Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Petersen-Museum

Geheime Kellerschätze

Foto: press-inform 27 Bilder

Es ist eines der sehenswertesten Automuseen in den USA. Doch die wirklichen Schätze von Automäzen Robert E. Petersen bekommt im Keller des Petersen Museums niemand zu sehen.

05.12.2008 Powered by

Als ob einer der drei goldenen DMC De Lorean, ein Cadillac Eldorado von Elvis "the pelvis" oder der knuffige Davis Divan im Erdgeschoss nicht schon spektakulär genug wären, man sollte sich in gebotener Ruhe alle vier Etagen des Petersen Museums gönnen.

Da entführt einen der "Speedshop" in eine Tuningschmiede der frühen 50er Jahre oder das legendäre 53er Cadillac Ghia 62 Coupé von Rita Hayworth in eine vergangene Automobilwelt. Sehenswert ist auch der dunkelgrüne Jaguar XKSS aus dem Jahr 1956, an den Schauspieler, Frauenliebling und Rennfahrer Steve McQueen sein Herz verlor. Einige der spektakulärsten Filmautos von George Barris sind ebenfalls zu bestaunen und wer Los Angeles legendärsten Diner "Jamm’s" in Flughafennähe nicht selbst besuchen möchte - er ist nebst Drive Inn ebenso bei Petersen zu sehen, wie Sonderausstellung der ungewöhnlichsten Airstreams, Wohnwagen aus glänzendem Aluminiumblech.

Nur für Freunde - Petersens Schatztruhe im Keller

Die wirklichen Schätze bekommen die Museumsbesucher am 6060 Wilshire Boulevard jedoch nicht zu sehen. Gut, dass sie es nicht wissen. Denn der Inhalt der Tiefgarage würde an der Kasse zu wahren Tumulten führen.

So ein großer Autofan der im Jahre 2007 verstorbene Robert E. Petersen auch war, die schönsten Stücke enthielt er seinem Publikum vor. Nur ein paar Freunde und Bekannte durften daher einen Blick in die wirklich spektakuläre Ausstellung werfen, die keine Hinweisschilder oder professionelle Beleuchtungsanlagen hat.

"Es geht jetzt hinab ins Tiefgeschoss", sagt Museumsdirektor Richard G. Messer nüchtern, "da steht die Privatsammlung." Links aus dem Aufzug, einen nur spärlich beleuchteten Gang entlang und Richard öffnet per Schlüssel und Tastenkombination die Schatztruhe des Robert E. Petersen.

Robert E. Petersen und seine Frau Margie waren autoverrückt. Oldtimer, Youngtimer, Filmautos, Einzelanfertigungen, Prototypen und exklusive Sportwagen aus Europa - es gab kaum etwas auf vier Rädern, das dem amerikanischen Ehepaar kein Lächeln auf die Gesichter zauberte.

Schließlich machte Robert Petersen im Jahre 1994 seinen Lebenstraum wahr und schuf in Downtown Los Angeles eines der exklusivsten Automuseen der Vereinigten Staaten von Amerika.

In 14 Jahren mehr als 20 Millionen Dollar investiert

Als viele aus der Innenstadt in die Außenbezirke zogen und Downtown L. A. gerade nach Sonnenuntergang nicht gerade den besten Ruf genoss, öffnete das Petersen Automuseum seine Pforten. Bis heute ist es ein Publikumsmagnet. "Wir haben natürlich nicht nur die normale Ausstellung, sondern auch Themenausstellungen und unzählige Abendveranstaltungen", so Direktor Richard G. Messer, "wir haben nie gezählt, wie viele Leute pro Tag kommen. 1.000 und mehr können es schon mal sein."

Eröffnet wurde das Museum am 11. Juni 1994. "Über die Jahre hat die Robert E. Petersen Foundation mehr als 30 Millionen Dollar in das Museum gesteckt", erklärt Marketing-Manager Chris Brown, "die jeweils ausgestellten 150 Fahrzeuge wechseln ebenso regelmäßig wie unsere Themen- und Herstellerinseln."

Als die Neonröhren in der Tiefgarage angeflackert sind, bekommt man den Mund kaum mehr zu. Nur ein paar Schritte vom Eingang entfernt bauen sich die dicken Backen des Renault 5 Turbo 2 auf - auf der Rennstrecke eine fliegende Kanonenkugel mit dem Motor hinter den Frontsitzen. Daneben ein Mercedes 600, der als Staatslimousine der Baureihe W 100 Weltruhm erlangte. Hier im seltenen Dunkelblaumetallic mit brauen Ledersitzen. Und weil Petersen sich nachweislich für Mercedes begeistern konnte, stehen gleich nebenan ein perfekt gepflegter 450 SL aus dem Jahr 1973 und ein 300 SL Flügeltürer von 1957. "Den hat der Museumsgründer besonders geliebt", erzählt Messer. Ein echter Herbie-Käfer mit der legendären Startnummer 53, ein dunkler Ford GT, ein orangefarbener Ford Mustang neuesten Baujahres oder eine Armada von glänzenden Cadillac-Limousinen aus den 50er, 60er und 70er Jahren. Die scheinen Robert und seine Frau Margie noch mehr als die deutschen Luxuskarossen geliebt zu haben.

Filmautos und ein ausgeprägter Ferrari-Spleen

Besonders groß scheint die Leidenschaft für die Filmautos von George Barris, dem King of Customizing, gewesen zu sein. Seit den 60er Jahren baut das Hollywood-Urgestein Autos für die bekanntesten Film- und Fernsehproduktionen - bis heute. Viele der außergewöhnlichen Autos bleiben für die Besucher des Museums in der privaten Tiefgarage verborgen. Vom Bonnie & Clyde-Streifen aus den späten 60ern bis zum rosafarbenen Honda S 2000 aus Tokio Drift sind Dutzende von automobilen Neben- und Hauptdarstellern aus Hollywood-Streifen vertreten. "Doch es gibt nebenan noch mehr. Kommen sie mit", führt einen Museumsdirektor Richard G. Messer an einem New Yorker Polizeiwagen von 1962 und dem überdimensionalen Schlüsselbrett vorbei, an dem völlig ungeordnet die Eintrittskarten in jeden der Traumwagen hängen.

Der Keller nebenan ist kaum heller erleuchtet und doch strahlt er im kräftigen rot. Die wirkliche Begeisterung von den Petersens können nur Ferraris gewesen sein. 355, 456, Daytona, Testarossa, 308 GTS, 250 GT - hier stehen sie alle. Im Gegensatz zum ein oder anderen Filmauto oder den zahlreichen Rennwagen nebenan strahlen sie mit Richard G. Messer im Neuzustand um die Wetter.

Viele der gerade für Amerikaner interessanten NASCAR-Rennwagen kann man unregelmäßig jedoch auch in der offiziellen Ausstellung auf Ebene zwei bewundern. Ein schwacher Trost für diejenigen, die sich generell mit den vier oberirdischen Etagen begnügen müssen. Gut, dass sich nicht wissen, was im Keller schlummert. Und vielleicht hat Richard G. Messer ein Einsehen und entlässt einige der automobilen Preziosen dann und wann in die offizielle Ausstellung. Den zahlreichen Kindern wird das übrigens egal sein. Sie haben einen eigenen Lern- und Wissenschaftsbereich, aus dem die meisten kaum mehr herauszubekommen sind. Nicht nur für Kinder: eine Sonderausstellung 40 Jahre Hot Wheels – die coolsten Spielzeugautos aller Zeiten. Das Petersen Museum ist täglich außer montags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Infos unter www.petersen.org.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige