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Pirelli-Chef

Marge soll auf zehn Prozent steigen

Foto: Pirelli

Der Reifenhersteller Pirelli will seinen Umsatz in diesem Jahr erneut steigern und seine Marge mittelfristig auf zehn Prozent ausbauen. Das kündigte Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera im Gespräch mit auto motor und sport an.

14.06.2008 Harald Hamprecht

Herr Tronchetti Provera, der globale Reifenmarkt machte 2006 ein Volumen von 106 Milliarden US-Dollar aus. Wie wird er sich Ihrer Einschätzung nach entwickeln?
Tronchetti Provera: Wir gehen davon aus, dass wir schon dieses Jahr bei einer Größe von 120 Milliarden Dollar landen werden.

Pirelli hat 2007 rund 4,2 Milliarden Euro Umsatz mit Reifen erzielt. Wie wird sich Ihr Geschäft dieses Jahr entwickeln?
Tronchetti Provera: Die Umsätze sind gegenüber 2006 um 5,4 Prozent gestiegen. Das organische Wachstum ohne Wechselkurs-Effekte lag bei 6,5 Prozent. Für dieses Jahr erwarten ein leichtes Ergebniswachstum im Vergleich zu 2007.

Laut Standard&Poors waren Sie 2006 nur der fünftgrößte Reifenhersteller weltweit mit einem Marktanteil von rund 4,5 Prozent - hinter dem Maktführer Michelin sowie Bridgestone, Goodyear und Continental. Werden Sie diese Position im globalen Ranking verbessern können?
Tronchetti Provera: Nein, davon gehe ich nicht aus, das ist aber auch nicht unser Ziel. Wir wollen uns in unserem Segment verbessern - und das sind Premium-Reifen. In Europa haben wir im Premiumsegment bereits einen Marktanteil von 15 Prozent. Und selbst im rückläufigen US-Markt werden wir unseren Marktanteil dieses Jahr weiter ausbauen, weil wir sehr stark bei europäischen Premiumherstellern wie Mercedes und BMW sowie generell im Sportwagen-Segment vertreten sind.

Im vergangenen Jahr haben Sie eine EBIT-Marge von 8,6 Prozent erzielt. Wann erreichen Sie die Marke von zehn Prozent?
Tronchetti Provera: Das wird mittelfristig passieren, also in drei bis fünf Jahren. Dieses Jahr gehe ich von einem Wert in der Größenordnung des Vorjahres aus.

Derzeit haben Sie weltweit 24 Reifen-Werke. Wie wollen Sie geographisch expandieren?
Tronchetti Provera: Wir planen jeweils ein weiteres Werk in Russland und Indien.

Wie sieht der Zeit- und Investitionsrahmen dafür aus?
Tronchetti Provera: Ende 2009 wollen wir in Russland mit der Produktion von Truck- und Pkw-Reifen sowie Stahlkabel und eventuell sogar Dieselpartikel-Filtern loslegen - und diese Entscheidung wird uns einige hundert Millionen Euro kosten. Für welchen Standort wir uns entscheiden, werden wir noch diesen Herbst ankündigen. In Indien werden wir erst Anfang kommender Dekade loslegen. Wir haben hier aber auch noch keinen Zeitdruck, denn hier handelt es sich eher um einen Truck-Markt als um einen Pkw-Markt, was nicht zuletzt an der schlechten Infrastruktur liegt.

Wird parallel zu Ihrer geographischen Expansion auch Ihre Belegschaft wachsen?
Tronchetti Provera: Wir beschäftigen mit Stand Ende März dieses Jahres weltweit 31.300 Mitarbeiter, davon 27.300 in der Reifensparte. Und ich gehe davon aus, dass sich unsere Belegschaft bis 2010 noch mal um bis zu fünf bis zehn Prozent vergrößern wird.

Gilt das auch für Ihre beiden deutschen Werke Breuberg und Merzig - oder nur global gesehen?
Tronchetti Provera: In Deutschland beschäftigen wir heute 3.400 Mitarbeiter, davon 2.600 in Breuberg Diese Zahl wird nach unseren Planungen recht stabil bleiben. Das liegt aber vor allem daran, dass wir Deutschland als Basis nutzen, um qualifizierte Ingenieure in die ganze Welt zu versenden. Übrigens produzieren wir hier in Deutschland rund 20 Prozent unseres jährlichen Reifen-Absatzes. Langfristig gesehen wird sich dieser prozentuale Anteil tendenziell verringern, weil wir einfach unsere Produktion in Wachstumsmärkten verstärken werden.

Welche Produktivitätssprünge nehmen Sie sich in Ihren Reifenwerken vor?
Tronchetti Provera: Wir haben hier ein Minimum-Ziel von fünf Prozent pro Jahr. Und das werden wir auch ganz sicher dieses Jahr wieder erreichen.

Was wollen Sie in Reifengeschäft investieren?
Tronchetti Provera: Wir investieren im Schnitt 50 Millionen Euro im Jahr alleine in Deutschland. Und das wird in den kommende fünf Jahren sicher so bleiben. Außerordentliche Investitionen, wie etwa in neue Werke, sind darin natürlich noch nicht enthalten.

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