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Peugeot 205 Turbo

Kleiner Rallye-Rabauke mit 520 PS

Peugeot 205 im Rallye-Sport Foto: Peugeot 29 Bilder

Mit dem Peugeot 205 will Peugeot zu Beginn der 1980er-Jahre sein Image aufpolieren. Doch damit nicht genug: Neben dem kleinen Erfolgsmodell wird parallel eine brutale Rallyeversion entwickelt, die sogleich  in der Gruppe B erfolgreich mitmischt.

29.12.2010

Anfang der Achtziger: Peugeot verkauft Autos, hat aber ein biederes Image. Das soll mit einem erfolgreichen Motorsport-Engagement besser werden, findet der Vorstand, und plant einen Einsatz mit möglichst großen Abstrahleffekten auf die käuflichen Serienautos. Peugeot-Präsident Jean Boillot findet die Lösung: Der Rallyesport. Er sucht einen ausgewiesenen Profi, dem er die Aufgabe übertragen kann, und findet ihn in Jean Todt. Der spätere Chef des Ferrari-Formel 1-Teams hat seit 1966 als Co-Pilot zahlreiche Erfolge vorzuweisen und wird als Leiter der Renn- und Motorsportabteilung engagiert. Zwei Erfolgsgeschichten nehmen ihren Lauf.

Parallelentwicklung zum Serien-205

Da gerade der neue Kompaktwagen Peugeot 205 entwickelt wird, kann die Motorsportabteilung parallel das Wettbewerbsfahrzeug aufbauen. Ziel von Todt ist die Teilnahme an der Rallye-Weltmeisterschaft mit einem konkurrenzfähigen Auto.

Das Lastenheft enthält unter anderem folgende Punkte: Das Serienchassis des 205 wird um 120 Millimeter verlängert und der Radstand wächst auf 2.540 Millimeter, um eine höhere Fahrstabilität zu erreichen und für die Mittelmotorkonzeption genügend Raum zu schaffen. Der Schwerpunkt des Rallye-205 mit ihrem Gitterrohrrahmen liegt deutlich tiefer als im Serien-Peugeot 205. Als Antriebsaggregat fällt die Entscheidung auf einen aufgeladenen Vierzylindermotor, der zudem alle vier Räder antreiben soll. Die geforderte Leistung liegt bei 330 bis 350 PS.

Der Plan der Firmenleitung sieht die ersten Teilnahmen des Peugeot 205 Turbo 16 bei der Rallye-WM schon 1984 vor - und den Titelgewinn für 1985. Soweit die Theorie, das Team um Jean Todt macht sich an die Umsetzung des ehrgeizigen Plans.

Vorstellung des Peugeot 205 Turbo 16 vor dem Serienmodell

Nach monatelanger Entwicklungsarbeit stellt Peugeot den Peugeot 205 Turbo 16 am 23. Februar 1983 vor - einen Tag vor dem Serienmodell. Am 1. April wird der Wagen homologiert und bis August die letzten Tests gefahren, bevor die ersten Autos einsatzbereit sind. Als Fahrer verpflichtet Jean Todt den Weltmeister des Jahres 1981, den Finnen Ari Vatanen.

Die Rallyesaison beginnt für den Peugeot 205 Turbo 16 viel versprechend. Bei der Rallye Korsika erkämpft sich Ari Vatanan die Führungsposition, bevor ihn ein Unfall stoppt. Doch viel wichtiger ist der Beweis der Konkurrenzfähigkeit des kleinen Franzosen. Die Gegner sind gewarnt und nehmen den 205 Turbo 16 fortan ernst. Schon im nächsten Rennen, der 1.000-Seen-Rallye in Finnland triumphiert Vatanen.

Ganz nach Plan holt das Peugeot-Team im folgenden Jahr den WM-Titel. Timo Salonen und Seppo Harjanne werden auf dem 205 Turbo 16 Rallye-Weltmeister. Bei der Deutschen Rallye-Meisterschaft schaffen es Kalle Grundel und Peter Dieckmann ganz nach oben aufs Treppchen.

Attraktives Rallyeteam: Peugeot 205 Turbo 16 und Michèle Mouton

1986 ist ein besonders attraktives Jahr für Rallye-Fans: Die Rallye-Amazone Michèle Mouton steuert den 205 Turbo 16 zur Deutschen Rallye-Meisterschaft. Juha Kankkunen holt den Rallye-WM-Titel in der Fahrer- und Markenwertung. Dem Motor des Peugeot 205 Turbo 16  wird eine Leistung von bis zu 520 PS nachgesagt, während Peugeot offiziell von maximal 430 PS im 205 Turbo 16 Evolution von 1986 spricht.

Doch noch  im selben Jahr soll die Tragödie bei der Rallye Portugal, bei der Henri Toivonen und mehrere Zuschauer ihr Leben verloren, die Gruppe B-Ära beenden. Im folgenden Jahr fährt Ari Vatanen mit dem Peugeot 205 Turbo 16 noch einen wichtigen Erfolg ein: Er gewinnt die Rallye Paris-Dakar. Bei dem Bergrennen Pikes Peak belegt Peugeot 1987 mit dem 205 Turbo 16 die Plätze zwei bis vier. Walter Röhrl holt auf dem Audi Sport Quattro S1 den Sieg, Vatanen belegt mit einem Rückstand von 6,98 Sekunden den zweiten Platz - und klagt über Probleme mit dem Ladedruck. Zum Abschluss der Rallyekarriere des 205 Turbo 16 gewinnt Juha Kankkunen 1988 zum zweiten Mal für Peugeot den Gesamtsieg bei der Rallye Paris-Dakar.

Mehr zum Peugeot 205 finden Sie bei den Kollegen von Motor Klassik:

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