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Pirelli Geschäftsbericht 2011

Viel mehr als nackte Zahlen

Pirelli Geschäftsbericht 2011 Illustrationen Foto: Pirelli Stefan Glerum 15 Bilder

Der italienische Reifenhersteller Pirelli geht mit seinem Geschäftsbericht für das Jahr 2011 neue Wege. Die ansonsten dröge Pflichtpublikation wird diesmal mit Kunst, Philosophie und Kultur gewürzt.

25.04.2012 Uli Baumann

Wer an den Geschäftsbericht eines großen Konzerns denkt, kommt an Bleiwüsten und ewigen Zahlenkolonnen nicht vorbei. Das war auch beim Reifenhersteller Pirelli bislang nicht anders. Der Geschäftsbericht 2011, der am 10. Mai veröffentlicht wird, wird dagegen ganz anders. Es vereint betriebswirtschaftliche Fakten mit Kunst, Philosophie und Kultur.

Vier Autoren und ein Grafiker

Vier international renommierte Autoren griffen für Pirelli zur Feder. In ihren Beiträgen stellen sie teils überraschende, teils provokante Überlegungen an, deren Ausgangspunkt entweder das italienische Unternehmen oder sein Hauptprodukt ist, der Reifen.

So fragt der deutsche Schriftsteller, Essayist, Philosoph und Herausgeber Hans Magnus Enzensberger: Wie konnte sich eine kleine Gummifabrik, vor 140 Jahren in Mailand gegründet, der kreativen Zerstörung widersetzen, die für kapitalistische Wirtschaftsysteme so typisch ist? Und der bereits so viele Konzerne zum Opfer fielen?

Dass aus den Staaten von Amerika die Vereinigten Staaten von Amerika wurden, ist nach Meinung des US-amerikanischen Reiseschriftstellers und Fotojournalisten William Least Heat-Moon allein das Verdienst von Reifen. Weil zudem lange Autofahrten die wahre Religion der US-Amerikaner seien, wäre es ein zeitgemäßer Ausdruck amerikanischer Kultur, die 50 Sterne in der Nationalflagge durch 50 Reifen zu ersetzen.

Ein Reifen von Pirelli inspirierten den argentinischen Autor und Essayisten Guillermo Martínez zu einer Short-Story. Darin klärt ein alter, erfahrener Taxifahrer mithilfe seines Wissens über diese Pneus einen Mordfall auf.

Was eint und was trennt Künstler und Ingenieure? Worin ist die Technologie der Kunst überlegen? Wer den Beitrag des spanischen Schiftstellers und Literatur-Professors Javier Cercas liest, findet plausible Erklärungen.

Ergänzt werden die Texte durch 15 Illustrationen des bekannten niederländischen Graphik-Designers Stefan Glerum. In jedem seiner Bilder interpretiert er eine Eigenschaft oder ein Merkmal, deren Kombination die Marke ausmacht.

Alle Illustrationen sehen Sie in unserer Fotoshow.

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