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Photoshop-Tuning

Autoträume aus der virtuellen Garage

Skoda Coupé - Durci Photoshop Studie Foto: Martin "Durci" Duris 29 Bilder

Autodesigner brauchten früher ein Kunst-Studium oder eine Ingenieursausbildung. Heute reichen bereits ein Computer und viel Talent, um faszinierende Studien auf die Rädern zu stellen. Wir stellen Ihnen einen jungen Photoshop-Künstler und seine Arbeit genauer vor.

01.12.2012 Tobias Grüner

Concept-Cars sind die Stars jeder Automesse. Mit ihnen geben Hersteller Designtrends vor oder präsentieren neue Technologie-Träger. Bis aus der ersten Idee eine vorzeigbare Studie im Originalformat wird, gehen Monate, wenn nicht Jahre ins Land. Wenn Martin Duris eine Idee für ein neues Auto hat, ist das fertige Produkt meist schon nach wenigen Tagen zu sehen.

Martin Duris ist kein Automobildesigner und auch kein Fahrzeugingenieur. Und trotzdem müssen sich die Entwürfe des 23-jährigen Slowaken nicht hinter den Kunstwerken der Profis verstecken. Der einzige Unterschied: Die Modelle von Martin Duris gibt es nur in der virtuellen Welt. Sein einziges Hilfsmittel bei der Entwicklung ist eine Grafik-Software.

Computer-Tuning im Selbstversuch

"Ich habe vor sechs Jahren damit angefangen, Autos am Computer zu bearbeiten und zu erstellen", verrät der Digital-Künstler. Eine professionelle Ausbildung hat er nie gemacht. "Ich habe mir alles selbst beigebracht. Mit einfachen Bildbearbeitungsprogrammen habe ich angefangen. Aber um ganz nach oben zu kommen, muss auch ich noch viel lernen."

Neben den Computer-Kenntnissen benötigen Photoshop-Tuner natürlich auch jede Menge Talent und Kreativität. Ein paar Knöpfe drücken und fertig ist ein neues Auto - so einfach läuft es nicht. "Es kann fünf bis sieben Tage dauern, wenn ich ein Komplett-Design mit Interieur und Lichteffekten mache. Kleinere Tuningmaßnahmen sind dagegen schon in ein paar Stunden möglich."

Computer-Autos ohne Schnörkel

Seine Ideen holt sich "Durci" - so sein Künstlername - von der Rennstrecke. Aggressiv und ohne Schnörkel kommen viele seiner Modelle daher. "Das Design muss funktional sein. Sonst schleppt man nur unnötiges Gewicht mit herum", lautet sein Motto. Auch in der virtuellen Welt zählt nicht nur Schönheit, obwohl die Studien natürlich in erster Linie gut aussehen sollen.

Auch wenn Martin Duris sein Hobby noch nicht zum Beruf machen konnte, so hatte er immerhin schon die ersten Aufträge aus der Industrie. Ein australischer Rennstall spielte mit dem Gedanken, einen Hyundai Genesis in ein GT3-Modell zu verwandeln und ließ sich vor dem Bau eine Computer-Retusche erstellen. "Die Kooperation war sehr gut. Ich bin nur etwas traurig, dass es immer noch nicht gebaut wurde", klagt der Slowake.

Vom Hobby-Tuner zum Profi-Designer?

Wie jeder Künstler würde Duris seine Entwürfe gerne auch irgendwann auf der Straße fahren sehen. "Es wäre ein Traum, bei einem Hersteller in der Designabteilung zu arbeiten. Leider sind die Designer dort oft sehr eingeschränkt. Durch den Kostendruck und die Massenproduktion werden aus meisterhaften Entwürfen am Ende oft hässliche Autos."
 
Seine große Liebe sind aber nicht die futuristischen Entwürfe, sondern die klassischen Autos. "Je weniger Elektrik desto mehr Spaß", lautet sein Credo. Besonders die Japaner haben es ihm dabei angetan. "Nissan Skyline GT-R R34 Nismo Z-Tune, Datsun 240Z, Hakosuka, Nissan Silvia's und einfach jedes Auto, dass seine Wurzeln im Rennsport hat."

In unserer Bildergalerie stellen wir Ihnen die ganze künstlerische Bandbreite von Martin Duris vor - von seriennahen Modellen, über getunte Sportwagen bis hin zu komplett abgedrehten Konzepten und Zeichentrick-Rennern nach dem Vorbild des Animationsfilms Cars. Seine neuesten Projekte stellt "Durci" auch im Internet aus:

>> Durci auf deviantart.com

Kontaktdaten gibt es hier:

>> www.petrolheads.sk

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