sagt Thomas Dürmüller bewundernd. Zum Perfektionstraining hat er sich auch schon zum vierten Mal angemeldet. Er schätzt, dass er auf verschiedenen Rennstrecken schon über zwei Dutzend Lehrgänge absolviert hat. Seine Renate begleitet den Leiter einer Consulting-Firma schon seit zehn Jahren, wenn er seinem Hochgeschwindigkeitshobby frönt. Es waren nicht etwa die Frauen, die irgendwann die Nase voll hatten von der passiven Rolle auf dem Beifahrersitz. "Unsere Männer haben uns ermuntert, es doch mal selbst zu versuchen." Allzu sehr schubsen musste man die Damen nicht.

"Ich bin schon immer gern Auto gefahren", sagt Renate, die privat einen Porsche durch den Kanton Zug steuert. Und Silke? "Ich fahre ein BMW 325i Cabrio. Glaube ich. Ich bin nicht so der Autofreak ..."

Renate und Silke kennen sich seit einem Jahr. Man begegnete sich – wo sonst – bei einem Renntraining. Als der Vorschlag der Gatten im Raum stand, entschieden sie: "Wenn, dann machen wir das gemeinsam." Und weil es sonst ja jeder kann, sollte das Debüt dann schon eine Herausforderung sein: Nordschleife also, tief hängende Wolken, Hochsommer hin oder her, der Wetterbericht ist desaströs.

Regen an der Hohen Acht

Ruben Zeltner ist nicht nur ein äußerst erfahrener Lehrmeister, neuerdings auch ein gekrönter. Der Chef des Fahrsicherheitszentrums am Sachsenring ist frisch gebackener Deutscher Rallye-Meister. "Wir erwarten eigentlich, dass die Leute schon etwas Rennstreckenerfahrung haben, damit wir an Dingen wie Ideallinie oder Car Control arbeiten können. Ansonsten bist du mit dieser Strecke hier genug beschäftigt", sagt der Profi.

Maximal 23 Gruppen mit professionellen Instruktoren kann die Mannschaft von Zeltner stemmen, 80 bis 90 Prozent sind Wiederholungstäter. Für die Anfänger werden regelmäßig zwei Gruppen aufgestellt. Die beiden Debütantinnen fallen allerdings als vermeintliche Anfänger klar aus dem Rahmen. Renate hat schon einige Wintertrainings hinter sich und Thomas schwört: "Da ist sie genauso gut wie ich." Silke hat schon einen Tageskurs auf der Nordschleife absolviert, beide haben an der Seite von Profis schon Renntaxifahrten auf ihrem Konto. Aber Instruktor Steve Kirsch warnt: "Auch wenn du als Beifahrer schon 100 Runden gedreht hast, ist das am Lenkrad was völlig anderes."

Vor allem, wenn es schon auf der ersten Runde an der Hohen Acht zu regnen anfängt. Steve Kirsch beruhigt per Funk sofort seine Eleven: "Der Regen tut unserer Streckenkunde keinen Abbruch. Wir fahren eben etwas langsamer." Der kampferprobte Markenpokalkämpe im Führungsfahrzeug stellt fest, dass das fahrerische Niveau bei den Teilnehmern stetig steigt, aber er arbeitet gern mit den Anfängergruppen: "Du bekommst als Lehrer eine schnelle Rückmeldung und siehst am Ende des Tages auch schnell ein Ergebnis."

Porsche 911 beißt sich am M3 fest

Kirsch erklärt seinen Schülern die Eigenheiten der Strecke: Quiddelbach, Schwedenkreuz, Pflanzgarten. "Wichtig beim ersten Sprung: gerade rüber", mahnt er. Renate gesteht in der Pause nach den ersten drei Runden: "Das ist schon ein bisschen komisch, wenn man da über die Kuppen kommt und nicht so richtig weiß, wo es langgeht." Silke hadert eher mit dem Regen: "Als der anfing, habe ich mich gar nichts mehr getraut." Renate lässt sich nicht ins Bockshorn jagen: "Wenn man einen schnellen Wagen fährt, sollte man ihn auch beherrschen." "Unsere Männer holen wir eh nicht ein", sagt Silke. "Das ist nicht unsere Ambition", kontert Renate.

Instruktor Kirsch stellt allerdings schon in der ersten Runde nach der kurzen Pause fest: "Es wird schon etwas zügiger." Vor allem bei dem Fahrschüler, der direkt hinter dem Führungsfahrzeug fährt, sind die Fortschritte deutlich spürbar. Nach fünf Runden beißt sich Silke im Porsche 911 am BMW M3 des Instruktors fest. Die gemischte Gruppe ist stolz, dass sie nach sieben Runden schon so schnell ist, dass sie bei Metzgesfeld eine vor ihr gestartete Truppe überholt. Vom Entschuldigen der angeblich eigenen Unzulänglichkeit wechseln die Gesprächsthemen schnell in Richtung Fachsimpelei. Silke: "Deiner geht viel besser als meiner. Da komme ich nicht hinterher."

Renate: "Das ist gar nicht mein Auto." Sie hat sich einen schnellen VW Scirocco mit Überrollkäfig bei Rent Race Car geliehen und wundert sich über die Sportbremsbeläge: "Die Bremse quietscht so komisch." Immer wieder gehen Schauer nieder, Wolkenfetzen wabern über die Höhen, aber das hält die tapferen Frauen nicht auf. Erst als am frühen Nachmittag ein schweres Gewitter über den Kurs zieht, wird es Renate mulmig.

Ihr Scirocco steht auf Semi-Slicks. Zwar trocknet der Asphalt auf den 21 Kilometern der Nordschleife nach dem Ende des Regens schnell ab, aber sicherheitshalber wird der gemietete Renner zum Reifenwechsel geschickt. Aber das Wetter wird nicht besser und Renate tritt das Auto an ihren Mann Thomas ab.

Ende im Nebel auf der Nordschleife

Für sie ist es das vorzeitige Ende des Kurses. Denn am folgenden Tag herrscht dichter Nebel. Erst am späten Vormittag wird die Strecke freigegeben. Renate und Thomas haben entschieden, die Heimreise früher anzutreten, es ist ein ganz schöner Weg zurück in die Schweiz. Gibt es ein zweites Mal? "Ganz sicher", sagt sie entschieden. Auch Silke hat Blut geleckt. Egal ob es starken Nebel am Schwedenkreuz hat, die Fuchsröhre klatschnass ist oder auf der Döttinger Höhe frischer Regen einsetzt – das Angebot, freiwillig aufzuhören, nimmt aus der Gruppe niemand an. Silke ist sich sicher: "Gestern fand ich es deutlich schlimmer."

Steve Kirsch arbeitet gern mit Frauen am Steuer: "Die gehen an das Thema anders heran, systematischer. Wenn du denen erklärst, wir fahren jetzt 35, dann machen die das. Männer fahren stattdessen 40 und nähern sich der Sache eher von oben." Kirsch meint: "In einem nächsten Training könnte man jetzt an weiteren Dingen wie Brems- und Einlenkpunkten arbeiten."

Erfahrung statt Risiko

Silke sieht andere Schwerpunkte: "Die Linie ist schon ganz gut, an der Geschwindigkeit kann man noch arbeiten. Ich bin noch zu zaghaft." Dass die hohen Geschwindigkeiten noch Überwindung kosten, ist im Sinne der Instruktoren. Eine gute Rundenzeit kommt aus der Erfahrung – nicht vom Risiko.

Die Beharrlichkeit wird belohnt. Die Sonne kommt raus und trocknet die Ideallinie schnell ab. Silke bleibt am Ball, und Steve Kirsch sagt anerkennend: "Am Ende war das schon ganz zügig." Die fröhliche Steuerfachfrau aus dem Ruhrgebiet strahlt: "Ich bin jetzt erst mal zufrieden. Zum Glück sind wir heute noch mal gefahren." Wird es ein nächstes Mal geben? "Ich hoffe doch."

Happy sind auch die Männer, weil sie mit ihrem Hochgeschwindigkeitshobby nicht mehr allein sind. Thomas über die ersten Rennstreckenkilometer seiner Renate: "Ich hoffe, das ist der Beginn einer Leidenschaft."

Info: Continental - ein schneller Boxenstopp für wichtige Zehntelsekunden

Der Faktor Reifen spielt als Bindeglied zwischen Auto und Straße eine zentrale Rolle. Das beste Profil und die ausgefuchsteste Mischung nutzen aber herzlich wenig, wenn der Reifendruck nicht stimmt. Den Teilnehmern beim Perfektionstraining bietet sport auto-Partner Continental daher einen kostenlosen Service an: Mit der mobilen Reifenkontrollstation lässt sich binnen Sekunden feststellen, ob der Druck im korrekten Bereich liegt. Denn wer mit zu viel Luftdruck unterwegs ist, verliert Haftung.

Schon mit den Modellen Conti SportContact 5 und Conti SportContact 5 P liefern die Reifenprofis allerhöchstes Entwicklungsniveau für den automobilen Alltag, aber mit dem Conti ForceContact vor allem einen reinrassigen Sport-Event-Reifen mit Straßenzulassung. Dieser High-End-Pneu, der sich an aktive Sportfahrer richtet, wurde von Continental zusammen mit führenden Fahrzeug-Tunern sowie den Fahrexperten von sport auto entwickelt und vereint ultimativen Grip mit optimaler Lenkpräzision für die Rennstrecke. Continental wird aufgrund der positiven Erfahrungen übrigens auch 2015 Partner der Perfektionslehrgänge von sport auto sein.

Die Instruktorenautos – immer ganz vorne dabei!

Auf der Nürburgring-Nordschleife zählen Leistung, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit. Dies gilt nicht nur für die Teilnehmer und Instruktoren, sondern insbesondere auch für deren Autos. Nach zwei Tagen Grüner Hölle im sport auto-Tempo stehen nicht selten 1.000 Kilometer und mehr auf der Uhr. Für diese besonderen Belastungen stellten uns 2014 wieder Audi, BMW, Jaguar, Mercedes, Nissan und Porsche ihre sportlichen Topmodelle zur Verfügung. Bei einer Mitfahrt im Instruktorenauto konnten sich auch die Teilnehmer von der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Modelle überzeugen.

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