Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Pikes Peak 2009

Rallye-Weltmeister Grönholm bezwingt den Berg

Pikes Peak Foto: Jeremy Hart 22 Bilder

Der Nürburgring ist die zugleich am größten verehrte und meisten gefürchtete Rennstrecke der Welt. 20 Kilometer lang und mit 100 Kurven schlängelt sich der Kurs durch die Eifelhügel. Aber nicht einmal die Grüne Hölle kann sich mit Amerikas anspruchsvollster Rennpiste am Pikes Peak messen, die oberhalb von Colorado Springs an den Westausläufern der Rockies liegt.

23.08.2009 Powered by

Es mag ein paar Meter kürzer sein als der Nürburgring, aber das Bergrennen zum 87. "Race to the Clouds" hat dafür anderhalb mal so viele Kurven (156), steile und ungeschützte Klippen, die direkt neben der Piste 1.000 Meter abfallen und überwindet einen Höhenunterschied von 2.800 Metern auf bis über 4.200 Meter mit einer durchschnittlichen Steigung von sieben Prozent.

Pikes Peak 2009: Rallye-Weltmeister Grönholm bezwingt den Berg 7:14 Min.

Rallye-Weltmeister Grönholm zeigt sich tief beeindruckt

"Ich habe schon von Pikes Peak gehört und den berühmten Film mit Ari Vatanen gesehen, der vor zwanzig Jahren gedreht wurde, aber ich habe erst hier vor Ort gemerkt, wie groß die Herausforderung wirklich ist", erklärt der zweifache Rallye-Champion Marcus Grönholm.
 
Grönholm und der schwedische Rallycross-Meister Andrea Eriksson zählen zu den bekanntesten Namen des internationalen Motorsports, die sich beim diesjährigen Bergrennen versuchen. Ari Vatanen, Michele Mouton und Walter Röhrl sind weitere Namen aus der Rallye-Szene, die in der Vergangenheit kamen um den Berg zu erobern. Aus den USA bezwang auch schon die ehemalige Rennlegende Bobby Unser den Berg.

Die Bergpiste wird immer weiter asphaltiert

Seit der Blütezeit des Rennens in den 80ern wurden immer mehr Passagen des ehemals durchweg geschotterten Highways zum Gipfel versiegelt. In zwei Jahren wird die ganze Straße asphaltiert sein. Für Grönholm ist das Rennen 2009 die Gelegenheit, den Berg noch in seiner natürlichen Form zu attackieren zu verlockend, um sie auszulassen. "Es ist eine jener Veranstaltungen, die man gerne macht, um den Leuten später davon zu erzählen."
 
Um den mächtigen Bergrücken zu erklimmen haben Grönholm und Eriksson ein 850 PS starken und Allrad-getriebenen Ford Fiesta gewählt, dessen Basisversion 2010 in den USA auf den Markt kommen soll. "Das Auto ist deutlich stärker als ein World Rally Car", erklärt Eriksson während der dreitägigen Testfahrten vor dem Rennen. "Die dünne Höhenluft entzieht dem Turbomotor bis zum Gipfel fast 30 Prozent seiner Leistung, deshalb sollte man davon genug haben. Der zweite Faktor ist die Traktion, weshalb wir große Flügel montiert haben, um das Auto am Berg zu halten. Hier gibt es keinen Raum für Abflüge."

Erster Crash beim Training

Schon das Training war für die beiden Skandinavier eine Herausforderung. Eriksson rutschte in der Boulders-Passage nahe des Gipfels nach außen und schlug mit seinem Fiesta in einen Felsen ein. Erst nach zwei Tagen war das Auto gerade rechtzeitig zum Rennen wieder glattgebügelt.
 
"Ich habe in der Kurve Leistung verloren. Und ohne Power verliert man die Kontrolle. Ich habe noch versucht, den Einschlag mit der Handbremse zu verhindern, aber leider war es eine der wenigen Kurven mit Felsen auf der Außenbahn. Das Auto hat sich dann zur Seite gerollt, was bei mir ein paar schmerzhafte Prellungen hinterließ", beschrieb Eriksson den Abflug.

Grönholm verlangt nach kürzerer Übersetzung
 
Währenddessen verlangte Marcus Grönholm nach einer anderen Getriebeübersetzung, um besser aus den engen Kurven herauszubeschleunigen. Und nach dem Abschlusstraining entschied sich das Team auch noch, den Motor auszutauschen. "Der andere zeigte leichte Überhitzungserscheinungen, deshalb war es das Vernünftigste das Aggregat zu wechseln", sagte Teamleader Eriksson.
 
1994 fiel der Rekord in einem Jahr um 39 Sekunden - so schnell wie ein Felsen von einer der steilen Klippen. Aber seitdem verbesserte sich die Bestzeit nur noch um drei Sekunden. Momentan verharrt sie unsicher knapp auf der Kippe zur Zehn-Minuten-Grenze bei 10.01,41 Minuten, aufgestellt durch den Japaner Nobuhiro "Monster" Tajima, der auch 2009 antritt, um seinen Titel zu verteidigen und genau wie die Ford-Piloten in den Neun-Minuten-Bereich eindringen möchte.

Die Zehn-Minuten-Marke im Visier

"Die Zehn-Minuten-Marke im ersten Versuch zu knacken ist schon eine große Herausforderung", warnte Grönholm noch in der Nacht vor dem Rennen. "Aber hey, ich mag Herausforderungen." Wetterprognosen landen in den Rockies schon im Mülleimer bevor sie verbreitet werden. In manchen Jahren wurde der Hillclimb bei 30 Grad gestartet und in einem Schneesturm bei minus zehn Grad beendet.
 
Auf der Hut vor den vorausgesagten Stürmen am Nachmittag, entschied sich Monster Tajima als amtierender Champion der "Unlimited-Klasse", mit den Fiestas und den modifizierten Gruppe B Ford RS200, schon vor dem Mittagessen zu fahren.
 
Der Brite Mark Rennison verpasste in seinem RS200 alle Trainingseinheiten mit einem Motorschaden. Aber am Tag des Rennens war er bereit, um für die Ehren am Berg zum kämpfen. Ohne Erfahrung am Pikes Peak knallte er eine sehr respektable Zeit von 12.11 Minuten auf den Piste. "Ich werde hoffentlich wiederkommen um das noch zu toppen", erklärte der ehemalige Rallycross-Champion.
 
Als nächstes an der Reihe war Andreas Eriksson. Mit seinem frisch reparierten Fiesta machte er sich vom Start mit Nachdruck an die Arbeit. Durch den Crash konnte er den ersten Streckenteil nicht im Renntempo testen.Nach rund einem Drittel des Weges in der "Engineers-Bend" verlor er wieder die Kontrolle über seinen Fiesta und crashte erneut. Das bedeutete das aus für Eriksson.
 
Somit ruhten alle Hoffnungen auf Doppelweltmeister Marcus Grönholm. Mit einem neuen Triebwerk unter der Haube wusste der Finne, dass er nun eine gute Leistung zeigen musste. "Das Auto fühlte sich auch heute im ersten Teil am besten an", sagte Grönholm. "Das Handling auf dem weiten Asphalt ist sehr gut. Aber wir merkten schon am Start, dass wir Zündaussetzer hatten. Ich habe trotzdem hart gepusht und hoffte noch im Mittelteil auf eine gute Zeit. Kein Rekord, aber ein vernünftiges Ergebnis."

Der Turbo gibt den Geist auf
 
Als sich Grönholm dem staubigen Schlussteil Richtung Gipfel näherte, fiel auch noch der Turbo aus und der Innenraum des Autos füllte sich mit Rauch. Davon unbeeindruckt stürmte "Magic Marcus" zum Gipfel und bremste dabei mit dem linken Fuß ohne vom Gas zu gehen, um den Gasfluss nicht zu unterbrechen. Allerdings ging dies zu Lasten der Bremsen und als er die Ziellinie in knapp über elf Minuten durchbrach, schlugen Flammen durch die Felgen.
 
"Ohne Turbo hieß es Game Over", sagte Grönholm. "Es ist schade. Ich denke, wir hätten eine 10.40er Zeit erreichen können. Wir müssen einfach nächstes Jahr zurückkommen. Das Auto hat noch ein großes Potenzial."

Anzeige
Ford Fiesta 1.0, Frontansicht Ford Fiesta ab 89 € im Monat Leasing & Vario-Finanzierung Jetzt Fahrzeug konfigurieren
Ford Fiesta Ford Bei Kauf bis zu 28,30% Rabatt Jetzt Fahrzeug konfigurieren
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Gebrauchtwagen Angebote