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Peugeot 208 im Innenraum-Check

Es scheppert nicht, es lispelt!

Peugeot 208, Innenraum-Check, Front Foto: Dervisevic, Gerhardt 41 Bilder

Der neue Peugeot 208 muss sich als Active 1.4 eHDi FAP 68 unserem pingeligen Innenraum-Check unterziehen. Ob er das Potential zum Frauenheld hat, wird sich zeigen.

12.06.2012 Dina Dervisevic

"Oh, ist der süß." Mist, das wollte ich mir eigentlich verkneifen, aber als ich dann vor dem Peugeot 208 Active 1.4 eHDi 68 (ab 17.000 Euro) stehe, rutscht es mir doch raus. Und auf dem Fahrersitz angekommen, folgt gleich die nächste Niedlichkeits-Attacke: "Huch, das ist ja ein Lenkrädchen!"

Entzückend ja, aber kann man sich daran gewöhnen? Kann man - und zwar schnell: Nach ein paar Sekunden Sitz vorschieben und hochhebeln, ist die Lenkradgröße schon vergessen. Was bleibt, ist im Peugeot 208 die freie Sicht über das Lenkrad auf die Instrumente. Die fallen zwar auch nicht großformatig aus, sind aber sehr gut ablesbar. Der kleine Bildschirm zwischen Drehzahlmesser und Tachoanzeige ist schön breit und die Zahlen und Symbole werden in lesefreundlicher Schriftgröße ausgespielt.

Peugeot 208 1:27 Min.

Polarisierende Blinker-Akustik beim Peugeot 208

Und um das zierliche Lenkrad herum? Da ist was los: Neben den Hebeln für die Scheibenwischerfunktion rechts und die verschiedenen Scheinwerferstufen links, drängen sich noch die Schaltwippen ans Lenkrad. Probleme mit der Übersichtlichkeit gibt es aber keine. Der Widerstand zwischen den unterschiedlichen Scheibenwischer-Modi könnte ein bisschen knackiger ausfallen, denn selbst vorsichtig angetippt, landet man meist schon in der zweiten oder sogar dritten Stufe. Auch die Drehregler auf der Mittelkonsole des Peugeot 208 melden sich nur mit einem schwachen, schwammigen Widerstand zurück. Das ist nur ein bisschen unangenehm, aber wir sind eben pingelig. Pingelig geht es auch in der Diskussion um das Blinkergeräusch zu: Kollege Gerhardt findet es gut, gerade weil es so knackig klackt, während ich nach ein paar Sekunden schon tierisch genervt davon bin.

Doch hiergeblieben: Die Augen tasten sich weiter an der Mittelkonsole nach oben. Dort prangt oben der berührungsempfindliche Bildschirm, der ab der Ausstattungsvariante Active serienmäßig an Bord des Peugeot 208 ist. Mal schauen, ob’s ein Sensibelchen ist. Ja, doch, reagiert zügig und zuverlässig, nur ganz selten muss ein zweites Mal berührt werden. Zwei Tasten sitzen links neben dem Bildschirm, alle anderen Wege durch das übersichtliche Menü, werden per Fingerkuppe zurückgelegt. Das Navi (490 Euro) ist schnell programmiert, die Routenberechnung läuft ebenfalls schnurstracks. Die Abbildungen sind gut ablesbar, doch da das Display nicht mit Schatten spendenden Blenden bestückt ist, wird es bei direkter Sonneneinstrahlung nahezu unsichtbar.

Es lispelt süß

Dann kann sich ein ahnungsloser Fahrer nur noch auf die Stimme des Navis verlassen. Kann er? Nun ja, hier sind wir wieder beim Thema "niedlich“: Die Dame lispelt zuckersüß, aber leicht zu verstehen sind die Ansagen nicht. Durch tadellose Sprachverständlichkeit überzeugt hingegen die Freisprecheinrichtung.

Die Frage, wo die Schnittstellen für Smartphone und Mp3-Player im Peugeot 208 sind, ist beantwortet bevor man sie zu Ende formuliert hat: Ganz unten vor dem Schalthebel auf der Mittelkonsole finden sich ein USB- und ein AUX-Eingang. Wir wählen die USB-Buchse und schwupps werden die Playlists auf dem Bildschirm angezeigt. In der tiefen Ablage darunter kann der Mp3-Player mit samt dem Kabelsalat verstaut werden. Am Klang selbst gibt es nicht viel auszusetzen: Die Höhen sind nicht schrill und die so oft ausgemerzten Mitten dürfen tönen; nur der Bass könnte bei höheren Pegeln etwas weniger rasseln.

Etwas weniger hätte es auch bei den Hochglanz-Plastik-Zierleisten sein dürfen. Gerade an den oft angefassten Stellen, wie beispielsweise den Griffen an den Türinnenseiten, nervt die Fingerabdruck-empfindliche Oberfläche. Die Dame von Welt - wenn Sie denn Peugeot 208 fahren möchte - stellt sich am besten gleich ein Fläschchen Reinigungsmittel und Papiertücher in die Türtasche. Auch nicht weiter tragisch, denn hier passt noch einiges mehr rein und auch das Handschuhfach ist überraschend geräumig.

1,90 Meter verstauen sich problemlos im Fond des Peugeot 208

Apropos Raum: Trotz sieben Zentimeter weniger, soll der Peugeot 208 mehr Platz im Fond bieten, als der Vorgänger 207. Dafür brauche ich als 1,60-Meter-Menschlein nicht nach hinten steigen, sondern weise lieber Kollege Thomas Gerhardt an, seine 1,90 Meter auf die Rückbank zu verfrachten. Und? Schrammen, Beulen, blaue Flecken? Nichts dergleichen. Geräumig ist anders, aber für einen Kleinwagen nicht schlecht. Und die Aushöhlung am Dachhimmel rettet die Frisur.

Noch ein Abteil weiter hinten preist der Hersteller für den neuen Peugeot 208 15 Liter mehr Gepäckvolumen als noch beim 207 an. 285 Liter können sich sehen lassen - da passt nicht nur ordentlich Gepäck, sondern auch gleich die ganze Dame inklusive Handtasche rein.

Doch der Peugeot 208 kann nicht nur damenhaft. Kollege Gerhardt schlägt sich zwar erst einmal deftig die Knie am Lenkrad an, doch das ist schnell nach oben gehebelt und nach vorn geschoben - und zwar ohne, dass ein Scheppern zu vernehmen ist. Peugeot kann’s also auch. Jetzt noch den Sitz nach hinten und unten - fertig ist die 1,90-Meter-Sitzposition: "Fühlt sich ganz gut an", spricht's und umklammert das winzige Lenkrad. Einmal den Kopf nach hinten gedreht, bitte, dann erblickt man eine etwas schmale Heckscheibe und breite C-Säulen. Wie auch andere moderne Kleinwagen tauscht der Peugeot 208 ein bisschen Übersichtlichkeit gegen Karosseriesteifigkeit und Sicherheit. Das kompensiert dann der Bordcomputer, der wild piepst sobald ihm die Sensoren knappe Abstände melden.

Frauen steht er besser

Auch die nach vorn stark abfallende Motorhaube, deren Ende vom Fahrersitz aus nur abgeschätzt werden kann, ist nichts Auffälliges in dieser Klasse. Gut aber, dass sie beim Peugeot 208 so knapp ausfällt - da kann man sich schon mal motiviert an knifflige Parklücken ranpirschen.

Alltagstauglich, Parklücken-freundlich, mit vielen praktischen Ablagen für allerlei Krimskrams, einem Gepäckabteil, das sich nicht verstecken muss, mit unkomplizierter und intuitiver Bedienung und mit fünf Türen ein ernst zu nehmender Viersitzer, hat mich der Peugeot 208 erobert. Und Kollege Thomas Gerhardt? Findet ihn nicht schlecht, "steht Frauen aber besser."

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